- Platz 10: Blutleerer Klassiker?
- Platz 9: Mit den Flip-Flops an den Strand
- Platz 8: Des Deutschen liebste Karte
- Platz 7: Helm auf, es wird gependelt
- Platz 6: Goblin-Rockertrupp
- Platz 5: Ach wie gut, dass niemand weiß,
- Platz 4: This Girl is on FIRE
- Platz 3: Ich sollte aufhören, mir Titel basierend auf vorläufig übersetzten Namen auszudenken
- Platz 2: Neuer Horuspokus
- Platz 1: Ein Format in Flammen
- Dishonorable Mention
- Honorable Mentions:
- Competitive Mentions (feat. Deckcreator16)
- Schlusswort
Platz 10: Blutleerer Klassiker?

Ich habe ja inzwischen ein paar klassische Eröffnungen entwickelt. Eine davon ist die Alibi-Fallenkarte, die andere die Alibi-TCG-Karte. In gewisser Weise haben wir hier beides, aber spoiler: Es wird jeweils noch mindestens eine weitere Platzierung folgen. Denn Überraschenderweise sind die neuen WPCs und OCG-Importe dieses Mal sogar irgendwie solide. Ein Gamechanger wie Maxx „C“ oder Fremdenführerin aus der Unterwelt ist natürlich nicht dabei, aber das muss meiner Meinung nach auch nicht. Ein paar interessante Karten wie Ultimeat Offering reichen doch. Eine Karte der Sorte, die absolut absurd wären, wenn sie bloß keine Fallenkarte wären. In diesem Falle (höhö) ist es eine abgeschwächte Version von Letztes Angebot, wobei die Änderungen sich sogar erstaunlich in Grenzen halten. Ganz ehrlich: Es hat schon Errata zu Karten gegeben, die den ursprünglichen Effekt mehr verändert haben. Denn wie ein gutes Erratum werden hier eigentlich nur die unsportlichen Loops unterbunden. In der Main Phase 1 kann man 1000 LP zahlen, um in dem zugehörigen Zug bis zu 3 Normalbeschwörungen durchführen zu können. Das klingt gefährlich stark, denkt man an Karten wie Albtraumritter Goblin zurück. Allerdings halte ich diesen Effekt für gar nicht so overpowered. Die Top-Decks heutzutage haben Mittel und Wege gefunden, mit nur einer Normalbeschwörung umzugehen, für die sie keine kaum suchbare permanente Falle brauchen. Aber es erlaubt trotzdem einige lustige Spielereien. Meine guten, alten Apparate fallen mir da ein. Oder ein Elementar-HELD - Stratos, der einen zweiten Stratos sucht, der einen dritten sucht, der Schicksals-HELD – Plasma sucht. Oder Ketten aus Rückkehr der Monarchen, wobei man immer einen Monarchen für den nächsten opfert. Insgesamt denke ich aber, dass im aktuellen Klima der zweite Effekt wertvoller ist. Mit diesem kann man einmal pro gegnerischer Battle Phase (leider nicht in der Main Phase) noch eine Normalbeschwörung durchführen. Das scheint in den 2020ern eine neue Qualität guter Decks zu sein. Sie taugen nur dann voll und ganz, wenn sie auch im Zug des Gegners spielen können. Auch hier kommen als Scrub-Beispiel schnell Monarchen in den Sinn, die ihrer zerstörerischen On-summon-Effekte sehr gerne im gegnerischen Zug vollbringen. Aber auch ein eher im Competitive-Bereich anzusiedelndes Deck wie Floowandereeze kann von der zusätzlichen Interaktion profitieren. Was jedoch bleibt ist der Schmerz, eine Fallenkarte zu sein. Aber Ultimeat Offering ist eine Karte, die im richtigen Deck sogar eine Kombination mit Tempel der Könige rechtfertigen könnte. Und das will schon etwas heißen.
…dieses hypothetische Deck wird natürlich allenfalls eine Meme-Deck sein, und kein derzeit ernst zu nehmendes Deck wird Ultimeat Offering eines zweiten Blickes würdigen. Aber das muss es auch nicht. Wahrscheinlich wäre selbst das ursprüngliche Letzes Angebot heutzutage nicht wirklich relevant, würde es keine dummen Loops ermöglichen. Umso besser, dass es jetzt eine vorsichtiger designte Alternative gibt.
Platz 9: Mit den Flip-Flops an den Strand

Es ist wieder ein gutes Set für Flipp-Monster, Konami tut wirklich sein Möglichstes, diese wieder spielbar zu machen. Spoiler: Es wird nicht funktionieren, aber man kann den lebenden Fossilien einfach nicht böse sein. Vier neue Karten für die Strategie kommen hinzu, alle sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, durchaus spaßig. Warum also nicht die Gelegenheit für einen Premium-Überschriften-Gag nutzen und gleichzeitig im dunklen Winter ein paar Sommer-Vibes verbreiten, indem ich ein bisschen über Sunset Beat rede. Der permanente Zauber hat, auch wenn sie strategisch nichts miteinander am Hut haben, eine ähnliche Energie wie meine geliebten Wanderbrise-Karten. Insofern, als dass er ein wunderschönes, friedliches Artwork mit einer hochgradig toxischen Control- und Burn-Strategie verbindet (auch wenn diese durch das Hard Once per turn auf jedem Effekt „leider“ etwas in Zaum gehalten wird). Wenn ein Monster, das man kontrolliert, in die verdeckte Verteidigungsposition geändert, kann man eine Karte auf dem Spielfeld zerstören. Auf diese Weise kann man immer, wenn man seine Flipp-Monster absichtlich verdeckt setzt, Druck auf den Gegner ausüben und behält bestenfalls dessen Feld halbwegs unter Kontrolle. Mit dem zweiten Effekt kann man ihm außerdem, wenn ein Flipp-Monster aufgedeckt wird, Schaden in Höhe von dessen Stufe x 200 zufügen. Das sind bei einem Unterterror-Behemoth Ultramafus immerhin 2400 Punkte, bei Topf Des Verbotenen 1800 und bei Conbirdable 1600.
Das war meine geschickte Überleitung zum nächsten Flipp-Neuzugang. Conbirdable ist ein Flipp-Monster der Stufe 8, das bei seiner Enttarnung ein anderes Flipp-Monster der Stufe 5 oder höher vom Deck im verdeckten Verteidigungsmodus beschwören kann, etwa den eingangs erwähnten Topf Des Verbotenen. Bleibt nur die Frage, wie man ein Stufe-8-Monster verdeckt beschwören will. Da schafft der Vogel zum Glück auch Abhilfe, wenn auch etwas stümperhafte. In der Battle Phase kann man ihn von der Hand beschwören, indem man ein verdecktes Monster auf den Friedhof legt. Am besten natürlich ein gegnerisches, sonst macht man ja Minus, wofür der Gegner aber erstmal ein verdecktes Monster braucht. Dafür wird man zuerst selbst Abhilfe schaffen müssen, was aber dank stabilen Anti-Meta-Staples wie Bebende Spiegelkraft und Buch der Verfinsterung machbar sein sollte.
Der Vogel erinnert in vielerlei Hinsicht an die nächste, bereits aus dem OCG bekannte Karte: Time Rewinder. Auch der ist ein Stufe-8-Monster, das sich selbst von der Hand beschwören kann, wenn ein Monster aufgeflippt wird, und es sogleich wieder umdrehen kann, oder ein Monster des Gegners ODER sich selbst, denn wenn er seinerseits in der Main Phase aufgeflippt wird, kann er ein anderes Monster vom Friedhof beschwören (und noch einmal irgendwas umdrehen).
Schlussendlich gibt es noch Master of Ham, der im Grunde das gleiche wie Conbirdable in besser macht, allerdings sehr unter der Limitierung von Instantfusion leidet. Und eine Fusionsbeschwörung mit zwei Ungeheuern ist einem wild durcheinander gemischten Flipp-Deck schon irgendwie awkward. Na gut, eine letzte Karte gibt es noch. Aber über Swarm of Centipedes wollen wir schweigen. Zumindest an dieser Stelle.
