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Card Rating: Zwillings-Twister

Rating von Leseleff am 30.03.2016 um 10:01

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Card Rating! In knapp einer Woche ist es soweit: Eines der stärksten Sets aller Zeiten, Breakers of Shadow, erscheint hier im TCG! Da schon morgen die Sneak ist und das Set so viele mächtige Karten beinhaltet, dass ich gerne zwei Ratings dazu machen möchte, geht es diese Woche schon los.
Als erstens möchte ich eine Zauberkarte behandeln, die schon bald in sehr vielen Decks zu finden sein wird. Die Rede ist von „Zwillings-Twister“ (Freie Übersetzung, bekannt unter dem englischen Namen als „Twin Twister“).

Genauer gesagt handelt es sich um eine Schnellzauberkarte, was vielleicht die beste Art von Zauber- und Fallenkarten ist, da man sie zwar wie andere Zauberkarten auch direkt im eigenen Zug aktivieren kann, wenn man sie zieht, aber auch verdeckt gesetzt im Spielzug des Gegners, um spontan auf dessen Aktionen zu reagieren.
Der Effekt der Karte ist relativ simpel. Zum Preis von einer Handkarte kann man bis zu zwei andere Zauber- und Fallenkarten auf dem Spielfeld zerstören.
Der erste Eindruck ist, dass es sich bei Zwillings-Twister um einen besseren Mystischer Raum-Taifun handele. Doch ist die Karte wirklich besser?

Um dies zu vergleichen, möchte ich zunächst darüber sprechen, wozu man alles Zauber- und Fallenremoval braucht.
Das klassische Einsatzgebiet ist und war schon immer das Zerstören von Backrow, um die eigenen Spielzüge durchzubringen. Hier ist es natürlich viel besser, zwei verdeckte Karten zerstören zu können. Auf diese Weise kann Zwillings-Twister klassischem Massenremoval wie Schwerer Sturm viel näher kommen und dabei helfen, OTK’s durchzubringen. Womöglich kann man sogar die gesamte Backrow des Gegners räumen, um die eigenen Spielzüge sicher durchzubringen.
Eine weitere, je nach Format unterschiedlich wichtige Funktion ist das Entfernen von Floodgates. Dabei handelt es sich typischerweise um permanente Fallenkarten, die den Gegner mit ihren Effekten am Spielen hindern. Vor nicht allzu langer Zeit, als Leere der Eitelkeit auf drei war, waren diese ein riesiges Thema. Mittlerweile haben sie zwar etwas an Bedeutung verloren (bzw. wird ihre Funktion jetzt eher durch Monster bekleidet), aber die bereits genannte Karte kann zusammen mit Einmal aussetzen oder spezielleren, meist im Side Deck zu findenden Karten wie Lichteinsperrender Spiegel immer noch massiven Schaden anrichten und müssen in der Regel sofort entsorgt werden. Deshalb ist es meist egal, ob das Out jetzt eine oder zwei Karten zerstört. Wenn ein Floodgate liegt und einem am Spielen hindert, muss es weg, koste es, was es wolle. Deshalb kann Twin Twister in solchen Situationen sogar von Nachteil sein, aber dazu später mehr.
Das dritte, und in Zukunft vielleicht wichtigste Einsatzgebiet von Zauber- und Fallenremoval ist das Entfernen der gegnerischen Pendelschalen, da die Pendelmonster dort als Zauberkarten zählen. Auch hier ist ein doppeltes Removal natürlich von Vorteil, kann man doch beide Scales auf einmal zu zerstören. Letztendlich ist aber auch hier der Unterschied nicht so gewaltig. Mit nur einer Pendelschale kann der Gegner genau so viel anfangen wie mit keiner (Es sei denn natürlich, sie hat einen guten Pendeleffekt) und zerstörte Pendelmonster gehen auf das Extra Deck, von wo aus sie als Pendelbeschwörung beschworen werden können, weshalb die zerstörten Monster im Prinzip nur so lange verloren sind, bis der Gegner seine Scales ersetzt hat. Deshalb ist der einzige Vorteil, den eine doppelte Zerstörung hier bietet, dass er Gegner gegebenenfalls eben dafür länger braucht, weil er zwei statt nur einer Karte ersetzen muss. Trotzdem ist das Zerstören der gegnerischen Pendelzone sehr wichtig, um diesen daran zu hindern, seine Pendelbeschwörung und all dem damit verbundenen Kartenvorteil durchzubringen. Extrem von Vorteil ist hier sowohl bei Mystischer Raum-Taifun als auch bei Twin Twister ihre Stellung als Schnellzauber, die es einem erlaubt, die gegnerischen Pendelschalen in dessen Zug zu zerstören, was wichtig ist, um eine Pendelbeschwörung sofort verhindern zu können. Denn mit etwas Pech kann eine einzige mächtige Pendelbeschwörung im richtigen Deck schon reichen, um das Spiel zu entscheiden.
Zu beachten ist allerdings, dass manche Pendelmonster wie Künstlerzauberer Plüschfeuer und die ebenfalls in BOSH erscheinende Karte „Ariadne the Absolver“ Effekte haben, die sich aktivieren, wenn sie zerstört werden.

