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Das Organized Play 2011

von soulwarrior am 11.02.2011 um 10:57 Uhr
Vorgestern wurden wir über (den Großteil) des Organized Play Programms 2011 informiert und die Reaktionen waren bisher recht positiv. Was ja auch kein allzu großes Wunder ist, viele der Nachrichten kann man gar nicht schlecht finden (beispielsweise mehr YCS Turniere in Europa).
Heute möchte ich die einzelnen Änderungen noch einmal ausführlich erklären und insbesondere auch auf die zweite Jahreshälfte eingehen. Denn nach wie vor steht ja die Frage im Raum: Wird es noch ein Nachfolgeprogramm für die Pharaoh / Fortune Tour geben?


Mini-Rückblick


Bevor wir uns auf das neue Jahr konzentrieren will ich noch kurz einen ganz kurzen Blick zurück werfen. Die Lizenzübernahme fand 2009 statt und im Laufe des Jahres lief das Organized Play wieder an. Wir hatten immerhin wieder regelmäßige Liga-Turniere im Sommer und Sneak Peeks.

2010 wurde dann wieder ordentlich durch gestartet und hier gab es eine tolle Deutsche Meisterschaft, erstmals eine YCS in Europa (beziehungsweise gleich 2 davon!), eine coole Europameisterschaft und natürlich wieder jede Menge regionale Turniere – jetzt mal unabhängig davon, ob diese privat veranstaltet wurden oder von einem Laden. Kein Wunder also, dass ich vor rund 2 Monaten so provokant fragte: Brauchen wir überhaupt noch eine Fortune Tour?
Diese wurde zwar ursprünglich auch mal (gerüchteweise?) angekündigt, doch offenbar hat man das im letzten Jahr nicht mehr stemmen können. Wofür ich viel Verständnis habe, denn in dem Jahr wurden sonst wirklich viele tolle Events gestemmt.

Konami und Amigo können daher wirklich stolz auf sich sein, allerdings ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und 2011 soll noch besser werden! Nehmen wir uns die Events also mal eins nach dem anderen durch.


Die Deutsche Meisterschaft 2011


Die Deutsche Meisterschaft 2011 wird eine offene Meisterschaft sein. Das ist eine interessante Entscheidung, die von den meisten Spielern bisher gut aufgenommen wurde. Kritiker können als Argument anführen, dass dies ein erheblicher Rückschritt ist – wenn ich mich richtig erinnere, so war die DM 2003 die erste und bisher einzige offene Deutsche Meisterschaft.

Ich selbst bin der Meinung, dass dieser Schritt deshalb gut ist, weil der Qualifikationszeitraum anderweitig sinnvoll genutzt wird. Würde also in den Wochen und Monaten vor der DM sonst kein cooles Event stattfinden, so wäre ich nicht davon überzeugt. Da hier aber Amigo das Problem erkannt hat und mit der State Championship Series eine neue Turnierserie geschaffen hat, die euch Spieler in der nächsten Zeit in ihren Bann ziehen kann, sehe ich da kein größeres Problem.
Des Weiteren wurde angeführt, dass der Prestige-Faktor auf der DM selbst abnehmen wird. Dem widerspreche ich, denn meiner Ansicht nach konnte sich in den vergangenen Jahr sowieso schon der absolute Großteil der Spieler qualifizieren, der es nur oft genug versucht hatte. Ja, es hat eine gewisse "Filterung" statt gefunden, aber in manchen Regionen, in denen etwas weniger Spieler am Start waren, konnten sich auch nicht allzu erfahrene Spieler qualifizieren, so dass die Argumentation, jetzt würden nur noch Freilose in den ersten Runden auf der DM herum laufen, etwas zweifelhaft ist. Fakt ist, es liefen schon immer ein paar Freilose auf dem Turnier herum. [1]

Die Deutsche Meisterschaft hat sich schon immer primär durch einen Punkt ausgezeichnet: Auf ihr wurde der Deutsche Meister gekürt. Klingt etwas simpel, ist aber durchaus so. Diesmal kommt "jeder" hin, dafür müssen aber auch sehr viel mehr Spieler geschlagen werden. Mein Gott, die 800 Teilnehmer könnten auf der diesjährigen DM gesprengt werden (wenn wir uns vor Augen halten, wie groß die YCS in Bochum war. [2])!
Soll mir mal jemand erzählen, dass kein Prestige am Start ist, wenn man Deutscher Meister auf der größten Deutschen Meisterschaft aller Zeiten wird.

Ein Nachteil würde nur für die ganzen kleineren Läden entstehen, die sonst eben Quali-Turniere für die DM veranstaltet hatten und jetzt leer ausgehen würden. Wie gesagt springt an deren Stelle die neue Turnierserie von Amigo ein, so dass sich das ausgleichen sollte und auch kein größeres Problem darstellen wird. Nebenbei bemerkt wird der Titel des Landesmeisters jetzt wohl wieder etwas mehr in den Vordergrund gerückt, was ich als sehr positiv erachte.


