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Card Rating: Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt

Rating von Leseleff am 30.04.2017 um 09:29

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Card Rating: Heute geht es abermals um eine Karte, die als Manga-Promo schon lange in den USA erhältlich und turnierlegal ist, die es jedoch mal wieder mit ordentlich Verspätung auch nach Europa geschafft hat.
Denn als wäre das Set „Breakers of Shadow“ nicht schon gut genug, liegt das ausgezeichnete Monster, um das es heute geht, auch noch als Promo in jedem zweiten Booster der dazu gehörigen Super Edition bei. Die Rede ist von „Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt“.

Wie bei allen Nummern-Karten handelt es sich dabei um ein Xyz-Monster, genau gesagt eines des Rangs 8. Er ist ein Finsternis-Monster vom Typ Zombie und hat 2000 Angriffs- sowie 1500 Verteidigungspunkte. Zur Beschwörung benötigt er zwei beliebige Monster der Stufe 8.
2000 ATK sind für ein Xyz-Monster des Rangs 8 gelinde gesagt unterdurchschnittlich. Zum Vergleich: Der bisher beste und beliebteste Vertreter des Rangs, Himmlischer Drachenritter Fellgrant hat 2800, diverse andere, etwa Priesterlicher Sonnendrachen-Overlord von Heliopolis oder Nummer 107: Galaxieaugen-Tachyonendrache haben 3000 und Nummer 62: Galaxieaugen-Urphotonendrache kann bei gleichen Beschwörungsbedingungen sogar mit satten 4000 Angriffspunkten punkten! Auch die fünfzehnhundert DEF sind nicht der Rede wert, die Werte insgesamt also enttäuschend. Immerhin: Da er vom Attribut Finsternis ist, kann man ihn dank seiner genau 2000 ATK für Deckverwüstungsvirus als Tribut anbieten. Außerdem kann man ihn dank seines Attributs mit Finstere Illusion schützen. Auch der Typ Zombie hat reichlich Support. Tutan-Maske macht quasi dasselbe wie Finstere Illusion, mit Pyramide der Wunder kann man ihm extra-Angriffspunkte verschaffen und vor Zerstörung beschützen, oder aber man bietet ihn als Tribut an, um Shiranui-Stil-Schwalbenhieb zu aktivieren. Darüber hinaus gibt es bekanntlich drölftausend Wege, einen Zombie vom Friedhof wieder aufs Feld zu holen, sei es nun durch Buch des Lebens oder Mezuki. Dies ist jedoch nicht unbedingt sinnvoll, weil ein Xyz-Monster, das auf solche Weise spezialbeschworen wurde, kein Xyz-Material mehr hat und daher oft nutzlos ist. Wie immer lässt sich also über Sinn und Unsinn dieser ganzen Support-Karten streiten.
Wirklich erwähnenswert ist jedoch eine bestimmte Synergie: Da es sich bei unserem dunklen Ritter um ein Xyz-Monster vom Typ Zombie des Rangs 5 oder höher handelt, können wir ihn noch beschwören, nachdem wir den Effekt von Isolde, Schönheit der Unterwelt aktiviert haben. Doch dazu später mehr, wenn es um die Beschwörung geht.

