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Wie viel Abwechslung braucht das Spiel?

von soulwarrior am 26.02.2011 um 13:38 Uhr
Vor 2 Wochen habe ich euch über das Organized Play 2011 informiert (ein Artikel, der überraschend viele Hits verzeichnen konnte – offenbar können euch auch „rein informatorische“ Artikel ganz gut begeistern, was mich sehr freut) und vor 3 Tagen haben wir noch einmal die ganzen Ereignisse der letzten Woche aufgearbeitet, denn da gaben sich die heißen News ja die Klinke in die Hand.
Damit nicht genug, denn in den vergangenen 3 Tagen hat sich schon wieder etwas ergeben: Das Datum und der Austragungsort der nächsten Yu-Gi-Oh! Championship Series wurden veröffentlicht. Wow, da hat Konami nach einem etwas ruhigeren Januar ja wirklich 3 Gänge hoch geschalten und wir bewegen uns gerade mit gefühlten 230 km/h über die News-Autobahn.

Die neue Banned List steht in krassem Widerspruch zur möglicherweise auch im TCG-Raum „bald“ kommenden Regeländerung in Hinblick auf Zündeffekte, die nach Beschwörung eines Monsters aktiviert werden können. Denn zumindest auf den ersten Blick wirkt sie (die Banned List) so, als würde sie das Spiel nicht komplett auf den Kopf stellen, sondern vielmehr nur ein paar kosmetische Eingriffe vornehmen. Die Regeländerung hingegen ändert so einiges – viele Monster werden schlechter, bestimmte Fallenkarten werden deutlich besser. Das wirft für mich folgende Frage auf:


Wie viel Veränderung braucht das Spiel?


Über Yu-Gi-Oh! kann man eine Menge Dinge sagen und oft scheiden sich ein wenig die Geister, wenn wir beispielsweise über ein Thema wie „Balancing“ reden. In einem Punkt sollten wir uns aber alle ziemlich einig sein: Das Spiel ist alles andere als „starr“. Ja, es gibt schon mal „Dürreperioden“, die dann mitunter 6 Monate andauern, aber diese sind dann doch eher die Ausnahme. [1]
Gerade die ersten 3 Monate nach in Kraft treten einer neuen Liste der verbotenen und limitierten Karten sind häufig vom Aufkommen kreativer Deckideen geprägt und alles andere als langweilig.

Durch die häufig erscheinenden Produktveröffentlichungen (seien das nun normale Editionen, Starter oder Structure Decks oder Sondersets wie Hidden Arsenal) gewinnen alte und neue Decks immer wieder an zusätzlichen Möglichkeiten, was sich direkt auf deren Spielbarkeit auswirkt. Die Elementar- und Schicksalshelden fristeten eine Ewigkeit ein Schattendasein, dann kam Elemental Hero Stratos und plötzlich traten sie auf die Bildfläche.
Die Sechs Samurai können nach einer Abstinenz von über einem Jahr plötzlich wieder vorne mitspielen und auch die Beliebtheit der X-Sabers entspricht ein wenig einer Sinuskurve.

Ein großer Vorteil von Yu-Gi-Oh! besteht darin, dass Karten niemals „raus rotieren“. Ja, sie werden mal verboten, aber es gibt keine pauschale Regel oder kein Format, nach der / in dem nur noch Karten aus den letzten 5 Editionen turnierlegal sind. [2] Daher dürft ihr stets die Hoffnung behalten, dass euer Themendeck mal irgendwann vorne mitspielt. Grabwächter-Fans mussten auch nur etwas mehr als 25 Editionen (nach ihrem ersten Erscheinen) warten, bis ihr Lieblings-Deck spielbar wurde, dafür sind die jetzt aber richtig gut vorne mit dabei! Genauso könnt ihr bei jeder neuen Edition darauf hoffen, dass wieder ein paar „Dark World“ / „Lichtverpflichtete“ / „Morphtronische“ / „Venom“ / „Ungeheuer“ / usw. Karten vorhanden sind, so dass euer favorisiertes Deck plötzlich die Turniere dominiert und ihr mit 2 eurer Homies die Top 3 einer YCS besetzt.

Gut, neue Karten bringen also immer wieder Abwechslung ins Spiel. Zwar ist das irgendwo immer wieder dasselbe Spiel (heute sind Lightsworns gut, morgen dafür X-Saber, übermorgen dafür Grabwächter, usw.), doch das ist schon mal eine Form der Abwechslung.
Jetzt kommt der zweite Faktor: Neue Spielmechaniken.

