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Die Community auf Hasenjagd

von soulwarrior am 23.12.2011 um 11:36 Uhr
Nach der vergangenen amerikanischen Yu-Gi-Oh! Championship Series blieb uns ein gesamter Monat, in dem wir uns das aktuelle Format schön reden konnten und selbstverständlich war auch ich ganz vorne mit dabei! Es folgte die YCS Brighton vergangenes Wochenende und diese hat uns eindeutig bewiesen, dass Rabbit eigentlich furchtbar broken ist und alle anderen Decks mühelos in die Tasche steckt. Somit ist der Traum vom ausgeglichenen und abwechslungsreichen Meta mal wieder endgültig geplatzt...


... bzw. ist er das wirklich? Starteten wir nicht in das Format mit Lightsworns und Twilight Builds, die dann sich dann doch nicht gegen den Gemüsegarten durchsetzen konnten? Versuchten nicht die Dark Worlds an der Spitze zu kratzen? Und ist Dino Rabbit nicht jetzt wieder ein vollkommen neues Deck? Wenn man das so sieht, dann hat sich wohl doch einiges in diesem Format getan. Wir sind nur gerade mal wieder an einem Punkt angekommen, an dem eine Mini-Stagnation droht und direkt ist der Aufschrei der Spielermasse groß. Dabei sehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht das Problem...


Die Frage nach der Stabilität


Einer der interessantesten Momente auf der YCS war für mich die Erstellung der Top 8 Profile. [1] Ihr wisst ja, dass ich mir gerne die Meinungen anderer Spieler anhöre, mir dann selbst ein paar Gedanken dazu mache und dann so versuche, mir meine eigene Meinung zu bilden. [2] Ich war jetzt nicht total vom Hocker in Brighton, weil ich diesen Job, wie ihr spätestens seit letzter Woche wisst, schon etwas länger mache. Ich habe quasi schon alles gesehen, was illusorische Spieler betrifft.
(Beispielsweise habe ich schon Decks in Coverages vorgestellt, die auf eine 3 Karten Combo gesetzt haben und als ich den Spieler danach gefragt habe, warum er das Deck so spielt, kam ein "das ist mega konstant!" zurück, was einfach nie richtig sein kann – außer wenn die anderen 37 Karten nichts anderes machen als Karten zu ziehen und diese 3 Karten auf die Starthand zu bekommen...)

Jedenfalls überraschten mich die Dino Rabbit Spieler, da sie in einer Tour mit der Aussage ankamen, dass dieses Deck mega-konstant wäre. [3] DAS Gegenargument vieler Spieler waren hier bisher die 6 normalen Monster im Deck, die uns "schlechte Starthände" bescheren können (was beispielsweise auch Fluke vor 2 Tagen so unterstrichen hat).
Diese Karten können "recht tot" kommen sagt hier der Yu-Gi-Oh! Volksmund, doch da muss ich einfach mal zurück fragen: Ist das denn wirklich so? Wenn ich mit 2 Maxx "C" starte und ich gegen Anti spiele, habe ich dann nicht auch 2 relativ tote Karten? Wenn mein Gegner immer perfekt um Effektverschleierin herum spielt, dann habe ich auch etwas "Ballast" auf meiner Hand, der erstmal lange Zeit keinen Einfluss auf das Spiel haben wird. Worauf ich hinaus will: Haben die Dinos hier ein so viel größeres Problem als alle anderen Decks?
Und die Frage, die sich direkt anschließt: WIE tot sind Kabazauls und Säbelsaurier denn wirklich? Bessere Spieler führten hier beispielsweise als Argument an, dass Säbelsaurier auch gerne mal mit Thunder King Rai-Oh "doppelt", was ihn direkt gar nicht mal so schlecht macht und nur noch als Kabazauls als "echt tote Karte" durchgeht. Haben wir also im schlimmsten Fall maximal 3 "unbrauchbare" Karten auf der Hand?! Und WIE TOT ist denn so ein normales Monster überhaupt?

Ich weiß, ich weiß, ich werfe hier hunderte Fragen auf und beantworte eigentlich kaum eine. Also gehen wir diese Punkte einfach mal einen nach dem anderen durch:

  • Wie schlimm ist es (für das Rabbit Deck), mit einer "toten Karte" auf der Starthand loszulegen?

    Ich würde sagen, dass dieses Deck besser als so ziemlich jedes andere Deck damit zurecht kommt, die Vanillas, also ihre "tötesten Karten" aufzuziehen. Habe ich noch ein Rettungskaninchen und der Gegner nicht instant eine Antwort parat, so habe ich schon mal automatisch "Plus 1" – egal, was mein Gegner macht, 1 Karte von ihm wird absolut keinen Effekt haben, weil Laggia "Nein!" sagen wird. Annulliere ich nicht die erstbeste Karte sondern die, die mich wirklich stört, so hat mein Gegner meist nur noch wenige Outs, um meine Bedrohung vom Feld zu bekommen.