Sehen wir uns zuerst den Effekt an, der wie immer Verantwortlich für die Stärke der Karte ist. Er teilt sich mehrere Teileffekte auf, die es allerdings echt in sich haben!
Zu allererst kann der Ritter, solange er Xyz-Material unter sich hat, den Gegner direkt angreifen, unabhängig davon, ob dieser ein Monster kontrolliert. Dies ist ein relativ populärer Effekt, wie man ihn beispielsweise von Submarineroid kennt. Und es ist ein durchaus mächtiger Effekt, auch wenn die entsprechenden Monster nie besonders spielbar waren. Sie hatten nämlich entweder zu schwache Werte oder hatten wie Erdgebundener Unsterblicher Aslla Piscu und Blauäugiger Toon-Drache negative Effekte, die es schwer machten, sie auf dem Feld zu halten.
Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt hat nichts dergleichen. Auch können sich in diesem Kontext seine 2000 ATK durchaus sehen lassen, das ist immerhin ein Viertel der gegnerischen Lebenspunkte!
Auf diese Weise wird der Direktangriffs-Effekt durchaus sehr gefährlich, denn er erlaubt es unserem Monster, jeder Verteidigung entgegen mächtigen Schaden auszuteilen, egal ob der Gegner nun Sündenbock aktiviert, Geister-Sensenmann im Verteidigungsmodus kontrolliert oder schlicht ein Monster mit sehr hohen ATK draußen hat, das nur schwierig überrannt werden kann. Nummer 82: Herzlanddracho und Nummer 47: Albtraumhai werden gerne gespielt, um das Spiel noch schnell mit einem Direktangriff zu gewinnen, wenn es eigentlich schon verloren ist. Eine ähnliche Funktion kann Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt einnehmen, aber noch viel mehr, da er, im Gegensatz zu den anderen beiden, unseren anderen Monstern nicht verbietet, ebenfalls anzugreifen, weshalb man ungestört seine Großoffensive starten kann.
Außerdem besitzt der Ritter noch zwei weitere, höchst nützliche Effekte. Einer davon harmoniert hervorragend mit dem ersten: Wenn unser Monster dem Gegner Kampfschaden zufügt, kann man ein offenes Monster auf dessen Spielfeldseite wählen und zerstören. Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt nimmt also zusätzlich auch die Funktion eines Removals ein, was den Nachteil ausgleicht, den ein direkter Angriff mit sich bringt, nämlich dass die gegnerischen Monster unversehrt bleiben. Es lässt sich also der volle Schaden anrichten und trotzdem ein Monster des Gegners zerstören, was den Ritter zu einer extrem aggressiven Karte macht. Tatsächlich lassen sich dadurch sogar Effekte umspielen, die normalerweise aktiviert werden, wenn das entsprechende Monster durch Kampf zerstört wird, etwa bei Mystische Tomate, diese sind allerdings alles andere als zeitgemäß. Es handelt sich dennoch um einen zerstörenden, zielenden Effekt und viele aktuell beliebte Monster wie die großen Kozmo-Schiffe oder Fallenstellerin Rafflesia sind zumindest gegen eins von beidem immun oder ziehen Vorteil aus ihrer eigenen Zerstörung. Außerdem können nur offene Monster als Ziel gewählt werden, weshalb der Effekt ins Leere pufft, wenn alle Monster, die der Gegner kontrolliert, verdeckt liegen oder er sogar gar keine Monster kontrolliert. Insgesamt wird dieser zweite Effekt also relativ oft nutzlos sein, ich betrachte ihn deshalb mehr als netten Bonus.
Ganz im Gegensatz zum letzten Effekt, denn der hat es wieder echt in sich: Einmal pro Spielzug, während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn der Effekt eine Zauber- oder Fallenkarte oder ein Monstereffekt aktiviert wird, wird ein Xyz-Material abgehangen, der Effekt annulliert und die Karte zerstört.
Ihr habt richtig gehört: Zusätzlich zu den ersten beiden, bereits hervorragenden Effekten, ist die Karte auch noch ein Alles-Annullierer, was nach wie vor einer der besten Effekte überhaupt ist, da er den Gegner im Idealfall daran hindert, auch nur irgendwas zu machen.
Allerdings gibt es im Vergleich zu Kollegen wie Nebeltal-Goldadler oder Cyber Drache Unendlichkeit klare Abzüge in der B-Note. Denn der Effekt des Ritters ist ähnlich wie bei Drache des Lichts und der Finsternis nicht-optional, das heißt, er aktiviert sich, egal welcher Spieler welche Karte aktiviert, ob man es nun will oder nicht. Auch vor eigenen Karten macht der eifersüchtige Geisterritter nicht halt.
Das hat zwei schwerwiegende Folgen für die Spielstärke des Effekts. Zum Einen ist man selbst größtenteils handlungsunfähig, solange man den Ritter kontrolliert, da auch eigene Effekte sofort annulliert werden. Man könnte zwar einen Köder-Effekt aktivieren und anschließend ganz normal weiter spielen, weil der Annulliereffekt nur einmal pro Zug aktiviert wird, aber das kostet nur unnötig Ressourcen in Form von Handkarten und Xyz-Material.
Tatsächlich ist es jedoch meistens besser, einfach abzuwarten. Wie uns die Erfahrungen mit Leere der Eitelkeit und Unterdrückungsherrschaft gezeigt haben, ist Handlungsunfähigkeit gar nicht so schlimm, wenn man nur im Vorteil dem Gegner gegenüber ist. Solange Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt Xyz-Material hat, kann man einfach Runde um Runde mit ihm direkt angreifen und so die gegnerischen Lebenspunkte drastisch senken, dabei kann man mit seinem Monsterzerstörungs-Effekt ggf. Feldvorteil behalten, Während sich der Annullier-Effekt um Karten wie Spiegelkraft kümmert. Der Gegner ist also im besten Fall hilflos ausgeliefert, während der Ritter seine Lebenspunkte und sein Feld dezimiert.
Der zweite Nachteil ist wesentlich schwerwiegender. Denn die Nicht-Optionalität ergibt zusammen mit der Beschränkung auf einmal pro Zug einen Effekt, der geradezu lächerlich einfach zu umspielen ist. Der Gegner braucht einfach nur irgendeine nutzlose Karte zu aktivieren, und sei es ein Mystischer Raum-Taifun, der eine eigene Karte anzielt, Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt wird den Effekt annullieren und die Karte zerstören. Danach hat der Gegner für den Rest des Zuges freie Bahn und kann machen, was er will, um den Ritter zu entsorgen.
Das soll jedoch nicht heißen, dass der Effekt schlecht sei. Er ist trotzdem noch sehr gut, weil der Gegner Ressourcen verbrauchen muss, um Köder zu legen und wenn ihm erst einmal die Ressourcen ausgegangen sind, kann Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt ihn auch ernsthaft in Bedrängnis bringen.
Auch die niedrigen ATK, obgleich nötig, um die Karte fair zu halten, machen es einfacher, ihn zu umspielen. Monster wie Cyber Drache, aktuell eine beliebte Karte im Side Deck, können einfach und ohne einen Effekt zu aktivieren spezialbeschworen werden und besitzen genug ATK, um den Ritter einfach zu überrennen. In der Main Phase 2 hat der Gegner dann freie Bahn, uneingeschränkt seine Plays durchzuführen. Zusätzlich dazu verliert der Ritter jedes Mal, wenn sein Effekt aktiviert wird, ein Xyz-Material, weshalb dieses ihm im Normalfall spätestens nach zwei gegnerischen Spielzügen ausgegangen sein dürfte, was ihn weitgehend ungefährlich macht, weil er nun weder direkt angreifen noch Effekte annullieren kann.