Doch warum rede ich überhaupt darüber, wann es vielleicht besser ist, nur eine Karte zu zerstören anstatt bis zu zwei? Selbstverständlich ist Letzteres besser, entscheidend ist jedoch, dass Twin Twister im Gegensatz zu Mystischer Raum-Taifun Kosten hat. Um ihn zu aktivieren, muss man eine Handkarte abwerfen.
Der Verlust einer Handkarte ist immer ärgerlich, denn es ist eine Karte weniger, die man für seine Kombos nutzen kann. Allerdings kann man dafür auch zwei Karten zerstören. Man tauscht also zwei Karten – Die Kosten und Twin Twister selber – gegen zwei des Gegners aus. Insgesamt erwirtschaftet man Ausgleich, genau wie beim klassischen Mystischen Raum-Taifun.
Die großen Vorteile von Twin Twister kommen dann zur Geltung, wenn man mit diesem die komplette Backrow des Gegners ausschalten kann oder dann, wenn man die Abwurfkosten sogar in Vorteil für sich verwandeln. Monster wie die Burning Abyss-Karten aktivieren ihre Effekte, wenn sie in den Friedhof gelangen, diverse andere, etwa Aufblühende Blumenzwiebel oder Mezuki, haben Effekte, die noch im Friedhof aktiviert werden können. Dazu kommen Zauber- und Fallenkarten wie Galaxiezyklon und Durchbruchfähigkeit, die ebenfalls Effekte haben, die im Friedhof aktiviert werden können und zur Not auch geeignetes Abwurfmaterial darstellen.

Dadurch, dass Twin Twister im Gegensatz zu Karten wie Windsturm der Phönixflügel immer Ausgleich erwirtschaftet, kann er jedoch problemlos auch in Decks gespielt werden, die keine solcher Karten benutzen, mit denen sie die Abwurfkosten relativieren können. Diese können einfach tote Karten, etwa überflüssige Kopien von Feldzaubern, die bereits auf dem Feld liegen, abwerfen oder solche, die schlicht nicht so wichtig sind. Dennoch wird Twin Twister vor allem in solchen Decks aufblühen, die ihre Kosten so drehen können, dass sie letztendlich Plus mit der Karte erwirtschaften.
Gehen wir noch etwas näher auf die Nachteile ein, die sich aus den Kosten ergeben. So ist Twin Twister unter Umständen ein schlechterer Topdeck als Mystischer Raum-Taifun. Hat man neben dem neuen Zauber keine andere Karte auf der Hand, ist er nutzlos. Und, um schließlich noch einmal auf den bereits angeschnittenen Floodgate-Aspekt zurückzukommen, wenn der Gegner ein Floodgate hat, ist es einem egal, wie man dieses entsorgt. Kontrolliert der Gegner keine anderen Zauber- oder Fallenkarten, wird man Twin Twister aktivieren, nur um diese eine Karte zu zerstören, unabhängig der Kosten. Hier wäre ein Mystischer Raum-Taifun das bessere Out gewesen. Außerdem können die Kosten in Floodgate-Situationen Situationen wie zuvor beschrieben besonders ärgerlich sein. Stellt euch vor, euer Gegner kontrolliert ein Floodgate, eure Hand ist leer und ihr braucht irgendetwas, um dieses zu entsorgen. Jetzt topdeckt ihr Twin Twister und ärgert euch schwarz… Allerdings ist ein solches Szenario ziemlich unwahrscheinlich und sollte es tatsächlich dazu kommen, dürfte das Spiel sowieso verloren sein. Deshalb ist auch dieser Nachteil eher relativ.

Fazit


Twin Twister ist eine der ganz großen Karten des kommenden Sets, und das muss bei einem, das dazu noch Karten wie „Solemn Strike“, „Neptabyss the Atlantean Prince“ und „Traptrix Rafflesia“ beinhaltet, schon etwas heißen. Die Kosten in Form einer Handkarte bringen ein paar Nachteile mit, trotzdem erwirtschaftet die Karte immer mindestens Ausgleich und gibt einem die Chance, die Kosten mit Karten, die vom Friedhof weiternutzen kann, für sich zu nutzen. Die Karte wird Mystischer Raum-Taifun größtenteils ablösen und noch lange zu sehen sein. Für einen Kandidat, der möglicherweise von der Liste der verbotenen und limitierten Karten betroffen werden könnte, halte ich sie jedoch (vorerst) nicht.
Ich stehe der Karte sehr positiv gegenüber. Ich halte sie für fair designt, eine Strafe für Decks, die sich hinter ihrer Backrow verstecken und eine gute Waffe gegen Pendeldecks. Von mir bekommt sie deswegen 8 von 10 möglichen Sternen.

So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, das Rating hat euch gefallen. Nach dieser kleinen Preview melde ich mich dann in zwei Wochen mit dem nächsten BOSH-Special zurück, ihr könnt ja im ->Diskussionsthread spekulieren, um welche Karte es gehen wird, auch wenn ich es für nicht schwer zu erraten halte. Lob und Kritik sind dort auch immer willkommen. Man sieht sich!

- Leseleff -