Platz 8: Des Deutschen liebste Karte

Oh boy, feiere ich meinen Platz 8! Seit Anbeginn der Zeit ist Mystische Tomate eine der ikonischsten Karten des Spiels. Wohl hauptsächlich wegen ihres skurrilen Artworks (und dem Umstand, dass das „zensierte“ TCG-Artwork verstörender ist als das Original), kombiniert mit dem Umstand, dass sie über weite Phasen des Spiels durchaus spielbar bis stark war. Zuletzt hat sie um 2015 (als Maskierter HELD – Dark Law die stärkste Karte aller Zeiten war) Meme-Potenzial in einigen Hero-Decks gehabt, um Elementar-HELD – Shadow Mist zu beschwören.
Bedenkt man diese Historie, ist es eigentlich erstaunlich, dass unser Lieblingsgemüse erst vor kurzem den verdienten Nachfolger bekommen hat: Mystic Potato! Wie das Original kann diese ein Finsternis-Monster mit 1500 oder weniger ATK vom Deck im Angriffsmodus beschwören, muss dafür jedoch nicht durch Kampf, sondern durch einen Karteneffekt zerstört werden. Bevor wir uns näher damit befassen, sei gesagt, dass ein beliebiges Finsternis-Monster mit entsprechend niedrigen ATK vom Deck beschwören gut ist. Ist es immer gewesen, nur war es die Langsamkeit und Unzuverlässigkeit der Tomate irgendwann nicht mehr wert. Darum wäre es wenig zielführend, alle lohnenswerten Ziele aufzuzählen. Wir sollten uns zuerst auf den Unterschied zur Tomate konzentrieren. Der sorgt für zwei wesentliche Vorteile. Der erste ist, dass das beschworene Monster dadurch potenziell auch schon in der Main Phase 1 verfügbar ist, also dann, wenn wir es haben wollen. In der Battle Phase, in der die Tomate beschworen hat, war es hingegen eigentlich schon zu spät. Zweitens ist die Karte einfach besser „planbar“. Bei Mystische Tomate musste man darauf hoffen, dass der Gegner sie liegen lässt, bis er sie angreift oder man selbst sie in irgendetwas rennen kann, was heutzutage einfach unrealistisch ist. Mystic Potato hingegen kann man viel leichter absichtlich triggern. Zahlreiche Decks, von Dinos über Scraps bis hin zu Fire Kings haben sich inzwischen darauf spezialisiert, ihre eigenen Monster zu zerstören, hinzu kommen mehr oder weniger generische Karten wie Schwarzes Loch und Unterbrochener Kaiju-Schlummer. Blöd ist nur, dass das alles keine Finsternis-Decks sind. Sicher, sowas wie Seuchenverbreitender Zombie oder Armageddonritter kann man im Zweifel immer gebrauchen, jedoch ist fraglich, ob das einem die Normalbeschwörung wert ist. Denn am Ende des Tages leidet Mystic Tomate das gleiche Schicksal wie Ultimeat Offering, insofern dass ein ernst zu nehmendes Deck bessere Wege hat, das ganze selbst zu machen. Ernsthaft erwägen würde ich aktuell nur, sie in einem Unchained-Deck zu spielen. Aber ich halte sie trotzdem für eine schmackhafte Karte mit Zukunft. Und hey, als die Kartoffel nach Deutschland kam wollte sie anfangs auch niemand essen.
Bleibt nur die Frage, wo bleibt der Rest der Bande? Können wir uns bald auf Riesenhamster und Papa Grizzly freuen?
Platz 7: Helm auf, es wird gependelt

So, genug von den Meme-Platzierungen. Jetzt kommt endlich eine Karte, für die sich tatsächlich irgendwer außer mir interessieren könnte. Denn wie eigentlich jedes Set seit… wann eigentlich? Clash of Rebellions? Ist auch dieses hier natürlich wieder voller Legacy Support, und zumindest eines davon wollte ich etwas näher behandeln. Nur welches? Bei Voiceless Voice ist es schon gewagt, überhaupt von Support statt von einem neuen Deck zu reden, nur weil es an irgendein ein random shitmon von 2002 angelehnt ist. Das kann Deckcreator16 dann bei den Competitive Mentions machen. Am stärksten sind wahrscheinlich die Raidraptors, aber auch am langweiligsten. Das Deck besteht einfach weiterhin aus immer absurder werdenden Bossmonstern (wir haben Rank 13 erreicht…) und drölftausend Extendern. Bleiben die Yubel-Karten, die einen erstaunlich guten Job leisten, ihr 2008er-shitmon spielbar zu machen (und Superpolymerisation zu brechen), Aroma und Majespecters.
Wie ihr seht, habe ich mich für letztere entschieden, weil sie mir als Deckthema noch am relevantesten erschienen und außerdem nur mit überschaubaren vier neuen Karten ins Feld ziehen. Es ist schon ein Phänomen, dass es für spielbare Pendel-Decks nur zwei mögliche Routen zu geben scheint: Überkomplexe Kombo-Decks, die sämtliche Extra Deck-Mechaniken ausreizen, und Stun-Strategien, auf die ein Labrynth-Spieler stolz wäre. Letztere natürlich vor allem repräsentiert durch Qliphort, aber eben auch durch Majespecters. Ich selbst schnalle ja, seit ich dem Kombo-Zirkus einfach nicht mehr folgen kann, meinen Helm auch immer enger, und so wirken die Pokémon-haften Wind-Knuddelmonster für mich immer reizvoller. Ihr erinnert euch: Der Krux des Decks ist, seine Monster zu spammen, die auf ihrer Beschwörung die Zauber und Fallen bereitlegen, die dem Gegner das Leben schwer machen und als Kosten eure Wind-Hexer als Tribut verlangen. Wie fügen die neuen Karten sich da so ein? Die neue Zauberkarte Majespecter Wind kann unsere Monster von Hand, Friedhof oder sogar Deck beschwören, falls man ein Monster als Tribut anbieten will. Das Main Deck-Monster Majespecter Porcupine – Yamarashi macht zum einen das Übliche, in diesem Fall Zauber vom Friedhof setzen, außerdem kann er sich nach Art von Schwarzflügel – Bora der Speer selbst von der Hand beschwören, was praktisch ist, um die Extra Deck-Monster vor der Pendelbeschwörung aufs Feld zu bekommen. Extra Deck-Monster? Jawohl, davon hat das Deck gleich zwei bekommen. Das Link-Monster Majespecter Orthrus – Yue katapultiert das Deck in die Master Rule 4, indem es einem erlaubt, bis zu zwei Majespecter-Pendelmonster (aka sein Material) vom Extra Deck der Hand zurückzuführen, wo sie nicht mehr an verlinkte Zonen gebunden sind. Gleichzeitig kann man sie durch bis zu zwei neue Specters vom Deck ersetzen. Bestenfalls kann man danach also 4 Monster als Pendelbeschwörung beschwören, allerdings zu dem nicht zu vernachlässigenden Preis, an Majespecters und Dracoslayers gebunden zu sein. Man darf sich also durchaus zweimal überlegen, ob man nicht doch lieber Jenseits des Pendels beschwört. Nett an beiden ist, dass sie, falls noch nicht geschehen, das Crossover-Monster Majesty Pegasus, the Dracoslayer in Umlauf bringen können, das zwar schon vor ein paar Donnerstagen erschienen ist, aber in einer Erklärung des „neuen“ Majespecter-Decks trotzdem nicht fehlen darf. Auf ihrer Pendelbeschwörung kann sie einen Feldzauber suchen. Das mag für den themeneigenen Majesty’s Phoenix gedacht sein, der aus jedem Specter eine Einzelfeuer-Blüte macht, aber als Helmspieler von Welt will man dem Gegner vielleicht lieber mit Geheimes Dorf der Hexer ans Bein pissen.