Doch auch ein noch so guter Effekt nützt nichts, wenn man das Monster nicht beschwören kann. Wie also den Ritter aufs Feld kriegen?
Es gibt zahlreiche Themendecks, die auf Xyz-Monster des Rangs 8 kommen können. Das Blue-Eyes-Deck bekommt im nächsten Set Support und kann dann leicht Monster des Rangs 8 beschwören, jetzt schon kann z.B. das Sylvan-Themendeck, auf den Ritter kommen, indem es Sylvanischer Einsiedlerbaum und Sylvanischer Prinzessinnenspross überlagert, Dark World-Decks können zwei Kopien von Grapha, Drachenherrscher der finsteren Welt übereinander legen, Hieratic-Decks können ihn mit Priesterlicher Drache von Eset und Blauäugiger weißer Drache beschwören usw. Mit Galaxie/Photon oder Gimmick-Marionetten gibt es sogar Themendecks, die ganz auf das Beschwören dieses Rangs ausgelegt sind. Auch das Gagaga-Deck kann auf Rang 8 kommen.
Das sind jedoch wie gesagt alles Themendecks. Tatsächlich ist es ziemlich schwer, Rang 8 mithilfe von Engines in andere Decks zu integrieren. Eine relativ kleine Engine wäre noch Mystischer Baumdrache und Mythischer Wasserdrache, dabei handelt es sich jedoch um eine 2-Karten-Kombination, deren Glieder beide nur äußerst schlecht suchbar sind. Es gibt jedoch kaum Monster der Stufe, die unkompliziert als Spezialbeschwörung beschworen werden können. Ein Beispiel wäre Niederträchtiger Sternenstaubdrache, aber der benötigt einen Feldzauber, um zu überleben. Daneben sieht es außerhalb der erwähnten Themendecks schlecht aus.
Doch es gibt noch zwei Karten, die ich vorhin kurz angerissen habe und die eine neue Spielweise des Zombie-Decks ermöglichen. Isolde, Schönheit der Unterwelt kann mit ihren Effekt zwei Monster vom Typ Zombie auf der eigenen Spielfeldseite wählen (dazu kann auch sie selbst zählen) und ihrer beiden Stufen auf 5-8 erhöhen. Danach können wir für den Rest des Spielzugs nur noch Monster vom Typ Zombie beschwören. Neben Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt wäre also auch noch die Beschwörung von Blutroter Rittervampir Bram, Pilgersensenmann und, sofern beide Monster Finsternis sind, Nummer 22: Zombiestein mit den beiden Monstern möglich. Sie allesamt sind spielbar, aber gerade letzterer wird neben der Nummer 23 das Hauptziel sein, denn er bringt neben einem guten Effekt auch noch fette 4500 Angriffspunkte mit!
Spielbar ist die Schönheit schon alleine, aber dennoch sollte ihr Partner Tristan, Ritter der Unterwelt nicht unerwähnt bleiben. Mit seinem Effekt kann er ein Monster vom Typ Zombie mit 0 DEF vom Friedhof auf die Hand nehmen. Die Karte erster Wahl ist natürlich seine geliebte Isolde, die sich anschließend selbst als Spezialbeschwörung beschwören kann, wenn Tristan auf dem liegt, was gleichzeitig die einzige Möglichkeit ist, sie überhaupt als Spezialbeschwörung zu beschwören. Hat man also Isolde im Friedhof, ist Tristan eine Nummer 23 aus einer einzigen Karte. Aber wenn man die Schöne nicht im Friedhof haben sollte, ist dies auch nicht unbedingt ein Problem, da Zombiemeister und Uni-Zombie ebenfalls gültige Ziele sind. Beide Karten haben also eine großartige Synergie zueinander, funktionieren aber auch einzeln und stellen als kleiner Splash von ca. 4 Karten im Zombie-Deck wahrscheinlich die konstanteste Möglichkeit da, Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt zu beschwören. Eine interessante Supportkarte, die ich in diesem Zusammenhang zumindest noch erwähnen möchte, bevor ich zum Fazit komme, ist Ewiger Albtraum.

