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Card Rating: Sternenstaubdrache

Rating von Leseleff am 30.03.2016 um 10:57

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Card Rating! Heute mit einer ganz besonderen Ausgabe, denn statt eine Karte aus einem neu erschienenen Produkt zu untersuchen, hat die heutige Karte schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Dafür ist sie eine meiner absoluten Lieblingskarten und deshalb freue ich mich besonders, euch eine zeitgemäße Analyse zu bieten!
2008 erschien er als Coverkarte der Erweiterung „The Duelist Genesis“ und war damit eines der ersten Synchromonster überhaupt. Berühmt wurde er als Lieblingskarte des damaligen Anime-Protagonisten Yusei Fudo, was dafür gesorgt hat, dass er bis heute in nahezu jeder existierenden Seltenheitsstufe, von Common bis Ghost Rare, gedruckt wurde. Auch spielerisch erfreute er sich stets großer Beliebtheit und er hatte erst vor kurzem in den Tops der YCS Prag einen Überraschungsauftritt. Die Rede ist natürlich vom legendären Sternenstaubdrachen.

Werte

Sternenstaubdrache ist Stufe 8 und hat wie für die Signaturkarten der Anime-Protagonisten üblich 2500 Angriffs- und 2000 Verteidigungspunkte. Während Nummer 39: Utopia damit für ein Xyz-Monster des Rangs 4 durchaus gut da steht, ist es für ein Synchromonster der Stufe 8 unterdurchschnittlich. Starke Vertreter wie Beelze von den diabolischen Drachen, Ogerdrache der Leere und „Sternis“ ewiger Rivale Rotdrachen-Erzunterweltler haben 3000, zahlreiche andere beliebte Vertreter wie Schrottdrache, Blutroter Klingenkämpfer und Psi-Hüllenlord Omega haben 2800. Tatsächlich ist 2500 so ziemlich der schlechteste Angriffswert, den ein generisches Stufe-8-Synchro haben kann. 2000 DEF sind zwar solide, aber trotzdem nicht genug, als dass ein Sternenstaubdrache in DEF eine besonders zuverlässige Verteidigung darstellen würde.
Vom Typ ist Sternstaubdrache wie der Name schon suggeriert ein Drache, vom Attribut Wind. Drachen sind sowieso spitzenmäßig supportet, besonders für Synchromonster. Denn so kann unser Sterni beispielsweise mit Trümmerdrache als Empfänger beschworen werden und, vorausgesetzt, er wurde zuvor korrekt beschworen, mit Karten wie Sternenstaubschimmer, Rotäugiger finsterer Metalldrache und in absehbarer Zukunft Gospel of Revival vom Friedhof beschworen werden. Außerdem kann sein Effekt mit Draco-Equitaner, Drachenritter kopiert werden und man kann ihn mit Ultimaya Tzolkin direkt vom Extra Deck beschwören.
Auch Wind ist für ein Synchromonster von Vorteil, da die Karten so für das Speedroid-Deck an Interesse gewinnen, weil diese mit Karten wie Geschwindigkeitsroid Taketomborg und Hochgeschwindigkeitsroid Hagoita zum Teil Effekte besitzen, die nur das Beschwören von Wind-Monstern erlauben. Im Gegensatz zu den Werten wissen Attribut und Typ also durchaus zu überzeugen.