Die letzte Karte, die ihr hier bewundern könnt, ist Majespecter Draco - Ryu, das neue Bossmonster. Mit zwei Stufe-4-Monster easy beschworen kann es bis zu zwei Mal pro Spielzug, wenn ein Monster auf unserem Feld als Tribut angeboten wird (wie durch unsere ganzen Zauber- und Fallenkarten), 1 Wind-Hexer-Monster der Stufe 6 oder niedriger vom Deck beschwören. Dass es so geregelt wurde, macht mich glücklich. Denn auch wenn weitere Majespecter-Monster der offensichtliche Hintergedanke sind, hören die Möglichkeiten dort nicht auf. Es öffnet Tür und Tor für Hybrid-Builds, potenziell mit Windhexen, Nephthys, Genex und Endymion. Oder ihr nutzt folgende Zertifizierte Leseleff-Kombo. Schafft ihr es, den Effekt zweimal zu triggern, könnt ihr Kauz & Schlossvogel und Genex-Sprenglüfter beschwören. Letzterer sucht daraufhin Genex-Verbündeter Vogelmensch, mit dem man die Handtrap auf die Hand zurückgeben kann und gleichzeitig Material für Synchro- oder Link-Beschwörungen ansammelt.
Wird Majespecter Draco - Ryu anschließend zerstört oder als Tribut angeboten, sollte man ihn nach Möglichkeit statt aufs Extra Deck in die Pendelzone legen. Von dort kann er dann eine Karte in der Pendelzone (im Zweifel sich selbst) zerstören, um der Hand eine beliebige Majespecter-Karte vom Deck hinzu zu fügen. Alles in allem handelt es sich bei den Karten um abgerundeten, rundum durchdachten Support, der fast über den Verlust von Majespenst Einhorn – Kirin hinweg trösten kann. Aber auch nur fast.
Platz 6: Goblin-Rockertrupp

Hat hier jemand Bock auf Card Games on Motorcycles? Warum dann nicht Goblin Bikers spielen? Fürs Protokoll: Ich meine natürlich auf einem Tisch, und empfehle ausdrücklich NICHT, Duel Disks auf eure Yamahas zu kleben und damit durch die Felder zu fahren (aber wenn doch, benutzt eine GoPro!). Sie sind das einzige brandneue Themendeck in diesem Ranking und basieren auf Rang-3-Xyz-Beschwörungen. Ihr Gimmick ist, als Kosten Materialien von Xyz-Monstern, und sie sind durchaus viable, yada yada. Deckcreator16 wird vielleicht noch in den Competitive Mentions darauf zu sprechen kommen. Was mich angeht, so finde ich wie sie oft viel interessanter, welches Potenzial einzelne Karten für sich genommen bzw. als kleine Engine entfalten.
Und in dieser Hinsicht war meine erste Reaktion Goblin Biker Dug the Assaulter. Dieser kann, wenn er sich in der Hand befindet, ein Xyz-Material von einem Monster abhängen, um sich zu beschwören und eine Goblin Biker-Zauber- oder Fallenkarte zu suchen. Die von mir heraufbeschworene Engine würde Grand Meeting of the Goblin Bikers vorsehen, mit der man beispielsweise Goblin Biker Boon the Machspeed suchen kann, der sich auf die gleiche Weise beschwören kann. Auf diese Weise ist aus einem Rang-3-Xyz ganz schnell ein zweites, und damit Nummer F0: Utopische Dracho-Zukunft.
Aber warum eigentlich nicht gleich Grand Meeting of the Goblin Bikers als Platzierung nehmen? Der jeweilige Verstärkung für die Armee-Verschnitt ist ja das Brot und Butter jedes Themendecks, und unsere Zauberkarte hat den kleinen, aber feinen Zusatz, dass sie jedes „Goblin“-Monster suchen kann. Noch so eine Karte also, die nur besser werden kann. Neben den ganzen Themen-Monstern sind nennenswerte Ziele derzeit vor allem Golindbergh, Goblinzombie und Goblin Paratrooper Squad. Letzterer erscheint wohl nicht ohne Hintergedanken im gleichen Set, denn Grand Meeting of the Goblin Bikers hat einen zweiten Effekt, mit dem man ein Goblin-Monster von der Hand beschwören kann, indem man ein Xyz-Material abhängt. Und unsere Fallschirmjäger können, wenn sie als Spezialbeschwörung von der Hand beschworen werden, die Effekte eines Monster annullieren. Mit dem letzten Effekt der Zauberkarte kann man sie übrigens noch vom Friedhof verbannen und ein Xyz-Material abhängen, um der Hand ein Goblin-Monster vom Friedhof hinzuzufügen. Nice to have, I guess.
Platz 5: Ach wie gut, dass niemand weiß,

…dass ich nicht mehr Rumpel Teufel heiß. Stattdessen schimpft sich mein Platz 5 im TCG nun offiziell The Black Goat Laughs. Sie ist dabei viel mehr als eine Alibi-Falle, sondern eine unironisch solide Karte, die es vielleicht sogar in eine Top 10 nach reiner Stärke geschafft hätte. Kennt hier noch jemand Durchbruchfähigkeit? Ich sag euch, damals, als ich neu ins Forum kam, war das der neue, heiße Scheiß. Damit konnte im gegnerischen Zug seine Fremdenführerin aus der Unterwelt annullieren, und sie dann im folgenden eigenen Zug verbannen, um dafür zu sorgen, dass seine Nummer 101: Lautlose Ehre ARK überrannt werden kann. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, gibt es durchaus schlechter gealterte Karte von damals (Du bist gemeint, Nummer 50: Schwarzes Schiff aus Mais), dennoch stellt The Black Goat Laughs eine Art next gen Upgrade des klassischen ZEXAL-Staples dar. Denn wo schlichtes Negieren sich für ein Monster noch halbwegs sehen lässt, ist es für Fallenkarten spätestens seit Dimensionsbarriere en vogue, dem Gegner das Spielen direkt zu verbieten. So ähnlich handhabt das auch The Black Goat Laughs, wenn auch im kleinen Maßstab. Bei erstmaliger Aktivierung kann man den Namen einer Monsterkarte nennen und beiden Spielern damit verbieten, dieses Monster für den Rest des Spielzugs zu beschwören, außer vom Friedhof (warum auch immer). Soweit nicht schlecht, dem Gegner einfach mal seinen Snake-Eyes Poplar oder so wegzunehmen kann sich schon lohnen. Wenn man aber nicht gerade das Glück hat, gegen einen Labrynth-Spieler zu spielen, dem man Lady Labrynth von der Silberburg verbieten kann, sollte das allein zwar selten spielentscheidend sein, das war ein einziges Negate von Durchbruchfähigkeit aber auch nicht. Und beide Karten haben ja noch ihre zusätzliche Utility vom Friedhof. Im Falle von (I have once again achieved comedy) The Black Goat Laughs bedeutet dies, man kann die Karte vom Friedhof verbannen, um beiden Spielern das Aktivieren des Effekts einer bestimmten Monsterkarte auf dem Feld zu verbieten. Zu dumm, dass dies nur auf dem Feld geht, man kann also keine Handtraps verbieten. Dennoch kann man es zum Beispiel benutzen, um ein bestimmtes Negate, das sich schon auf dem Feld befindet, zu sabotieren. Das Ganze ist sogar eine recht sichere Nummer, da meiner Meinung nach nur wenig des klassischen Boardschmucks Fallenkartenaktivierungen vom Friedhof aufhalten kann. Außerdem sagt uns niemand, dass man den zweiten Effekt nicht in dem Zug benutzen kann, in dem The Black Goat Laughs in den Friedhof befördert wurde, solange man sie nicht regulär aktiviert hat. Man kann sie also auch bequem abwerfen oder mit Zeug wie Törichte Begräbnisbeigaben in den Friedhof befördern. Insgesamt ist nichts davon gamebreaking, aber es ist definitiv eine nette Karte, wenn man, wie mit einem Labrynth-Deck, sowieso normale Fallen spielen muss.
