Der Zeitraum, welchen dieser Artikel beleuchtet, ist vom 18.03. bis 31.03. und umfasst damit alle Events vor und während des Osterwochenendes. Die Events in dieser Zeit umfassen dabei die UK sowie German Open als auch 27 Regionals in der siebten Woche des PHNI-Formates, während die achte Woche mit der YCS Medellin, der Dutch Open und 16 Regionals glänzen konnte. Rutschen wir also rüber zum allgemeinen Deck Breakdown.
Deck Breakdown
Gesamt: 285
- Snake-Eye-Variants: 69
- Snake-Eye*: 5
- Snake-Eye-Diabellstar: 53
- Snake-Eye-Diabellstar-Kashtira: 8
- Snake-Eye-Diabellstar-Horus: 2
- Snake-Eye-Diabellstar-Rescue-ACE: 1
- Fire King-Variants: 54
- Fire King-Diabellstar-Snake-Eye: 53
- Fire King-Snake-Eye*: 1
- Voiceless Voice-Variants: 30
- Voiceless Voice*: 20
- Voiceless Voice-Branded: 8
- Voiceless Voice-Nekroz: 1
- Voiceless Voice-Snake-Eye: 1
- Despia-Variants: 21
- Despia-Branded*: 19
- Despia-Shaddoll-Branded: 1
- Despia-Horus-Branded: 1
- Kashtira-Variants: 18
- Kashtira*: 11
- Kashtira-Heatsoul: 7
- Floowandereeze*: 16
- Runick-Variants: 12
- Runick*: 6
- Runick-Stun: 4
- Runick-Bystial: 2
- Purrely-Variants: 7
- Purrely: 5
- Purrely-Spright: 2
- Other (1-5): 58
- Horus-Variants: 5
- Horus-Stun: 3
- Horus-Galaxy-Therion: 1
- Horus-Stun-Salvation: 1
- Labrynth-Variants: 5
- Labrynth*: 2
- Labrynth-Unchained: 2
- Labrynth-Blind Second: 1
- Rescue-ACE-Variants: 5
- Rescue-ACE-Diabellstar*: 3
- Rescue-ACE-Diabellstar-Snake-Eye: 2
- Rikka-Aroma-Therion-Sunavalon: 5
- Mannadium-Scareclaw: 4
- Tearlaments-Variants: 4
- Tearlaments-Horus-Destiny: 1
- Tearlaments-Horus: 1
- Tearlaments-Horus-Danger: 1
- Tearlaments-Paleozoic: 1
- