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Der Weg zum Glück

von soulwarrior am 30.12.2011 um 16:30 Uhr
Puh, das waren mal wieder anstrengende Tage auf eTCG.de. Chiro hatte dann gemäß dem Leitspruch "1 Bild sagt mehr als 1000 Worte" folgendermaßen zusammengefasst:



Da ich im Thread selbst schon Beiträge verfasst habe, die in ihrer Gesamtlänge locker einen Artikel ergeben hätten, will ich hier nicht mehr näher auf das Thema eingehen. Es gäbe noch Vieles zu dem Thema zu sagen, ohne dabei allzu sehr auf die Person Adrian Madaj einzugehen – ich könnte mühelos 2 Artikel nur über den Spieler und seine Decks schreiben. Einige Geschichten wären wirklich interessant, zumindest für diejenigen, die sich für die "Sicht der Judges" interessieren. Ich werde das aber wie gesagt nicht heute tun, sondern wenn überhaupt ein ander Mal.

Vielmehr möchte ich euch heute an meiner Erkenntnis der Woche teilhaben lassen. Ihr alle habt möglicherweise schon einmal in der Situation gesteckt, vor einem Turnier nicht sicher zu sein, welches Deck ihr spielen sollt. Dann wurde kurzerhand zu einem gegriffen, von dem ihr euch... ja, was eigentlich versprochen habt? Erfolg? Spaß? Anerkennung, weil es kreativ war? Jedenfalls habt ihr irgendein Deck genommen. Ihr kommt damit bis in die Top 8, scheidet aus dem Turnier aus, jeder klopft euch auf die Schulter und sagt euch, dass ihr echt ne super Leistung abgeliefert habt, nur ihr selbst fühlt euch total schlecht. Auf Nachfrage hin, warum ihr den Kopf so hängen lasst, könnt ihr nicht mal eine konkrete Antwort geben – euch geht es einfach schlecht. [1]

Auf der anderen Seite gibt es den Spieler, der sich vor dem Turnier sagt: "Heute möchte ich mit meinem selbst gebauten Deck positiv gehen!" Es werden 7 Runden gespielt und nach einem enttäuschenden 0 – 2 Start kriegt er doch noch das 3 – 3 hin. Er spielt in der letzten Runde und verliert knapp. Er strahlt trotzdem über beide Backen. Spricht man ihn an und fragt man ihn, warum er sich freut, obwohl er sein Ziel verfehlt hat, entgegnet er euch etwas, wie: "Aber ich hatte unglaublich viel Spaß!"

Um hier besser zu verstehen, was eigentlich abgegangen ist, muss man etwas hinter die Kulissen blicken. Wieso war der andere Spieler so viel glücklicher über eine eher weniger gute Performance als ihr über euer respektables Abschneiden mit einem Top 8 Finish? Ganz einfach: Der andere Spieler wusste genau, was er wollte. Er sagte sich, er geht zum Turnier, um Spaß zu haben. Klar, er wollte sich dann noch etwas zusätzliche Motivation verschaffen, indem er sich vornimmt, positiv zu gehen. Doch das war nie sein primärer Beweggrund. Der bestand wie bereits erwähnt darin, Spaß auf dem Event zu haben.

Ihr auf der anderen Seite wusstet gar nicht so genau, was ihr eigentlich wolltet. Gut abschneiden? Ja, wenn das euer Nummer 1 Ziel gewesen wäre, dann wärt ihr wohl glücklich, doch offensichtlich war's das ja nicht. Ein kreatives Deck spielen? Könnte sein, am Ende habt ihr halt zu irgendeinem Deck gegriffen und das hat euch eben nicht so glücklich gemacht. Alles klar, Problem identifiziert und auf zum nächsten Event!

Hier spielt ihr ein furchtbar kreatives Deck. Ihr spielt bis zum Ende der Vorrunden mit, doch euer 4:3 reicht nicht aus, um in die Tops zu kommen. Ihr fühlt euch wieder scheiße. Dabei seid ihr doch nun dem Ruf gefolgt und habt das kreative Deck ausgepackt? Also war's wohl doch erfolgreich sein?!

Was ich euch sagen will: Es wird euch nicht unbedingt glücklich machen, "nur" zu wissen, was ihr am meisten wollt. Klar, es hilft, in vielen Fällen reicht es auch gänzlich aus, aber viel besser ist es, wenn ihr ALL eure Prioritäten in eine klare Reihenfolge bringt. Hier mal ein Beispiel:

  1. Spaß auf dem Event haben

  2. Kreativität beweisen und ein ungewöhnliches Deck [2] ganz alleine bauen

  3. Respektvollen Umgang mit den Gegnern pflegen

  4. Erfolgreich abschneiden

  5. Preise abgreifen


Idealerweise hätten alle Spieler eine solche Ansicht, jedoch bin ich nicht so blauäugig, um zu glauben, dass dem so wäre. Nehmen wir mal eine etwas "realistischere" Zusammenstellung von Punkten, die für euch wichtig sein könnten (hier jetzt noch ohne Wertung nach Prioritäten):

  • Positiv abschneiden, mindestens Top 8 erreichen

  • Gute Spielzüge machen, um sich den Erfolg anderer Spieler zu verdienen

  • PLUUUUUSSSS!!!

  • Neue Freunde kennenlernen

  • Kreativität beweisen und ein ungewöhnliches Deck bauen

  • Mit bestehenden Freunden Zeit verbringen

  • Kosten gering halten – keinen Zug verpassen und sich ein paar Brote mitnehmen


Ihr hattet euch vorher nicht bewusst gemacht, was für euch am wichtigsten (und noch wichtiger: Was für euch am wenigsten wichtig) ist. Ihr geht auf das Event, habt beim Tauschen in etwa 20,- € in Kartenwert verdient (ohne dabei jemanden abzuziehen versteht sich – ihr wart eben fleißig), habt die Top 8 geradeso erreicht, seid dann aber ausgeschieden, habt leider keine neuen coolen Leute kennengelernt, dafür aber wirklich viele coole Unterhaltungen mit euren schon bestehenden Freunden geführt und euer Deck war nicht ganz so kreativ, wie ihr euch das gewünscht hättet. Immerhin konntet ihr aber die Kosten niedrig halten, da ihr keine Züge verpasst hattet und auch nicht bei einem Fast Food Restaurant eingekauft habt.
Insgesamt geht ihr mit einem eher durchwachsenen Gefühl nach Hause und so wirklich könnt ihr euch das gar nicht erklären.

Jetzt stellen wir uns vor, ihr geht noch einmal auf das absolut identische Turnier, mit dem Unterschied, dass ihr diesmal eure Prioritäten schon vor dem Event in eine Reihenfolge gebracht habt, die so aussieht:

  1. Mit bestehenden Freunden Zeit verbringen

  2. Positiv abschneiden, mindestens Top 8 erreichen

  3. Kosten gering halten – keinen Zug verpassen und sich ein paar Brote mitnehmen

  4. Gute Spielzüge machen, um sich den Erfolg anderer Spieler zu verdienen

  5. PLUUUUUSSSS!!!

  6. Kreativität beweisen und ein ungewöhnliches Deck bauen

  7. Neue Freunde kennenlernen


Ihr geht nach dem Event in euch und überlegt euch, ob ihr eure Ziele erreicht habt. Und tatsächlich, euer Nummer 1 Ziel habt ihr mehr als erfolgreich abgeschlossen. Ihr hattet echt fantastische Unterhaltungen mit Freunden und dafür allein hat es sich fast schon gelohnt, das Turnier zu besuchen.
Die Top 8 habt ihr ebenfalls erreicht, also könnt ihr euch auch in der Hinsicht keinen Vorwurf machen. Selbiges gilt für die Kosten und über den ein oder anderen Zug von euch könnte sogar Dönerschreck nen Artikel schreiben.
Klar, ihr habt kein ganz so kreatives Deck gespielt, ihr hattet euch aber schon vorher klar gemacht, dass euch nicht ganz so wichtig ist und auch das Kennenlernen neuer Freunde rückte etwas in den Hintergrund – ihr habt ja schon nicht wenige coole Freunde in der Community.

Dieses System lässt sich übrigens auf jede beliebige Lebenssituation übertragen. Versucht es ruhig mal und überlegt euch für euch selbst, was für euch im Leben am wichtigsten ist, wenn wir jetzt hier einfach mal Beruf / Freunde / Familie / Gesundheit / Erholung / Ausdruck des eigenen selbsts (für manche Menschen wäre das z. B. "Rauchen") in den Raum werfen.