Platz 4: This Girl is on FIRE

Weiter geht es mit dem dritten großen Gewinner des Jahres 2023 neben dem Faschismus und Britney Spears: Die Feuer-Monster. Lange Zeit das vielleicht am meisten missachtete Attribut, legt es aktuell eine Supportwelle hin, die seinesgleichen sucht. Nicht nur wurde der Yu-Gi-Oh!-Youtube-Community mit dem Volcanic-Support ihr größtes Meme geraubt, hinzu kam mit Bonfire die erste generische Verstärkung für die Armee seit Urzeiten für einen ganzen Typ, nämlich Pyro, außerdem, zumindest im OCG, mal eben zwei dominante Top-Metadecks hintereinander. Zuerst haben die Rescue-ACE-Karten das Format gerettet (bzw. unter neues Management gestellt), dann kamen die Fire Kings, um ihren Thron zu beanspruchen. Die treibende Kraft waren bis hierhin eher Sondersets, aber auch Phantom Nightmare liefert, und zwar die gemeinsame Waifu all der neuen (und alten) Feuer-Decks: Promethean Princess, Bestower of Flames. Dieses Link-3-Monster sieht mit seinen 2+ Effekt-Monstern als Material erst einmal recht generisch aus. Im Grunde ist es das ja auch. Mit ihrem Effekt kann sie einmal pro Spielzug (!) ein Feuer-Monster vom Friedhof beschwören. Und irgendwo zwischen Aschenblüte und Freudiger Frühling und Albtraumritter Phönix wird sich da schon etwas finden. Das größere Problem ist, dass unsere Heißheit es fortan verbietet, etwas anderes als Feuer-Monster zu beschwören. Sollte man also auf den naheliegenden Gedanken gekommen sein, sie gleich zu einem Link-4-Monster weiterzuverarbeiten, ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Das wiederum ist verkraftbar, wenn man bedenkt, dass die beiden wesentlichen Ziele, Grosalamander-Pyrophönix und Amphibisches Schwarmschiff Amblowal beide Synergien mit Prometheans zweiten Effekt haben. Mit dem kann sie, wenn ein Monster als Spezialbeschwörung auf die gegnerische Spielseite beschworen wird und sie auf dem Friedhof liegt, ein Feuer-Monster auf unserem Feld sowie ein Monster des Gegners zerstören und sich selbst vom Friedhof beschwören. Wie die beiden Link-4s ins Spiel kommen? Grosalamander Pyro-Phönix kann ein gegnerisches Link-Monster vom Friedhof zurück auf sein Feld holen und somit unsere Prinzessin absichtlich triggern. Amblowal wiederum kann sich, wenn er durch ihren Effekt zerstört wird, durch ein anderes Link-3-oder-niedriger-Monster vom Friedhof ersetzen. Man könnte also beispielsweise im eigenen Zug Promethean Princess mit I:P Maskerena oder S:P Kleine Ritterin als Zwischenstufe beschwören, dann irgendein Feuer-Monster vom Friedhof zurück holen, dann Amblowal bauen und im gegnerischen Zug darauf warten, dass er eine Spezialbeschwörung durchführt. Dann kann man Amblowal und die gegnerische Karte zerstören und die Prinzession sowie I:P bzw. S:P zurückholen und dem Gegner damit weiter das Leben schwer machen. Aber auch abseits solcher klein-Kombos ist Promethean Princess, Bestower of Flames einfach eine fantastische Karte für alle Feuer-Decks, die allerhand auf den Tisch bringt.
Platz 3: Ich sollte aufhören, mir Titel basierend auf vorläufig übersetzten Namen auszudenken

Wir betreten das Treppchen, und Mutamorphosis ist einfach wunderschön. Fusionsmonster konnten sich inzwischen zwar dank immer absurderem Support und Konzepten, die das Prinzip der Spielmechanik biegen, bis die Balken brechen, im Mainstream etablieren, das war aber nicht immer so. Jahrelang gab es eigentlich nur zwei Karten, die auf lohnenswerte Weise Monster vom damals noch Fusions-Deck beschwören konnten (von Magieforscher wollen wir auf ewig schweigen): Cyber-Stein und Metamorphose. Letztere ist nach wie vor verboten, aber sie lebt fortan in Mutamorphosis weiter. Wie ihr großes Vorbild ist die Karte schnell erklärt, hat aber tiefgreifende Implikationen. Im Grunde macht sie ja auch das gleiche, nur eben „rückwärts“. Indem man ein Fusions- oder Synchromonster als Tribut anbietet, kann man ein Monster vom Main Deck als Spezialbeschwörung beschwören, dessen Stufe der des angebotenen Monsters entspricht. Man kann also theoretisch jedes Monster vom Deck beschwören, sofern es überhaupt als Spezialbeschwörung beschworen werden kann. Es behält sogar seinen Effekt, die einzige Einschränkung ist, dass es am Ende des Spielzugs auf die Hand zurückkehrt. Dieses Problem wiegt jedoch schwerer, als es mir zunächst bewusst war, weshalb das, was ihr gerade lest, eine stark überarbeitete Version des Beitrags ist. Die Einschränkung sorgt nämlich dafür, dass sich Mutamorphosis in einem seltsamen Dazwischen bewegt. Es ist eine normale Zauberkarte, was heißt, dass sie nur im eigenen Spielzug aktiviert werden kann. Das wiederum bedeutet, dass es nicht ohne Weiteres möglich ist, ein Monster zu beschwören, von dem man will, dass es sich im Zug des Gegners noch auf dem Feld befindet. Der naheliegende Gedanke, dem Gegner à la Leere der Eitelkeit am Ende der Kombo noch mit einem Floodgate wie Fossiler Pachycephalosaurier, Donnerkönig Rai-Oh, Entzauberer oder Das Ende von Anubis eins reinzuwürgen, schließt sich daher aus. Als Konstanz-Karte oder Kombo-Starter taugt Mutamorphosis allerdings auch nur bedingt, da man, um sie zu aktivieren, ja schon ein Synchro- oder Fusionsmonster beschworen haben musss, was im Normalfall bedeutet, dass man bereits im Spiel ist. Es gibt natürlich Sonderfälle, zum Beispiel wenn man Fertigfusion oder Instant-Kontakt hat, oder ein gegnerisches Monster mit Überläufer übernimmt. Dabei handelt es sich jedoch um 2-Karten-Kombos, von denen kein Bestandteil besonders gut suchbar ist. Eine verlässliche Karte, um an Schlüsselmonster zu kommen, wird Mutamorphosis dadurch nicht.
Was nicht heißt, dass es für sie keine Nische gibt. Sie kann ein mächtiger Extender sein, indem man Monster beschwört, die auf ihrer Beschwörung ein anderes Monster suchen oder beschwören können, beispielsweise Armageddonritter, Kaitoptera oder Gizmek Makami, die wilde Reißzahnfestung. Wenn man unbedingt an der Floodgate-Masche festhalten will, könnte man auch Elementar-HELD – Stratos beschwören und mit dessen Effekt Schicksals-HELD – Plasma suchen. Insgesamt sehe ich vor allem in zwei Arten von Decks einen Platz für die Karte. Das eine sind Toolbox-Decks, bei denen das beschwören von Synchro- und Fusionsmonster verschiedener Stufen eher ein Selbstzweck ist. Geschwindigkeits-Roids könnten zum Beispiel ein ungeliebtes Stufe-4-Synchro zu Takt-Wyvern oder Windhexe – Glasglocke verarbeiten. Steinbefreier könnten aus Steinbefreier Forscherin und Doki Doki ein Stufe-4-Synchro bauen und gegen Steinbefreier Prüfer tauschen. Und Synchron-Decks könnten aus Formelsynchron Doppelkrieger machen. Auf der Fusions-Seite erscheinen mir vor allem Runicks und Ritual Beasts als mögliche Kandidaten, jedoch weiß ich über beide Decks nicht genug, um abzuschätzen, was sie am liebsten beschwören würden.
Oder man nimmt einfach die stumpfsinnigste Methode: Statt eines Floodgates beschwört man eine Handtrap, in der vollen Absicht, diese am Ende des Zuges auf die Hand zu holen.
P.S.: Haha, ihr lest immer noch, das heißt ihr müsst jetzt meinen Biologie-Funfact erfahren! Und zwar zum ursprünglichen Fanübersetzungs-Titel „Back Mutation“. „Rückmutationen“ wie dieser Name sie verspricht sind in der Evolutionsbiologie nämlich ein kontroverses Thema. Nach Darwins klassischer Evolutionstheorie müssten sie unmöglich sein, dennoch kann man sie scheinbar beobachten. Bei Phasmiden etwa, der Insektenfamilie, der unter anderem Gespenstschrecken und Stabschrecken angehören, sind Flügel und Flugfähigkeit scheinbar immer mal wieder verschwunden oder haben sich neu ausgebildet. Um das zu erklären, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt eine absurd hohe Menge von „Missing Links“ (also augestorbener, gemeinsamer Vorfahren) an, was in der Taxonomie (der biologischen Disziplin, die sich mit dem Erstellen und Nachvollziehen von Stammbäumen befasst) als schlechte fachliche Praxis gilt, oder man akzeptiert die Möglichkeit von Rückmutationen. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass es sich dabei nicht um echte Rückmutationen handelt, sondern dass das Erbgut für Flügel auch in den flugunfähigen Insekten vorhanden ist, jedoch mit komplizierten biochemischen Prozessen unterdrückt wird. Nur mal so. Okay, zurück zum Ranking!