Effekt und Beschwörung

Einer der Gründe, weshalb ich den Sternenstaubdrachen schon immer so mochte, ist wohl, dass sein Effekt mir irgendwie immer „selbstlos“ erschien. Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn eine Karte oder ein Effekt aktiviert wird, der oder die mindestens eine Karte auf dem Feld zerstören würde, kann Sternenstaubdrache sich selbst als Tribut anbieten, um den Effekt zu annullieren und die Karte zu zerstören. Wichtig ist, dass er nicht einfach alle Effekte annulliert, sondern nur zerstörerische, der Effekt ist also eher defensiver Natur, der Drache opfert sich gewissermaßen selbst, um seine Freunde zu retten. Zusätzlich dazu kann man ihn in der End Phase, nachdem man diesen Effekt aktiviert hat, wieder als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören. Sozusagen als Belohnung für seine heldenhafte Aufopferung wird er wiedergeboren und hat dadurch erneut die Gelegenheit, seine Freunde zu beschützen…
Doch das hier ist immer noch ein Card Rating und meine Aufgabe ist nicht, über Symboltracht oder Edelmütigkeit eines Effekts zu sinnieren. Nein, meine Aufgabe ist es, meine Einschätzung über den strategischen Wert einer Karte weiterzugeben und das werde ich jetzt auch tun.
Das, was den Effekt von Sternenstaubdrache symbolisch so besonders macht, ist strategisch seine größte Schwäche: Seine Wirksamkeit beschränkt sich auf Effekte, die Karten zerstören. Um die Stärke von Sternenstaubdrache einzuschätzen, muss also zunächst die Bedeutung zerstörender Karteneffekte für das Metagame beurteilt werden. Nun, sicher ist, dass Zerstörung nicht mehr so allgegenwärtig ist, wie sie einmal war. Als Sternenstaubdrache herauskam, waren Removals wie Finsterer bewaffneter Drache beliebt. Außerdem waren Schwerer Sturm und Kartenvernichtungsvirus (vor dessen effektveränderndem Erratum) wichtige Karten des Formats. Gegen all diese Karten war Sternenstaubdrache wirksam, wenn auch gegen Finsterer beaffneter Drache eingeschränkt, da dieser das Synchromonster einfach überrennen konnte. Des Weiteren war das Gladiatorungeheuer-Themendeck damals recht beliebt, dessen Schlüsselkarten Gladiatorungeheuer Bestiari und Gladiatorungeheuer Gyzarus ebenfalls auf zerstörende Karteneffekte setzen.
Heute hingegen gibt es zahlreiche Formen von Removals, die nicht mit Zerstörung arbeiten. Dazu zählen Karten wie Zwangsevakuierungsgerät und Stürmische Spiegelkraft, die Karten auf die Hand zurückgeben, oder solche wie Zeit-Raum-Fallgrube und Castel, der himmelssprenger-Musketier, die die Karten direkt ins Deck zurückmischen. Beliebt ist neuerdings auch, gegnerische Monster als Tribut anzubieten, mit Karten wie Sturmkraft der Monarchen oder Kaiju-Monstern. Besonders Castel ist eine große Bedrohung, da viele Decks eigentlich immer Zugriff auf ihn haben und ihn nicht extra ziehen oder suchen müssen.
Solche nicht-zerstörenden Karten waren schon immer die große Schwäche des Drachen, weil sie das Minus, das man mit der Beschwörung des Synchromonsters eingegangen ist, einfach verpuffen lassen. Denn da der Drache, wenn er auf die Hand zurückgegeben oder ins Deck gemischt werden soll, ins Extra Deck zurückgelegt wird, ist es, als hätte man ihn nie beschworen, sein Material hat man aber trotzdem verloren und sozusagen verschwendet.
Dennoch würde ich sagen, dass es bereits schlechtere Tage für zerstörende Karteneffekte gab. Das Pepe- bzw. Dracopal-Deck z.B. zerstört regelmäßig seine eigenen Karten, um andere zu suchen, beispielsweise für Künstlerkumpel Pendelzauberer, Lüster-Pendel, der Drachobezwinger oder Wirre Augen. Da es Sternenstaubdrache egal ist, wer Karten auf welcher Seite des Spielfelds zerstören will, kann er auch gegen diese Effekte einschreiten und dem Pendeldeck ein gutes Stück Konstanz nehmen. Das Kozmo-Deck hat mit Kozmo-Gleitflieger und Kozmo-Dunkelzerstörer zwei zerstörende Removals als 3-offs, deren Effekte jedoch optional sind, sodass das der Gegner auch entscheiden kann, sie nicht zu aktivieren und den Sternenstaubdrachen mit Dunkelzerstörer oder Kozmo-Wegbereiter zu überrennen. Ein weiterer zerstörender Karteneffekt im aktuellen Meta ist der von Die Phantomritter des zerbrochenen Schwerts, der in Phantom Knight bzw. BA-Varianten zum Einsatz kommt. Gegen Monarchen ist der Effekt von Sternenstaubdrache hingegen ziemlich nutzlos. Ihre Removals bestehen im Wesentlichen aus Erebus der Unterweltmonarch und Sturmkraft der Monarchen. Beide zerstören nicht.
Wichtiger sind zerstörende Staples. Schwarzes Loch ist derzeit semi-limitiert. Dazu ist Unterbrochener Kaiju-Schlummer zusammen mit ein paar Kaiju-Monstern ein relativ beliebter Splash. Beide Karten zerstören und können mit Sternenstaubdrache aufgehalten werden. Weit wichtiger ist jedoch unser aller Lieblings-Topdeck Raigeki. Diese Karte kann im Alleingang Spiele entscheiden und stellt die größte Angst vieler Decks dar, die dazu neigen, große Kombos zu spielen und ein großes Feld aus 3-4 dicken Monstern aufzubauen. Ein solches Deck kann unter Umständen als zusätzliche Absicherung auch Sternenstaubdrache beschwören, um sich gegen die verhasste Zauberkarte zu schützen.
Die wohl wichtigste Karte, gegen die Sternsenstaubdrache wirksam ist, dürfte jedoch Zwillings-Twister sein. Dabei handelt es sich um eine Art besseren Mystischer Raum-Taifun, der im aktuellen Format gewissermaßen die Funktion von Schwerer Sturm eingenommen hat. Diese Karte ist mittlerweile der schlimmste Albtraum von Backrow-lastigen Decks und der Trend geht klar in Richtung von drei Kopien pro Main Deck. Sternenstaubdrache kann also auch gut in Control-Decks integriert werden, um die eigene Backrow zu schützen.