Menschen, die "grundsätzlich schlecht gelaunt" sind, haben üblicherweise mit dem Problem zu kämpfen, dass sie sich gar nicht darüber im Klaren sind, dass ein "Prioritäten-Konflikt" besteht. Ganz einfaches Beispiel: Euch ist körperliche Fitness und ein gesunder Lebensstil furchtbar wichtig, ihr raucht aber gleichzeitig. Wer nun seine Prioritäten unterbewusst so ordnet, dass ganz oben "gesunder Lebensstil" steht und direkt auf Platz 2 "rauchen", der wird unglücklich. Macht man sich jedoch bewusst, dass hier ein Konflikt besteht und ordnet man seine Prioritäten etwas besser an – beispielsweise indem man Rauchen auf der Leiter weit nach unten schickt, dann wird man auch umgehend glücklicher. Oft hilft es bereits, sich einfach darüber im Klaren zu sein, dass Konflikte vorhanden sind, weil man endlich weiß, weshalb man häufiger mal schlecht gelaunt ist und das Problem nun angehen kann.


Fazit: Seid euch darüber im Klaren, was ihr genau von einem Turnier erwartet. Wollt ihr unbedingt gut abschneiden, dann nehmt in Kauf, dass ihr voraussichtlich nicht gleichzeitig den Kreativitätspreis abräumen werdet.
Mir ist vollkommen bewusst, dass euch diese Erkenntnis jetzt nicht wie das Ei des Kolumbus vorkommen wird. Allerdings wollte ich sie euch trotzdem noch mal kurz vor dem Start ins neue Jahr vermitteln, so dass ihr es etwas glücklicher starten könnt. Nehmt euch einfach mal für's neue Jahr vor, eine solche Liste anzulegen und in Übereinstimmung mit ihr zu leben. Ich garantiere euch, es hilft.


soul


Trends der Woche


LIKE A BUS!







Von Henning und Giocci empfohlen diese Woche und es hat mich sofort vom Hocker gehauen!


Silvester-Parties



Traditionell die größte Feier in meinem Heimatort Ramsthal ist Neujahr. Zwar ist es nicht so einfach, das den ganzen Ausdörfern zu vermitteln, immerhin feiern die lieber Silvester und nicht Neujahr, doch wir machen da mittlerweile einfach eine größere Party draus, die beide Feiertage miteinander vereint.
Lasst euch nicht einreden, dass es total Mainstream ist, Silvester zu feiern und es entsprechend viel cooler wäre, daheim rumzuhocken. Dem ist nicht so, geht raus und nehmt die Sau gleich mit!


Hitlisten



Gerade zu Ende des Jahres müssen Menschen immer alles in irgendeine Ordnung bringen und dann die "10 (oder 100) besten X aus Y" Hitlisten anlegen (und dabei beziehe ich mich noch nicht mal auf den Artikel heute).
So gibt's dann z. B. die "100 besten Songs der 2000er" oder die "10 wichtigsten Ereignisse 2011" usw.
Mein Rat an euch lautet wie so oft, sowas einfach mal zu ignorieren und lieber irgendwas zu tun, das euch nicht nur über die Dauer Spaß macht bzw. Halbwissen vermittelt.





[1] Diese Situation lässt sich leider recht mühelos auch auf andere Lebenslagen übertragen. Menschen sind manchmal einfach unglücklich, ohne konkret sagen zu können, warum sie eigentlich unglücklich sind. Glücklicherweise lassen sich diese Probleme genauso beheben wie das Yu-Gi-Oh! Problem, also weiterlesen.


[2] Jahrelange Arbeit in Coverage-Teams hat mich gelehrt, dass viele Spieler unter "kreatives Deck" verstehen, sie haben 3 Karten ausgewechselt.

Ernsthaft... ich werde immer wieder angesprochen, ob ich nicht ein Deck Feature machen will. Ich sehe mir das Deck an und ja, es gibt 1 – 2 Tech Karten, aber sonst ist es eine 1 zu 1 Kopie des letzten Sieger-Decks. Und dann erklärt mir der Spieler ganz ernsthaft, wie "kreativ" seine Version doch ist...