Platz 2: Neuer Horuspokus

Wir nähern uns dem Ende des Rankings, und mit meinen letzten beiden Platzierungen möchte ich auch ein Stück weit Buße tun. Wie euch vielleicht aufgefallen ist, ist die Top 10 zu Age of Overlord ausgefallen. Es gab keinen besonders guten Grund dafür, der Release-Termin ist einfach ungünstig mit meinen Real Life-Plänen kollidiert. Deshalb freut es mich umso mehr, dass Phantom Nightmare die beiden interessantesten neuen Themendecks aus dem Vorgängerset fortsetzt. Die nächsten beiden Karten sind also nicht nur für sich selbst hier, sondern repräsentieren auch all diejenigen, die zu erklären ich beim letzten Mal versäumt habe.
Den Anfang machen die Horus-Karten. Die haben leider nur relativ wenig, bzw. genau nichts mit dem ikonischen Horus der Schwarzflammendrache LV4 zu tun, viel eher stellen sie ein neues Themendeck dar, allerdings eines derjenigen, die am Ende doch nur als Engine gespielt werden. Das aber umso effektiver. Die ganze Engine dreht sich rund um Sarkophag des Königs, seines Zeichens suchbar mit dem wichtigsten Monster, Amset, Ehre des Horus. Dieser kann sich selbst und eine andere Karte abwerfen, um die Zauberkarte zu suchen und eine neue Karte zu ziehen. Mit Abwerfen geht es auch gleich weiter, denn bis zu vier Mal (!) pro Spielzug kann man mit Sarkophag des Königs eine weitere Karte abwerfen, um ein Horus-Monster vom Deck auf den Friedhof zu schicken. Von dort aus können sie sich dann alle beschwören, solange man den Sarkophag kontrolliert. Das ist genauso verrückt, wie es klingt: Theoretisch kann man bis zu vier Karten abwerfen, und anschließend die gleiche Menge Stufe-8-Monster vom Friedhof beschwören. Dabei ist natürlich hilfreich, dass die Rang-8-Xyz-Monster derzeit den vielleicht besten Pool von allen aufweisen, mit Karten wie Nummer 38: Hoffnungsvorbote Drachentitanengalaxie, Nummer 90: Galaxieaugen-Photonenherr und Coachkönig Riesentrainer. Sarkophag des Königs und die übrigen drei Horus-Monster haben auch noch weitere Effekte, die allerdings weniger überzeugen und die ich an dieser Stelle ruhigen Gewissens ignorieren werde. Wie gesagt werden die Karten ohnehin eher als Engine gespielt, um vielleicht so zwei Beschwörungen zu machen. Aber sie arbeiten zum Beispiel auch wunderbar unter Kräfte rauben und könnten zusammen mit Kollegen wie den Danger!-Karten ein Anti-Meta-Deck darstellen.
So weit, so Age of Overlord. In Phantom Nightmare kommen zwei Karten dazu. Wie euch vielleicht aufgefallen ist, ist das Thema ziemlich abhängig von ihrem Sarkophag. Mein Platz X, Walls of the Imperial Tomb ändert das, zumindest ein Stück weit. In der Main Phase kann man seiner Hand ein Horus-Monster vom Deck hinzufügen und anschließend eine Karte von der Hand unters Deck legen. Dies schließt Amset, Ehre des Horus (und damit indirekt auch den Sarkophag) mit ein. Ähnlich wertvoll ist aber auch der simple erste Satz der Karte: Dass sie in der Feldzone als Sarkophag des Königs gilt. Das erlaubt einem, die Anzahl der Kopien mal eben auf 7 hochzuschrauben, außerdem hat der Gegner es nicht mehr so einfach, unsere komplette Strategie mit einem Kosmoszyklon zu ruinieren, falls wir beide Karten kontrollieren.
Zu guter Letzt macht die Karte auch noch das andernfalls enttäuschende „Bossmonster“ Horus the Black Flame Deity zumindest ein bisschen attraktiver. Mit dessen relevanten Effekt kann man ihn, wenn man sowohl Sarkophag des Königs als auch ein Horus-Monster kontrolliert, eine Karte vom Feld auf den Friedhof legen lassen, wenn man dasselbe mit einer Karte von der eigenen Hand oder dem eigenen Feld macht. Walls of the Imperial Tomb lässt einen dann zusätzlich noch eine Karte ziehen. Einmal pro Zug ein nicht-zielendes, nicht-zerstörendes Removal und eine Karte durchwechseln? Es gibt Schlimmeres.
Platz 1: Ein Format in Flammen

Wie schon erwähnt steht der laufende Zyklus ganz im Zeichen des Feuers, wobei Phantom Nightmare den vorläufigen Höhepunkt darstellt. Im OCG ist der Funke zuerst übergesprungen. Dort wurde, nachdem das Rescue ACE-Deck sich nicht selbst vor der Banlist retten konnte, bereits das nächste unangefochtene Top-Deck geschmiedet. Die Zutaten für diesen Brandsatz: Fire Kings, Snake-Eyes und mein zweites großes Versäumnis aus Age of Overlord: Diabellstar die schwarze Hexe. Die macht ein bisschen viel, um es alles in einem Beitrag abzudecken, der eigentlich eine andere Karte behandelt. Wichtig ist, dass man sie von der Hand beschwören kann, indem man eine andere Karte von Hand oder Feld auf den Friedhof schickt, wobei sie eine „Sinful Spoils“ direkt vom Deck setzen kann. Die wichtigste ist Erbsündhafte Beute – Schlangenauge, eine Zauberkarte, mit der man ein Stufe-1-Feuer-Monster vom Deck beschwören kann. Ist euch klar, was das bedeutet? Man kann Jurassier-Auro beschwören, Leute! Wenn ihr allerdings die Absicht haben solltet, zu gewinnen, ist Snake-Eyes Ash vielleicht die bessere Wahl. Dieses Monster kann auf seiner Beschwörung ein anderes Stufe-1-Feuer-Monster suchen. Nein, nicht Jurassier-Auro (sad Leseleff noises) sondern wohl eher Snake-Eyes Poplar. Das ist übrigens die unbestritten beste Karte aus Phantom Nightmare, die noch sehr viel mehr macht als das, was ich im folgenden beschreiben werde. Dazu wird mein Kollege Deckcreator16 aber sicher noch einige Worte in den Competitive Mentions verlieren, ich konzentriere mich lieber mal auf die Spielereien rund um Diabellstar die schwarze Hexe und meinen Platz 1: Dramatic Snake-Eye Chase. Die ist im großen Ganzen der Schlangenaugen-Spielereien zwar eher eine Fußnote, und hätte es wahrscheinlich nicht so weit geschafft, hätte ich eine Gelegenheit gehabt, über die erste Kartenwelle zu schreiben. Aber es ist trotzdem eine grundsolide Karte. Dank Populus ist sie wie gesagt schnell gesucht, und dann kann man ein Diabellstar-Monster vom Deck als permanente Zauberkarte aktivieren (das ist das Gimmick des Decks). Um unsere schwarze Hexe von dort irgendwo hin zu bekommen, wo sie uns von Nutzen ist, gibt es im Wesentlichen zwei Wege. Entweder man benutzt das themeneigene Bossmonster Snake-Eyes Flamberge Dragon, um sie im gegnerischen Spielzug zu beschwören, oder man wartet einfach bis zur End Phase ab, um es mit dem Effekt von Snake-Eyes Dramatic Chase zu machen. In diesem Fall kann man Sündhafte Beute des Verrats – Silvera suchen, mit der man dann im gegnerischen Zug einen Monstereffekt annullieren kann. Eine zweite Interruption gibt es auch noch: Sündhafte Beute des Schicksals – Rciela, ein Schnellzauber, mit dem man vereinfacht gesagt alle gegnerischen Monster mit 2500 oder weniger ATK zerstören kann.