    Wenn ich dann NEBEN Laggia einen Kabazauls oder Säbelsaurier lege, so sind diese plötzlich gar nicht mehr so nutzlos. Sie haben auch immer noch genügend ATK um mal ein gegnerisches Monster zu überrennen und ansonsten will sie der Gegner in seinem eigenen Interesse auch immer weg bekommen. Denn...

  • Selbst ein Vanilla macht im Rabbit Deck Druck

    Lege ich einfach mal so einen Säbelsaurier raus, setze ich 3 und sage ich "Go!", dann wird mein Gegner sich mit ziemlicher Sicherheit NICHT denken: "Oh, da passiert ja nix, jetzt kann ich mal schön passen und Gorz the Emissary of Darkness antäuschen!" Vielmehr wird er eine kleine Achterbahnfahrt im Kopf durchgehen, die in etwa so aussieht: "Gut, er hatte keinen Rabbit! Jetzt muss aber das Monster weg, sonst kriegt er das Xyz-Monster auf dem "normalen Weg"!!!"
    Denn du willst NIE Laggia oder Dolkka beim Gegner sehen. Also muss jedes Vanilla-Monster unmittelbar wieder weg, sonst spielt der Gegner im Folgezug noch eins aus und dann stehe ich auch wieder dem Problem gegenüber, dass er die Xyz-Monster aufruft.

  • Die Vanillas haben selten ~ wirklich ~ ausgedient

    Im besten Fall hat unser Gegner keinen Hasen. Er spielte nur Kabazauls, wir hatten Thunder King Rai-Oh, seine 3 verdeckten Zauber- oder Fallenkarten waren offenbar alle nur Bluffs, da wir sein Monster überrennen konnten und es ist wieder sein Zug. Zwar ist das der ideale Start für uns (wenn wir nicht anfangen), doch sobald er sich des Thunder King Rai-Ohs entledigt hat, hat er schon wieder massig Outs für gute Plays. Der nächste "Hase von oben" kommt bestimmt und ansonsten kann er nun auch mit Wiedergeburt und einer Normalbeschwörung eines Dinos auf eines der Xyz-Monster kommen.
    Darüber hinaus haben von den 8 Hasen in den Top 16 6 Topf der Trägheit gespielt (übrigens haben 4 von 4 in den Top 8 den Topf gespielt!). Heißt: Selbst wenn die Normals im Friedhof landen, später werden sie sich wieder im Deck befinden und auf den nächsten Hasen warten, der sie beschwören kann.

Meiner Ansicht nach stellen die Xyz-Monster DAS wichtigste Argument FÜR die Dino Rabbit Deck dar. Man hat eben das "eingebaute Plus 1", wie man es in Brighton bezeichnete UND einen 2400er Beatstick auf dem Spielfeld. Eröffne ich mit Rettungshase und setze ich nur 2 Karten, so habe ich in nicht wenigen Spielen einfach direkt so einen großen Vorteil, dass der Sieg fast nur noch Formsache ist. [4]

Damit lässt sich aus meiner Sicht festhalten, dass die Dino Rabbit Decks kein so unendlich großes Konstanzproblem haben, wie man es zuvor oft bezeichnen wollte. Dazu kann das Deck relativ mühelos eine kleine Silver Bullet [5] ins Main Deck packen: Dimensionsriss. Diese beantwortet direkt das vielleicht einzige größere Problem des Decks: Maxx "C" und auch sonst schränkt sie den Gegner ordentlich ein, während uns der Effekt fast schon am Allerwertesten vorbei geht (wenn wir nicht gerade auch Topf der Trägheit spielen).

Abgesehen davon hatten wir innerhalb der Brighton-Coverage noch auf Leere der Eitelkeit hingewiesen, die einigen Dino Rabbit Decks zu noch mehr Antworten auf populäre gegnerische Strategien verhelfen kann (Link auf den Artikel).
Die Strategie: "Laggia auspacken, mit allem absichern, was man hat und Spiel gewinnen!", ist also recht anpassbar, da man dann doch noch so einige freie Slots im Deck hat.

Jetzt möchte ich noch auf einen weiteren Punkt zu sprechen kommen, auf den ich bisher noch gar nicht eingegangen bin: Ist das denn überhaupt so ein riesiges Problem?
Hierzu habe ich eine hervorragende Antwort von einem Konami-Mitarbeiter gefunden, der sinngemäß meinte:

Worin besteht das Problem, wenn sich ein neues Deck die oberen Platzierungen schnappt? [...] Dieses Format ist ein Musterbeispiel für ein sich entwickelndes Format; vor einiger Zeit behaupteten die Leute noch, dass Lichtverpflichtete das gesamte Format dominieren würden. Offenbar hatten sie Unrecht. Bald wird wieder ein neues Set veröffentlicht, dass dann wieder für viel Abwechslung sorgen wird. Daher würde ich vorschlagen, einfach mal die Füße etwas stiller zu halten und das Spiel zu genießen."