Als Yu-Gi-Oh! erstmals erschien klopften die Spieler gegenseitig mit 1800er Vanilla Beatsticks auf sich ein. Dann erschienen immer mehr Effektmonster, so dass das Spiel schon deutlich trickreicher wurde. Es folgten die ersten richtig guten Tributmonster (Jinzo), so dass man auch mal anfing, die mit in ein Deck zu nehmen.
Die Spirits haben dann ein wenig für Aufsehen gesorgt (gerade ein kleiner und böser Spirit), irgendwann waren mal Ritualmonster dran, Fusionsmonster waren auf die ein oder andere Weise auch immer mal wieder spielbar und die zuletzt erschienenen Themendecks begeisterten auch ständig durch komplett einzigartige Spielmechaniken. [3]
Die Synchromonster waren die letzte „wirklich große“ Veränderung für das Spiel und diese gibt es mittlerweile auch schon seit rund 2,5 Jahren! Ja, die Zeit ist uns wohl nicht ganz so lange vorgekommen und sie ist wie „im Fluge“ an uns vorbei gezogen, doch wenn wir ehrlich sind, so könnte dem Spiel eine kleine Frischzellenkur wieder mal ganz gut tun. Meiner Ansicht nach hatten die Synchromonster das Spiel auch auf sehr coole Weise revolutioniert und das können wir alle rund 2 – 3 Jahre mit Sicherheit verkraften, bzw. wir BRAUCHEN das sogar.

Es hat schon seinen Grund, warum Berichte über ältere Turniere immer so beliebt sind. Wenn man dann beispielsweise in einem entsprechenden Artikel erwähnt, wie das „damals so war“ und schildert, wie ein Chaos-Imperatordrache - Gesandter des Endes das Spielfeld in die Luft jagte und Yata-Garasu dann den Sack zu machte, stöhnen ganz viele Spieler auf. Wieder andere freuen sich sehr, denn ihnen bereitete das viel Spaß.
Stellt euch vor, auch heute würden wir das Spielfeld immer noch mit Chaos-Imperatordrache - Gesandter des Endes in die Luft jagen und bräuchten dazu keinen Urteilsdrachen. Es hätte sich die letzten 6 Jahre nichts verändert. Wäre das cool? Nein.
Wir WOLLEN über den total brokenen CED her ziehen und diesen auf der Banned List sehen. Wir WOLLEN alle zum besten geben, dass Finsterer Jagdbomber seinen Platz auf der Liste verdient hat und Yata-Garasu sowieso nie zurück kommen darf. Man muss nicht immer 4 oder mehr Jahre zurück blicken, um euch ein wenig auf die Nostalgie-Schiene zu bekommen. Denn das Spiel ändert sich ständig und gerade das macht es erst so interessant.

Yu-Gi-Oh! soll eben „Fast, Fun and Exciting!“ und nicht „Fast and not too much Fun as it’s always the same Shit!“ sein.

Bin ich zuversichtlich, dass die Exceeds das Spiel erneut auf den Kopf stellen werden und folglich eine sinnvolle Neuerung sind? Ja. In den vergangenen 3 Jahren gab es vielleicht 10 Karten, bei denen man berechtigte Zweifel äußern durfte, ob diese nicht etwas zu stark ausgefallen sind. Ansonsten hat das Balancing schon relativ gut funktioniert. Selbst wenn eine Karte mal deutlich zu stark wird, so gibt es immer noch die Banned List als letztes Mittel, um sie auf diese Weise wieder los zu werden.

Nun zu der Regeländerung: Grundsätzlich ist es natürlich nicht sinnvoll, die Regeln zu ändern, damit wieder Abwechslung ins Spiel kommt. Wir können jedoch mit Sicherheit davon ausgehen, dass das nicht der Fall ist und man diese deshalb nicht durchgeführt hat.
Vielmehr hat man wohl ein Problem im Balancing des Spiels gesehen und daher entsprechend reagiert (oder man war wirklich der Meinung, es würde sich um eine „Vereinheitlichung“ handeln und das Spiel wird so einfacher erlernbar für neue Spieler). Denkbar wäre die Theorie, dass die neuen Exceed-Monster dafür verantwortlich waren und man deshalb diese Anpassung vorgenommen hat. Nun bin ich leider kein Exceed-Experte (gibt es den überhaupt schon?) und weiß nicht, ob das Exceedmonster erst beschworen wird und dann erst die Materialmonster unter es gelegt werden (sozusagen als automatisch triggernder Effekt), wenn dem allerdings so wäre, so ergibt die Regeländerung auch keinen Sinn (weil wenn ein Effekt triggert, so erhält man als Gegner nun Priorität und kann entsprechend reagieren, ohne dass der Exceed-Spieler viel machen kann).