Der ganze Themenkomplex macht, wie ihr seht, ziemlich viel, und ist sicher noch nicht am Ende angekommen. Noch lustiger wird es, wenn Diabellze of the Original Sin erst einmal da ist. Aber darüber werde ich bestimmt zur gegebenen Zeit noch einmal etwas schreiben. Mich haben Diabellstar die schwarze Hexe jedenfalls schon jetzt verzaubert.
Dishonorable Mention

Okay Leute, es wird Zeit, das Schweigen zu brechen. Denn wie vorhin im Abschnitt über Sunset Beat erwähnt, gibt es in diesem Set noch eine fünfte Karte als Support für Flipp-Stategien. Solche wären oft genug eigentlich für sich schon Dishonorable-Mention-würdig, wenn ich nicht so ein weiches Herz für sie hätte. Ich schätze, das liegt einfach an der Fantasie, dass ich irgendwann selbstbewusst Pinguinsoldat in einem Duell umdrehen könnte, und die Welt dann wieder in Ordnung wäre. Aber Swarm of Centipedes ist kein Pinguinsoldat. Er ist nichtmal ein Umdrehbarer Käfer, und das will schon etwas heißen. Ja, dass auf dieser SCHWARM-Karte ein einziger Hundertfüßer zu sehen ist, ist geradezu prophetisch dafür, wo die Reise hingeht.
Effekttechnisch reiht er sich bei Karten wie Heuschreckenschwarm, Skarabäusschwarm, Des Lacooda oder Golem-Wachposten ein, nur schafft er es irgendwie, schlechter als sie alle zu sein. Wie die großen Vorbilder hat er einen Effekt, der sich aktiviert, wenn er umgedreht wird, außerdem einen, mit dem er sich selbst einmal pro Spielzug zurück in die verdeckte Verteidigungsposition bringen kann. Dabei ist er den alten Karten immerhin insofern voraus, als dass er irgendwie aufgeflippt werden muss und nicht zwangsläufig als Flippbeschwörung beschworen. Aber wofür das Ganze? Wird er aufgeflippt, kann er ein anderes Monster entweder in die offene Angriffs- oder die verdeckte Verteidigungsposition bringen. Wir haben es also im Jahr 2024 mit… einer schlechteren Tsukuyomi zu tun? Ich fürchte, es ist so. Ihr mögt jetzt denken, dass ich etwas zu hart bin. Am Ende des Tages ist die Karte auch nicht so viel schlechter als Sunset Beat. Das Problem, das ich dabei habe ist, dass Sunset Beat immerhin etwas Neues macht. Swarm of Centipedes hingegen ist dann am effektivsten, wenn man ihn im gegnerischen Zug mit einem Karteneffekt flippt, um ein weiteres Flipp-Monster gezielt zu benutzen. Bloß hätte man den Karteneffekt dann auch gleich benutzen können, um das gewünschte Ziel umzudrehen. Im Umdrehen gegnerischer Monster wiederum wird er fast vollständig von Tsukuyomi und diversen Zauber- und Fallenkarten outclassed. Was bleibt ist die winzige Nische, Flipp-Monster umzudrehen, die gerade erst gesetzt wurden. Mal ganz abgesehen davon, dass auch dieser Job von einer anderen Karte, in diesem Fall Buch von Taiyou, um Längen besser gemacht wird, er ist es auch einfach echt nicht wert, dafür seine Normalbeschwörung zu opfern und anschließend eine Runde zu warten.
Außerdem muss ich als Biologe leider noch eine Sache loswerden: HUNDERTFÜßER BILDEN KEINE SCHWÄRME!
Honorable Mentions:

Nun da wir das hinter uns gebracht haben, ist Honorable Mentions-Zeit. Und es sind wieder so viele! Wo anfangen? Wie wäre es mit denjenigen Karten, die eine Platzierung am knappsten verpasst haben. Für Earthbound Fusion hatte ich sogar schon einen Beitrag verfasst. Dann kam jedoch der TCG-Spoiler, und mir wurde klar, dass ich im Grunde nur „man kann jetzt Wächter-Schimäre im gegnerischen Zug beschwören!“ auf sehr viele Worte gestreckt hatte, und ich eigentlich lieber was über Mystic Potato schreiben könnte. Und dann ist da noch die beste Ghoti-Karte des Sets, also Fish Lamp. Das Stufe-4-Synchro-Empfängermonster kann, wenn es seinerseits als Synchromaterial verwendet wird, zwei Spielmarken beschwören, beschränkt uns dafür jedoch auf Fisch-Monster. Okay, als nächstes vielleicht all die Themendecks? Wie bereits angedeutet bekleckern sich die Ghoti-Karten weiterhin nicht mit Ruhm, so sehr ich das Deck auch liebe. Da hat der Rest schon mehr Glück. Die Yubel-Karten und das Voiceless Voice-Thema sind beispielsweise viel besser als sie es als Legacy Support für uralte Shitmons sein sollten. So kann dank dem neuen Bossmonster Yubel – The Loving Defender Forever beispielsweise das gesamte gegnerische Feld mit Superpolymerisation wegsaugen. Ein weiteres Thema, das plötzlich mit dem Fusionieren anfangen soll, sind die Aromas, deren Support sich ebenfalls keineswegs verstecken braucht. Die „Fusionszauberkarte“ Aroma Blend sucht zunächst eine der für das Thema so wichtigen „Wind“-Zauber- oder Fallenkarten, dann erst kommt sie vom Friedhof ihrer eigentlichen Bestimmung nach, nämlich Aromalilith Magnolia beschwören, ein typisches viel machendes Bossmonster, das deine Pflänzchen vor Zerstörung durch Karteneffekte schützt, gegnerische Karten verbannen und die ATK deiner Monster in potenziell neue Höhen treiben kann. Wobei selbst das neben Aromalilith Rosalina, die einfach mal fast jedes Aroma-Monster vom Deck beschwören kann, fast blass aussieht. Und dann gibt es da auch mal wieder ein neues TCG-Thema. Die Ashened-Karten reiten mit auf der Welle des neuen Pyro-Supports, und sind sogar halbwegs vielversprechend. In gewisser Weise eine Mischung als Malefics und der vielleicht letzten großen WPC-Erfolgsgeschichte, den Kaiju-Karten.
Bleiben wir vielleicht gleich mit den TCG-onlys. Die wussten mich dieses Mal nämlich insgesamt schon zu überzeugen. Da ist zum Beispiel Carnot the Eternal Machine, eine Art Stufe-10-Gizmek Orochi, der Schlangotron-Himmelsschlitzer, der easy auf 4000 ATK kommt. Oder Swallow’s Cowrie, ein Gegenstück zu Schwalbennest, das Monster vom Deck der Hand hinzufügt statt beschwört. Dadurch dem Original meist unterlegen, aber trotzdem mit einigem Potenzial. So kann man sie beispielsweise mit den Wanderbrise-Karten kombinieren, die das gesuchte Monster sogleich in ihre Beschwörungsketten einbauen können. Dann gibt es noch neuen Psi-Support, wobei Psychic Processor und Psychic Arsenal zu nennen sind. Ersterer ist ein Notfallteleport-Ziel, mit dem man bis zu zwei Psi-, Maschinen- oder Cyberse-Monster von der Hand beschwören kann, letzteres ist eine seltsam spezifische, aber im richtigen Kontext sicher praktischer Sucherkarte für Maschinen-Monster. Aber wenn man ein Erde-Psi-Monster der Stufe 4 oder niedriger kontrolliert, könnte man zum Beispiel Junk Dragonlet suchen. Der ist im Grunde ein typischer Extender von der Hand, wird jedoch durch den Umstand, dass er eine Maschine Stufe 5 ist, besonders interessant. Denn dadurch kann man ihm auf der Hand beispielsweise aus Beschleunigungssynchron Cyber Drache Unendlichkeit oder Ultimaya Tzolkin bauen.