Fazit


Nummer 23: Lanzelot, dunkler Ritter der Unterwelt ist ein extrem starkes Xyz-Monster und sollte in jedem Deck, das Zugriff auf ihn hat, berücksichtigt werden. Er besitzt drei exzellente Effekte, allerdings ist zumindest sein Alles-Annullier-Effekt sehr leicht zu umspielen und seine Werte sind eher schwach. Dies ist aber auch nötig, um die Karte fair zu halten.
Leider ist seine Einsetzbarkeit eingeschränkt. Rang 8 ist nahezu unmöglich in Decks zu erreichen, die nicht darauf ausgelegt sind und generell fast nur in Themendecks machbar. Mit Tristan, Ritter der Unterwelt und Isolde, Schönheit der Unterwelt eröffnet er dem Zombie-Deck jedoch eine neue Spielweise, der es bisher an guten Zielen im Extra Deck mangelte. Von mir bekommt der Ritter dafür gemäß seines Rangs 8 von 10 möglichen Sternen.

So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, das Card Rating hat euch gefallen. In zwei Wochen geht es dann mit Premium Gold 3 weiter. Wenn ihr Lust habt, schaut doch mal im ->Diskussionsthread
vorbei und lasst eure Meinung da. Ich würde mich freuen. Ansonsten bis in zwei Wochen!

- Leseleff -