Vielleicht erscheinen auch noch weitere „Boss-Monster“, wie Finsterer Bewaffneter Drache oder Urteilsdrache, und diese will man auf diese Weise etwas einschränken. An der Stelle will ich einfach mal darauf eingehen, WIE VIEL sich nun genau ändern wird. Denn: Wie viele Karten spielt man denn aktuell in den Decks, die man nach der Beschwörung eines Monsters (oder eben immer) aktivieren kann?
Tja, da kommen spontan 2 Bodenlose Fallgrube und ein Reißender Tribut in den Sinn. Je nach Deck spielt man noch andere Karten, wie Icarus-Angriff. Aber im Schnitt sind das wohl nicht mehr als 3 bis 4 Karten. Wenn ich 3 bis 4 Karten (maximal) pro Duell „früher“ aktivieren kann, macht das dann direkt den riesigen Unterschied, ändert sich dadurch „alles“ und das Spiel wird nie mehr wie früher sein? Ich denke nicht.
Klar nehme ich meinem Gegner die Möglichkeit, nach der Beschwörung seines Finsterer Bewaffneter Drachen das +1 zu machen, indem er sofort den Effekt aktiviert, doch deshalb hat er nicht gleich das Spiel verloren. Viele Karten sind noch dazu vollkommen unbeeinflusst von der Regeländerung, denn es betrifft ja – wie bereits am Mittwoch erklärt – nur Zündeffekte.

Ich denke daher, dass diese Regeländerung in jedem Fall verkraftbar sein wird. Sie wird das Spiel wieder in eine etwas andere Richtung (und damit meine ich keine um 180° andere Richtung) lenken und somit wieder ein wenig an den Grundsäulen des Sammelkartenspiels rütteln. Dadurch wird der Staub an der Spitze etwas gelöst und uns steht wieder eine aufregende neue Zeit bevor.

Wie seht ihr das? Teilt ihr meine Meinung oder ist die Regeländerung aus eurer Sicht ein Fehler? Welche Gründe könnte es noch für die Korrektur geben oder sind es am Ende doch „nur“ die Exceedmonster? Und "wie viel Abwechslung braucht das Spiel" eurer Ansicht nach? Reicht es, alle 2 - 3 Jahre mit einer entscheidenden Neuerungen zu kommen oder wollt ihr noch mehr?

Ich bin gespannt auf eure Meinungen!


soul


Trends des Wochenendes


Spontane Party-Trips



Alles begann mit einem lockeren Abend in meiner Lieblings-Kneipe. Es gipfelte in einem Hostel-Besuch, wo uns zwei Däninnen ein paar gute Argumente präsentierten, warum wir auch den Rest der Nacht mit ihnen verbringen sollten und es endete dann damit, dass wir ein paar Fuffies in den Club geschmissen haben. Fragt mich nicht nach dem nächsten Tag...


Paris



Ihr könnt euch so langsam schon auf eure Frankreich-Reise vorbereiten. Die Franzosen sind gar nicht so schrecklich, wie man immer meint, man muss nur ein paar Tricks kennen, wie man mit diesen am besten umgeht. Ein paar Tipps habe ich im Forum ebenfalls schon hinterlassen.


Test-Sessions



So, nachdem die Kolumne jetzt auch geschrieben ist, werde ich mich den Rest des Wochenendes verziehen und Karten spielen. Es muss ja für den nächsten Paris-Trip, der bereits in einer Woche ansteht, getestet werden.





[1] Eine Banned List ist nicht ganz so gelungen, wie sich das die Designer vorgestellt hatten und alle Spieler stürzen sich auf nur wenige Decks. Folglich kommt es zu wenig Abwechslung und es geht mal 6 Monate nicht allzu spannend zu. Kann vorkommen, ist aber glücklicherweise eher die Ausnahme.

Beispiele wären wohl die „Gulasch“- und „Schwarzgeld“-Zeiten, die übrigens – und das vergessen viele Spieler auch immer wieder gerne – auch nie länger als 3 – 4 Monate andauerten.


[2] Was übrigens auch nicht so schlecht sein muss, wie es für den durchschnittlichen Yu-Gi-Oh! Spieler wirkt. Sowohl Magic als auch das WoW TCG setzen auf eine Set-Rotation und diese sind große Garanten für den dauerhaften Erfolg der Spiele.
Aus Sicht eines Vertreibers ist das System sowieso spitze, denn er „zwingt“ die Spieler dazu, sich immer und immer wieder mit den neu erscheinenden Karten zu beschäftigen. Die Spieler wiederum bekommen so mehr Abwechslung und haben ebenfalls davon.


[3] Ob das nun die Infernities sind, die ohne Handkarten spielen wollten und damit eines der Grundgesetze des Spiels auf den Kopf stellten, die Gladiatoren, die sich ständig auf die Auswechselbank verzogen haben und einen Freund in den Ring schickten oder die Spieler, die angekündigt haben: „I summon the Cat!!!“ und dann 3 oder mehr Synchromonster in einem Zug aufs Spielfeld beordert haben...