Neue amerikanische Regionals


Die Regionals wird es in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben – wäre auch etwas unsinnig, immerhin war deren Hauptaufgabe, Spieler für die Nationals zu qualifizieren. Stattdessen übernehmen wir auch hier [3] das amerikanische System und die besten Spieler qualifizieren sich direkt für das Event, das wiederum für die Worlds qualifiziert – in unserem Fall also die Europameisterschaft.
Das ist einerseits cool – man hat die Chance, sich für ein Event zu qualifizieren, das für die Worlds qualifizieren kann. Andererseits habe ich ein wenig Angst, dass die Bedeutung der Regionals dadurch etwas abnimmt. Wenn ich früher die Regional in Berlin gewonnen habe, dann war ich "Berliner Meister". Wenn ich zukünftig eine Regional in Berlin gewinne, bin ich zwar sicher für die Euros qualifiziert, ansonsten bin ich aber "nur" einer von ca. 3 "Berliner Meistern", weil die Regionals ja das gesamte Jahr über stattfinden werden und immer mal wieder in einer Region (in diesem Beispiel eben Berlin) Halt machen werden.

Hier lässt sich für mich noch kein klares Fazit ziehen. Es hängt wohl auch sehr von der Anzahl an Regionals pro Jahr ab – wenn nur jedes zweite Wochenende eine irgendwo in Deutschland veranstaltet wird, also rund 25 pro Jahr, dann denke ich, dass man sich auf einen Regionals-Sieg immer noch ordentlich etwas einbilden kann. Würde hingegen jedes Wochenende eine stattfinden, so finde ich das wieder etwas weniger prestigeträchtig. Was denkt ihr, wie viele Regionals pro Jahr haben wie viel Prestige?
Meine persönliche Einschätzung sagt, dass 16 Regionals pro Jahr sehr viel Prestige bringen (ähnlich wie die alten Regionals, die für die DM qualifizierten), 25 immer noch viel (also nur etwas weniger als die "alten") und es bei 50 pro Jahr zu viel des Guten wäre und sich kaum noch jemand etwas darauf einbilden könnte, wenn er eine gewinnt.

Der Erfolg der neuen Regionals hängt natürlich auch maßgeblich vom Preis-Support ab. Ich gehe davon aus, dass es wie in Amerika exklusive Spielmatten für die Bestplatzierten geben wird, die auch wirklich nur auf den Regionals ausgegeben werden. Das ist erneut ein klarer Pluspunkt für das neue System – eine internationale Vereinheitlichung des Organized Plays ist meiner Ansicht nach ein toller Schritt. Ich hatte ja schon mal darauf verwiesen, dass durch die Europameisterschaft und die europäischen YCS die Spielergemeinde in ganz Europa "näher zusammen wächst" und wenn die Entwicklungen so weitergehen, dann wird das sogar für die weltweite Community gelten. [4]


Die Europa- und Weltmeisterschaft


Die Europameisterschaft wird zukünftig klar cooler werden. Mehr qualifizierte Spieler bedeutet ein größeres Event bedeutet mehr Spaß bedeutet mehr Epicness™. Ganz einfache Formel. Vielleicht sehen das auch ganz viele Spieler so, entsprechend wird der Zulauf bei den Regionals noch mal ein Stück größer und diese werden eben doch ganz viel Prestige mit sich bringen. Wir werden sehen.

Der Veranstaltungsort Spanien im Juli ist meiner Ansicht nach sehr cool. Europameisterschaft heißt nunmal etwas länger reisen – außer wenn sie gerade mal Halt in Deutschland vor der eigenen Haustür macht. Wenn ich dann schon in einem Sommermonat ins Ausland muss, dann natürlich bevorzugt in ein Land, in dem man auch Urlaub machen kann. Gewisse Spieler träumen schon vom WCQ in Lloret, doch auch wenn wir in Barcelona spielen kann man wohl noch die Stunde Fahrt nach Lloret auf sich nehmen und da ne Woche chillen & grillen in der Sonne dran hängen.
Von daher sehr coole Entscheidung und ich freue mich schon auf dieses Event!

Die Weltmeisterschaft wird dieses Jahr wieder in Japan stattfinden. Nun ja, man kann nicht alles haben, also Schwamm drüber.


Zweite Jahres Hälfte aka Fortune Tour?


Unter dem Strich beweisen die News der letzten Wochen, dass sich Konami wirklich viele Gedanken gemacht hat und viele gute Ansätze verfolgt, die bisher auch sehr konsequent zu Ende gedacht wurden. Zieht man den Vergleich zu anderen Ländern, so wird auffallen, dass Konami den Ton für die Programme vorgibt, die weltweit durchgeführt werden, während der Distributor für das jeweilige Land selbst noch die Möglichkeit hat, die vorgegebenen Turnierserie zu ergänzen.

Konkret: Konami bestimmt, wie die Nationals durchgeführt werden – weltweit! (Übrigens ist es irgendwo schon vorteilhaft, dass sich die Deutsche Meisterschaft in der Art und Weise nicht mehr von der Spanischen, der Italienischen, der Französischen, usw. Meisterschaft unterscheiden wird. Einheitlichkeit finde ich hier schon sehr gut!)
Amigo kann dafür noch eigene Turnierserien einbringen, die sich für den entsprechenden Markt eignen (bei uns nun eben erstmal die State Championship Series).