Aber auch im ursprünglichen Set gibt es einige nette Karten aus der Kategorie, die ich liebevoll als „random shit“ bezeichne, und die ich noch in aller Kürze abhandeln will. EM:P Meowmine ist ein denkbar generischer Extender der zusätzlich gegnerische Monster auf die Hand zurückgeben kann. Emissary from the House of Wax ist eine neue Handtrap, die vereinfacht gesagt als neue Version von Kampfausblender und Flinke Vogelscheuche bezeichnet werden kann und den Gegner bestraft, sollte er auf die Idee kommen, vor der Verarbeitung zu Negates noch mit den höheren ATK der Materialien anzugreifen. Magmacho Dragon ist ein Pyro-Extender der Stufe 8 für selbstzerstörerische Feuer-Decks (aka Fire Kings) , der zusätzlich eine Karte ziehen kann. Mokomoko ist ein in jeder Hinsicht besseres (und niedlicheres!) Des Lacooda, das sich auch aktiviert, wenn es vom Gegner aufgeflippt wird, und nicht durch Kampf zerstört werden kann. Materialization ist Support und irgendwo auch Gegenmittel für jedes der immer häufiger werdenden Decks, die Monsterkarten in die Zauber/Fallenzone legen, mit dem man solche wahlweise beschwören, auf die Hand zurückgeben oder zusammen mit einem anderen Monster zerstören kann. Und Terrors of the Afterrroot ist eine vielseitige Falle, mit der man gegnerische Monster verbannen und eine weitere Kopie von sich selbst oder die ähnlich gute Terror des Oberholzes vom Deck setzen kann.
Competitive Mentions (feat. Deckcreator16)

Hey Leute, Deckcreator16 hier. Wie es schon langsam zur Gewohnheit wird, übernehme auch ich wieder den Part wo es um die Competitive Mentions geht. Und hierbei ist dieses Set etwas merkwürdig. Denn wie so üblich sind Sets, die von der Community als "schlecht" oder "nicht gut" betrachtet werden meist deshalb so schlecht, weil es nur wenige "Competitive Chase Cards" gibt. Und zu diesen gehört auch dieses Set, wobei ich persönlich nicht so negativ darauf schauen würde. Doch fangen wir erstmal mit den Obvious Choices an. Diese wären Snake-Eye Poplar als auch Promethean Princess, Bestower of Flames, welche zusammen den Dreh- und Angelpunkt des kommenden Formates darstellt, welches auch gerne "Year of the Fire" getauft wurde. Die Begründung dafür ist entsprechend kurz und Knackig: Poplar ist suchbar über Snake-Eye Ash und Bonfire, was dank seines Spezialbeschwörungseffektes einen Pseudo-Notfallteleport-Effekt aus beiden Karten macht. Anschließend sucht es noch Original Sinful Spoils - Snake-Eye und kann selbst für beispielsweise Linkuriboh weggelinkt werden, um sich anschließend in die Zauber- und Fallenkartenzone als Kosten für die gesuchte Zauberkarte entsorgen lässt. Wir machen also aus einer Karte zwei und können noch ein beliebiges Feuer Monster mit Stufe 1 aus dem Deck beschwören. Und selbst im Friedhof ist es nicht nutzlos, da es über seine Stufe Material für Effekte wie von [='Snake-Eyes Flamberge'][/y] darstellt. Und Promethean Princess, Bestower of Flames ist ein "Link Climb" Monster ähnlich wie Selene, Königin der Meistermagier, nur das es sich eben auf Feuer-Monster verlassen muss. Und davon hat theoretisch jedes Deck Zugriff drauf, wenn man an Karten wie beispielsweise Grosalamander Almiraj oder Aschenblüte & Freudiger Frühling denkt. Zwar ist es etwas restriktiver, in was für ein Monster man weiterlinken kann, doch auch hier gibt es ideale Ziele in Form von Amphibisches Schwarmschiff Amblowal und Grosalamander Pyro-Phönix. Außerdem ist sie noch eine Interaktion im Friedhof, die man entweder nutzen kann, um leichter Second zu gehen, oder um das eigene Going First Board zu verbessern, und harmoniert hier perfekt mit unserem Link 4 Wal. Die dritte Preissegment-Chase-Karte ist dann noch Lo, the Prayers of the Voiceless Voice, welche "Eierlegende Wollmilchsau" für das stimmlose Stimme-Thema leider zurecht Secret Rare ist. Sie ist ein Stratos bei ihrer Beschwörung direkt die themeneigenen permanenten Zauber- und Fallenkarten vom Deck aktivieren und so Aschenblüte & Freudiger Frühling und Droll & Lock Bird umgehen. Zusätzlich kann sie als komplettes Ritualmaterial für Licht-Ritualmonster verwendet werden und darf sich vom Friedhof spezialbeschwören, wenn Licht Ritualmonster als Spezialbeschwörung beschworen werden. Letzteres ermöglicht ihr also auch im gegnerischen Zug ihren Sucheffekt anwenden zu können.
Die weniger offensichtlichen Karten sind meiner Ansicht nach aber auch erwähnenswert, und sollten zumindest im Auge behalten werden. So ist Goblin Biker Boom Mach zwar nur eine Common aus dem Set, doch bietet einen interessanten Effekt als Side Deck Karte. Denn Decks wie Purrely besitzen XYZ-Monster die unberührt sind. Doch diese Karte, wie auch der Rest der Goblin-Biker, können weiterhin XYz-Materialien von unberührten Monstern abhängen und so interessante Optionen in der Zukunft darstellen. Meiner Ansicht nach könnte das ganze Goblin-Biker-Thema hier im TCG besser performen als im OCG dank der Nicht-Existenz von Maxx „C“ aber auch der Tatsache das wir Karten wie Ken und Gen besitzen die sehr gut damit harmonieren. Doch ich erwähne Boom Beschleuniger explizit, da er für seine Beschwörung einen Schnelleffekt von Hand oder Friedhof darstellt. Damit reiht er sich in die Kategorie der Handtraps wie auch Spielmarken-Sammler oder der Friedhofs-Interruptions wie Keldo und Mudora. Und ich habe hier nicht zufällig drei recht starke Karten erwähnt, die in der jüngsten Vergangenheit ihr Unwesen getrieben haben. Es beweist das auch diese Karte enormes Potenzial hat. Auch weil es ein idealer Extender für Decks darstellt, die selber auf XYZ-Monster setzen.
Ähnlich halte ich Enigmaster Packbit für erwähnenswert. Wie ihr in meinen <a href="https://www.etcg.de/forum/wcf/index.php?article/1810-the-quick-fix-agov-woche-7-11-und-12-14/">letzten Quick Fix</a> bereits lesen konntet, steigt die Zahl der Centur-Ion Decks langsam aber sicher an. Und diese Karte ist wie für das Thema gemacht. Als Synchro Monster der Stufe acht füllt es die Lücke auf, die die themeneigenen Synchro Monster offen lassen. Zudem kann es die themeneigenen Monster vom Friedhof zurück in die Zauber- und Fallenkartenzone als Fallenkarten legen, sollte er beschworen oder auf den Friedhof gelegt werden. Letzteres wird auch dann interessant, wenn man beispielsweise eine Dogmatika-Engine in Form von drei Nadir-Diener, null bis eine Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte, null bis eine Dogmatika Fleurdelis, die Ritterliche und/oder null bis eine Dogmatika Maximus integriert. Und sollte er, beispielsweise durch Centur-Ion Phalanx, selber zu einer Fallenkarte geworden sein, kann man auch seinen letzten Effekt nutzen um ihn (achtung, er muss vorher korrekt beschworen sein) oder ein anderes Monster von der Zauber- und Fallenakrtenzone spezial zu beschwören. Dabei ist dieser Teileffekt nichtmal auf "Monster die als permanente FALLENkarten" behandelt werden beschränkt, sondern kann auch mit "Monster die als permanente ZAUBERkarten" wie bei den Schlangenaugen-Karten harmonieren.
Ansonsten hat Leseleff bereits einiges zur Stone Wall of the Imperial Tombs beziehungsweise dem Horus-Archetype im allgemeinen geschrieben. Ich beschränke mich daher mal auf die competitive Spielweise. Und da sieht es einzig aus dem OCG betrachtet etwas schwach aus. Ich habe zwar vereinzelte "Pur-Horus"-Decklisten gesehen, welche die Mauer spielen, aber auch hier sieht man sie nur in einem von etwa hundert Decklisten. Ich vermute, dass sich dies darin begründet das man mit drei Imsety und zwei bis drei Sarkophagen bereits genug Kopien besitzt und jede weitere einfach nur tote Duplikate schafft. Beim Bossmonster sieht es hier noch viel schlechter aus, wo ich nichtmal eine einzige Deckliste mit ihm gesehen habe. Doch auch wenn die Mauer heute nicht gespielt wird, sollte man sie im Auge behalten. Wie gesagt ist das TCG ein wenig anders. Außerdem weiss man nie wann die Liste der limitierten und verbotenen Karten hier oder im OCG etwas daran ändern könnte.