Die Beschwörung ist denkbar einfach. Weder Empfänger noch Nichtempfänger sind näher vorgeschrieben. Außerdem kann der Drache auch mit nur zwei Monstern beschworen werden.
Dennoch ist Stufe 8 eher ungünstig. Die beliebteste Monsterstufe ist immer noch 4, Empfänger der Stufe 4 sind jedoch rar und lassen effekttechnisch allesamt zu Wünschen übrig. Keines der bekannten Monster kann sich selbst als Spezialbeschwörung beschwören, außer Fallenfresser, der vom Gegner abhängig ist und Schrott-Orthros, der nur in seinem eigenen Themendeck spielbar ist. Raiden, Lichtverpflichteter Angreifer ist in bestimmten Decks als Splash beliebt, suchbar, hat einen passablen Effekt und gute Werte. Vylon-Prisma hat an sich auch einen guten Effekt, ist aber nicht suchbar und frisst die Normalbeschwörung. Dazu erscheint in Shining Victories mit Angel Trumpeter ein Empfänger der Stufe 4, der zwar keinen Effekt hat, aber dafür großartige Werte und mit Pflanze einen guten Typ, der mit Einzelfeuerblüte exzellent supportet ist.
Doch kann man Synchromonster der Stufe 8 natürlich nicht nur mit zwei Monstern der Stufe 4 beschwören. Andere Möglichkeiten sind 7+1, was man beispielsweise im Pendelmagier-Deck mit Drachengruben-Magier und Abstimm-Magier erreichen kann, 6+2, was beispielsweise in Zombiedecks mit Seuchenverbreitender Zombie und dem als Splash beliebten Schicksalsheld – Malicious möglich ist oder in Priesterlich-Decks mit Galaxieschlange als Empfänger, und 5+3, was man beispielsweise mit Cyber Drache und Geisteroger und Schneehase erreichen kann.

Die Vorteile der Berühmtheit

Sternenstaubdraches Status als Signaturkarte eines Animeprotagonisten hat ihm allerlei sehr spezifische Supportkarten und Upgrades beschert. Die wohl prominenteste ist Straße zum Sternenlicht. Diese Karte kann aktiviert werden, wenn ein Effekt aktiviert wird, der zwei oder mehr Karten auf der eigenen Spielfeldseite zerstören würde. Anschließend wird der Effekt annulliert und man kann einen Sternenstaubdrachen ohne Umwege aus dem Extra Deck beschwören. Da es inzwischen mit Zwillings-Twister, Raigeki und Trickreiche Fallgrube wieder einige beliebte Karten gibt, die in sehr vielen Main Decks gespielt werden und zwei oder mehr Karten zerstören können, könnte man sogar wieder darüber nachdenken, Straße zum Sternenlicht zu spielen.
Ähnlich funktioniert Wiederentfachter Sternenstaubfunke, der aktiviert werden kann, wenn man ein Duell durch einen direkten Angriff verlieren würde, was jedoch vielleicht doch eine zu spezielle Aktivierungsbedingung darstellt. Dazu besitzt der Drache mit Sternenstaubblitz und Sternenstaubphantom zwei eigene Reborner und mit Sternschnuppe ein spezifisches Removal.
Außerdem gibt es noch zwei spezifische, stärkere Gegenstücke. Sternschnuppen-Drache kann mit Sternenstaubdrache als Nichtempfänger und Formelsynchron als Empfänger beschworen werden. Neben einer stärkeren Version des Effekts seiner Stammform, für die er sich nicht als Tribut anzubieten braucht, kann er auch noch Angriffe stoppen und mit viel Glück 2-5 mal angreifen.
Der zweite ist Sternenstaubdrache/Angriffsmodus, der eine Art aggressivere Version des Drachen darstellt, die tatsächlich alles annullieren kann und beschworen werden kann, indem man Angriffsmodus aktivieren auf ihn einsetzt. Dies erfordert zwar einen eigenen Deckbau, solche Decks können aber durchaus Spaß machen und auf Casual-Ebene mitspielen.