Da
a) keine Fortune / Pharaoh / Signers / ZeXal Tour oder Challenge angekündigt wurde und
b) sich diese nicht in jedem Land eignen würde (so hart es klingt, aber Belgien braucht keine eigene Fortune Tour)
können wir davon ausgehen, dass es keine von Konami veranstaltete Fortune Tour geben wird. Unsere Hoffnungen müssen daher auf Amigo ruhen, doch da man schon mit der State Championship Series bewiesen hat, dass man die von Konami vorgegebenen Turniere sehr gut ergänzen beziehungsweise erweitern kann, gehe ich davon aus, dass sich die Dietzenbacher einige gute Gedanken machen werden und etwas für die zweite Jahreshälfte vorbereiten werden. Möglicherweise wird auch der eTCG.de Podcast mit Amigo Aufschluss darüber bringen und uns mit mehr News versorgen.


Mein Schlusswort des heutigen Artikels soll sich noch mal um das zweite heiße Thema drehen, das in diesen Tagen bis zum Erbrechen durch-diskutiert wird: Die Banned List.
Nachdem das gesamte Organized Play Programm beweist, dass Konami zunehmend auf eine weltweite Vereinheitlichung setzt, ist für mich auch klar, dass jedes Konami-Büro (Japan, Amerika, Europa) Einfluss auf die Banned List hat. Die (noch) aktuelle Liste beweist das eigentlich auch ganz gut, denn wir hatten wohl nie ein ausgeglicheneres Metagame in unseren westlichen Gefilden. Entsprechend sind die Hoffnungen der Spieler, die sich eine Liste wünschen, bei der Gravekeeper zwar etwas eingeschränkt, aber immer noch spielbar sind, nicht wirklich unrealistisch. Dass die Samurais gar keinen Nerf abbekommen, bezweifle ich, denn das würde eben dem langfristigen Erfolg von Yu-Gi-Oh! eher schaden. Denn nichts hält die Spieler bei der Stange wie ein halbwegs abwechslungsreiches Metagame, in dem sich verschiedene Decks behaupten können.

Jetzt steht es also fest: 2011 wird wohl wirklich das beste Jahr für das Yu-Gi-Oh! TCG in Europa aller Zeiten!


soul


Trends der Woche


Antragsunterlagen



Ich habe es endlich geschafft und alle Unterlagen zusammen, die zur Gewährung des Gründungszuschusses notwendig sind. Neben mir liegt ein rund 35-seitiger Stapel. Ich fühle mich als hätte ich einen Wald auf dem Gewissen...

Klarer Anti-Trend, wäre alles viel schöner, wenn man diese Sachen online abwickeln könnte.


Die Biene Maja



Ihr seid wahrscheinlich schon wieder zu jung dafür, aber als ich jung war, da war die Biene Maja ganz hip. Mittlerweile hat diese eine eigene iPhone App spendiert bekommen, ich entdeckte die im Zug auf der Fahrt nach sonstwohin und ich habe mir das Spiel kurzerhand mal runter geladen, um so besser in Kindheits-Erinnerungen schwelgen zu können. Ist wohl eher nur etwas für die wirklich Kind Gebliebenen unter uns. Oder eben falls ihr alternativ eine jüngere Schwester / Tochter beziehungsweise einen jüngeren Bruder / Sohn habt, die / der so rund um die 7 – 10 Jahre alt ist und ihr sie / ihn mal beschäftigen müsst, wenn ihr z. B. auf einem von vielen deutschen Ämtern auf irgendwas wartet.
Die Biene Maja App gibt's hier.


Berlin-Besuche



In diesem Monat stehen noch so einige Berlin-Besuche von Freunden an. Während ich ironischerweise sonstwo in der Weltgeschichte herum fahre, denn für mich steht ein Trip nach Manchester und dann noch mal einer nach Paris an. Man muss die wiedergewonnene Freiheit ja irgendwie zelebrieren!





[1] No offense Flo, Vittorio und Roland.


[2] Es waren allein 800 deutsche Spieler vor Ort!


[3] "auch", weil die neuen Nationals ebenfalls nach amerikanischem Vorbild ablaufen – habe ich mir zumindest so sagen lassen. Ich weiß gar nicht, ob das immer noch so ist, ich erinnere mich düster an die Meldung, dass an die Stelle der amerikanischen und kanadischen Nationals direkt der World Championship Qualifier tritt – sozusagen die Nordamerikanische Meisterschaft...


[4] An der Stelle muss ich einwerfen, dass die Spaltung des Formats diesem Ziel nicht zugute kommt. Allerdings wird das wohl zukünftig auch weniger schlimm sein, wenn weltweit (oder zumindest in Amerika und Europa) alle Promos zum gleichen Zeitpunkt erscheinen würden. Nichts scheint mittlerweile unmöglich...