Eine weitere Karte die ich erwähnen möchte ist Aromalilith RosALINA. Ich denke wenn ich sage, das Pflanzen-Misch-Decks in den letzten beiden Jahren starke Dominanz bewiesen habe, wird mir das niemand verneinen. Und wenn doch, solltet ihr euch mal die Final-Matches der Europameisterschaft 2022 und 2023 anschauen. Und auch wenn selbiges Deck auf der letzten Liste der limitierten und verbotenen Karten einiges abbekommen hat, füllt diese Karte die entstandenen Lücken auf. So ist dieses Monster nicht nur eine Fremdenführerin aus der Unterwelt, die auch bei der Spezialbeschwörung triggert, auch ihre Ziele sind mit AromaGISTERIN Jasmin (zusätzliche Normalbeschwörung eines Pflanzenmonsters wenn man höhere LP als der Gegner besitzt und eine Karte ziehen nachdem man Lebenspunkte erhalten hat) und Aromagister Lorbeer (Extender von der Hand wenn die eigenen Lebenspunkte höher sind und kann 500 Lebenspunkte geben, wenn er auf den Friedhof gelegt wird) nicht unbedingt schlecht. Zudem besitzt sie noch einen Bonus-Effekt, wodurch man sie als Schnelleffekt abwerfen kann, um so viele Lebenspunkte zu erhalten, wie ein Aroma-Monster welches man kontrolliert. Und da ist es doch praktisch das AromaSERAPHIE Jasmin einmal pro Spielzug pro Kopie eine Pflanzen-Karte suchen darf, wenn man Lebenspunkte erhält. Sprich wir können bei Seraphie-Pass im gegnerischen Spielzug die passende Pflanzen-Karte suchen, die wir brauchen, oder aus einer Karte zwei machen, sollten wir zwei Seraphie Jasmines kontrollieren. Und selbst Aromalilith RosMARIN ist eine nette Ergänzung für das Pflanzen Extra Deck.
Ansonsten hab ich lange überlegt ob ich Iron Thunder in den Competitive Mentions aufnehmen sollte, oder nicht. Wie ihr seht hab ich es getan. Der Grund liegt hier darin, das sie in Formaten, wo Karten wie Feierlicher Schlag oder Feierliches Urteil ins Gespräch kommen, kann man auch diese Karte in Erwähnung ziehen. Sie deckt eine kleinen wenig andere Angriffsfläche als diese beiden Karten ab und besitzt einen Bonus-Effekt der entweder für oder gegen einen selbst angewendet werden kann. Das macht diese Karte natürlich schwierig als Pick, da sie im gleichen Moment, wo alle Spieler darauf vorbereitet sind, an Spielstärke verliert, während sie nur dann glänzt, wenn niemand sie auf dem Schirm hat. Trotz allem ist sie eine Karte, die man vermutlich im Repertoire haben sollte.
Abschließen würde ich die Competitive Mention dann noch mit dem "In Asche gelegt"-Thema, speziell Veidos the Eruption Dragon of Extinction. Ich persönlich bin seit der damaligen Enttäuschung bei Venschrecken immer noch stark gehämmt, ein WPC-Thema zu empfehlen. Gerade da die zweite Welle komplett unbekannt ist, und auch hier vermutlich zwischen "Hit" oder "Miss" entscheidet, zugleich aber viele Karten im Thema eine hohe Rarität und Artwork-Beliebtheit haben, welche eine Investition doppelt bestraft, wenn sich diese als Enttäuschung herausstellen. Doch statt uns auf die "0-8-15" Sucher und Spezialbeschwörer zu beschränken, schauen wir einfach mal auf Veidos, der auch ohne sein Thema einen Blick wert ist. Denn auch dieses Monster besitzt einen Beschwörungs-Schnelleffekt wie Goblin Biker Boom Mach, auch wenn er sich hier nur auf die Spezialbeschwörung von der Hand beschränkt. Doch das qualifiziert ihn zumindest noch als Handtrap, welche nichtmal schlecht ist, da man eine Spielfeldzauberkarte auf einem beliebigen Spielfeld zerstören kann, um ihn auf die gegnerische Seite spezial zu beschwören. Somit ist er eine Mischung aus Handtrap und Kaiju gegen Spielfeldzauber. Optional kann man sich dann noch eine permanente Fallenkarte des "In Asche gelegt"-Themas vom Deck auf die Hand suchen oder direkt setzen, was Stand heute nur Ashened for Eternity ist, zukünftig aber bessere Fallenkarten sein könnten. Sollte der Gegner diesen Drachen nun beispielsweise für ein Linkbeschwörung verwenden oder sonstwie auf unseren Friedhof zurückschicken, darf er Raigeki-like alle Monster des Gegners zerstören. Das ist ganz ansprechend in Kombination einer gegnerischen Insel des Feuerkönigs, die sofort nach seiner Beschwörung das ganze gegnerische Feld sprengt und ihn direkt wieder entsorgt. Hat der Gegner also "Floater" bereits auf dem Feld, kann Veidos direkt die durch die Floater beschworenen Monster zerstören (abhängig davon in welchem Spielzug diese ausgelöst wurden, da dies je nach Kettenbildung unterschiedlich ausgehen kann). Hier kommt aber direkt ein weiteres Problem mit der Karte auf, die mich grübeln lässt, ob das Thema kein False Friend ist. Denn auch wenn Insel des Feuerkönigs die aktuell wohl wichtigste Spielfeldzauberkarte überhaupt darstellt, besitzt sie mit Fire King Sanctuary ein direktes Out gegen Veidos. Auch kann Runisch seinen Spielfeldzauber über Hugin die runischen Schwingen beschützen. Schaut man weiter in die nahe Vergangenheit fällt der Blick auf Tränenklage mit Urplanet Perlereino oder Mannadium mit Peaceful Planet Calarium und Primitiver Planet Reichphobia, welche das ganze schon wieder unschmackhaft machen. Zwar kann man dank der Beschwörung von Veidos die Aktivierung dieser Karten an der Auflösung hindern, doch gerade Mannadium- oder Tränenklage-Monster freuen sich darüber, wenn sie zerstört werden, um ihre Effekte zu aktivieren. Dies bedeutet wiederum das wir Veidos Zerstörungseffekt nicht aktivieren dürfen, wenn wir dem Gegner nicht in die Hände spielen dürfen. Und das halbiert die Wirkung dieser Karte direkt um die Hälfte. Somit bliebe nur Kashtira als eine der aktuelleren Spielfeldzauberdecks übrig, wo sie ihr volles Potenzial ausreizen kann. Einen Lichtschimmer gibt es hier trotzdem, denn die bereits verfügbare Fallenkarte Ashened for Eternity, welche wir in der Beschwörung von Veidos direkt aktivieren können, kann den Drachen zurück auf unsere Spielfeldseite befördern und zu einer unüberwindbaren ATK-Mauer werden lassen. Ob das aber zum Preis eines weiteren Bricks wert ist, kann uns nur die Zukunft sagen.
Alles in allem sollte man gemerkt haben, obwohl dieses Set gerne als "Competitive Mid" oder gar "Competitive schlecht" bezeichnet wird, hat es doch eine gute Mischung an Perlen, die man im Auge behalten darf.
Schlusswort
Wieder einmal vielen Dank an Deckcreator16 für deine Expertise. Und natürlich auch an euch alle, meine hoffentlich treuen Leser. Aus vereinzelten PMs weiß ich, dass meine Artikel zumindest von manchen vermisst werden, wenn sie ausfallen. Wenn es so sein sollte, lasst doch mal wieder was im Diskussionsthread von euch hören! Aber unabhängig davon hoffe ich, dass ich mich dann im Frühjahr zu Legacy of Destruction zurückmelde!
- Leseleff -