Die Konkurrenz ist groß

Wie wir bereits festgestellt haben, ist die Beschwörung von Sternenstaubdrache nicht besonders schwer. Und doch gibt es diverse andere Synchromonster der Stufe 8, die die gleichen Beschwörungsbedingungen haben und somit in den gleichen Situationen beschworen werden können. Viele davon haben Effekte, die einen dazu bringen, zwei Mal zu überdenken, ob man wirklich Sternenstaubdrache beschwören will.
Besonders beliebt ist Psi-Hüllenlord Omega, dessen Effekt unter anderem erlaubt, dem Gegner vorübergehend eine Handkarte zu klauen, diversen Removals aus dem Weg zu gehen und verbannte Karten in den Friedhof zurückzulegen. Dazu kommen Removals wie Schrottdrache, Glühender Rotdrachen-Erzunterweltler oder der neuere Narblicht-Rotdrachen-Erzunterweltler und speziellere Karten, etwa Blutroter Klingenkämpfer, der das Beschwören von Monstern der Stufe 5 oder höher verhindert, nachdem er ein Monster durch Kampf zerstört hat, oder Gedankenherrscher-Erzunterweltler, der Lebenspunkte zurückgewinnen kann und vor Zauber- und Fallenkarten geschützt ist, die ihn als Ziel wählen.
Zusätzlich hat der Drache in High-Speed Riders mit Sternenstaub-Funkendrache einen direkten Konkurrenten bekommen. Dieser kann zwar nur eine Karte pro Spielzug beschützen, muss sich dafür aber nicht als Tribut anbieten und die Karte bleibt für den ganzen Spielzug gegen alle Zerstörungsversuche geschützt. Welchen von beiden man nun bevorzugt, muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden.
Noch vielfältiger sind die Optionen mit spezifischem Material, insbesondere in Finsternis-Decks. Diese haben auch noch Zugriff auf Finsternis End-Drache, Ogerdrache der Leere und Beelze von den diabolischen Drachen, drei weiteren sehr guten Synchromonstern der Stufe 8.
Mittlerweile muss man also, wenn man ein Synchromonster der Stufe 8 beschwören kann, aus einer Vielzahl von starken Monster entscheiden, außerdem ist dank der riesigen Auswahl an Synchro- und inzwischen auch Xyz-Monstern oft der Platz im auf 15 Karten beschränkten Extra Deck knapp, also müssen auch Decks, die ihn theoretisch beschwören könnten, manchmal überdenken, ob sie Sternenstaubdrache überhaupt in ihr Extra Deck aufnehmen wollen. Diese Probleme gab es 2008 im Tele Dad-Format noch nicht.

Fazit

Sternenstaubdrache ist nach wie vor eine meiner absoluten Lieblingskarten. Und wie der Überraschungsauftritt auf der YCS Prag gezeigt hat, ist er nach wie vor spielbar. Zwar ist seine Wirksamkeit auf das Kontern zerstörender Karteneffekte beschränkt, solche sind mit Karten wie Raigeki, Wirre Augen, Künstlerkumpel Pendelzauberer und allen voran Zwillings-Twister aber wieder im Kommen und folglich gewinnt auch Sternenstaubdrache an Spielbarkeit.
Dennoch kann man nicht leugnen, dass der Zahn der Zeit auch vor ihm nicht halt gemacht hat. Es zerstören längst nicht mehr alle Removals und den Drachen los zu werden ist mit Karten wie Castel, der Himmelssprenger-Musketier sehr leicht. Außerdem sind seine Werte unterdurchschnittlich und es gibt viele andere gute Monster, die mit dem gleichen Material beschworen werden können und zwischen denen man entscheiden muss.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man Sternenstaubdrache durchaus noch spielen kann und sollte, wenn das eigene Deck einen guten Zugriff auf Synchromonster der Stufe 8 hat. Als Schutz und eine Karte, die in den meisten Situationen ihre Beschwörung wert ist, ist sie immer noch stark. Von mir bekommt der Drache dafür 6 von 10 möglichen Sternen.

So, das war’s erstmal wieder von mir. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, das Card Rating hat euch gefallen. Sollte dem so sein, oder auch nicht, lasst eure Meinung gerne im ->Diskussionsthread. Ansonsten bis zum nächsten Mal!

- Leseleff -