Ich stimmt mit der Aussage so überein. Ich sehe ebenfalls kein Problem damit, wenn ein neues Deck das Metagame ein wenig aufmischt. Ich verstehe die Kritiker nicht, die behaupten, dass das Spiel "immer schneller" wird. Wir hatten vergangenes Format die Plants erlebt, die in einem Spielzug 80 Spezialbeschwörungen machen, jetzt machen die Dinos 2 im ersten Spielzug und dann ist das "noch schneller". Hier wird irgendwie mit zweierlei Maß gemessen und dabei vergessen, dass einige der Probleme, die ursprünglich bemängelt wurden, mittlerweile behoben wurden. So haben wir derzeit eben ein recht abwechslungsreiches Metagame und ich bin recht zuversichtlich, dass das auch noch eine Weile so bleiben wird.
Insbesondere auch aufgrund des bald kommenden neuen Sets.

Eine letzte Sache möchte ich noch loswerden, da ich auf dem Flughafen in Brighton eine interessante Diskussion mit einigen von Deutschlands besseren Spielern führte. Da ging es um die Frage, warum niemand Bodenlose Fallgrube ins Main Deck packt, um mehr Antworten auf Rabbit zu haben?
Hier wurde mir entgegnet, dass Bodenlose Fallgrube leider immer schon liegen muss, um etwas zu machen und das einfach der größte Nachteil ist. In einem Spiel wurde Merlin seiner Aussage nach beispielsweise vermöbelt, weil der Gegner mit Thunder King Rai-Oh begann und er dann nur Bodenlose Fallgrube als mögliche Antwort hatte. Nachdem er den ersten Thunder King Rai-Oh los wurde kam der nächste und der hat dann noch 2 weitere Male angegriffen, um das Spiel zu beenden. Jedes Dimensionsgefängnis wäre hier deutlich besser gewesen, da diese Falle eben auch dann noch etwas macht, nachdem das gegnerische Monster beschworen wurde.

So verschafft uns zwar eine Bodenlose Fallgrube auf die von Rettungskaninchen beschworenen Monster einen erheblichen Vorteil, doch wenn man nicht anfängt, so bringt uns das wohl leider nicht so sehr weiter. Entsprechend könnte man sich überlegen, ob man sie immer rein boardet, wenn man ein Spiel gegen Rabbit beginnt und ansonsten im Side lässt (sofern man im Side denn genügend Platz hat). Was meint ihr dazu und wie seht ihr ansonsten das Rabbit Deck? Ist es konstant oder nicht? Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch schon mal frohe Feiertage!


soul


Trends der Woche


Online-Shopping



Ich habe gestern die letzten Weihnachtseinkäufe getätigt. Relativ stressfrei von Zuhause aus und ich weiß, dass die Sachen noch bis zum 24ten zugestellt werden. Ich muss ehrlich zugeben, ich wäre nicht gerne Postbote in diesen Tagen, aber ich bin echt froh über den fantastischen Job, den diese Leute machen.


Kultur schenken



Ich habe zuletzt versucht, den Leuten, die ich beschenken wollte, coole Erlebnisse zu verschaffen (beispielsweise einen Konzertbesuch oder einen Kabarettabend) anstelle sie mit materiellen Gütern zu überhäufen. Bisher habe ich damit recht positive Erfahrungen gemacht und daher empfehle ich euch die Strategie ebenfalls mal.


Perscheid



In meiner vorweihnachtlichen Stimmung lasse ich hier sogar noch Matthias zu Wort kommen, der Perscheid zum Trend erklärt!





[1] Muss ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass ich Coverage gemacht habe? Ich denke nicht, das werdet ihr ja alle schon gewusst haben...


[2] Ihr solltet das übrigens auch mal probieren, bevor ihr "Rabbit ist broken!" schreibt...


[3] Selbstverständlich habe ich es nicht bei diesem einen Satz belassen, habe noch mal nachgehakt und dann kam noch etwas mehr detaillierte Information, die ich in die Coverage gepackt habe. Sonst hätten wir dort 4mal dieselbe Antwort lesen können.

Außerdem war ich zu diesem Zeitpunkt noch selbst der Ansicht, dass dieses Deck nicht so unendlich stabil sein kann und ich wollte die Spieler nicht "dumm" da stehen lassen.


[4] Was ich übrigens recht bemerkenswert fand ist, dass Ping Xiao, der spätere Gewinner, mehrfach den Nachteil des Nicht-Anfangens egalisieren konnte. Das ist in Brighton wohl die wichtigste aller Eigenschaften für einen Dino Rabbit Spieler gewesen, weil das Match-Up eben doch nicht NUR Würfelwurf ist.


[5] Als "Silver Bullet" bezeichnet man eine Karte, die ein anderes Deck im Alleingang auseinandernehmen kann, weil sie das Deck "direkt ins Herz" trifft. So ähnlich wie man eben auf Vampire auch mit Silber schießt, wie euch Blade bestimmt toll veranschaulicht hat.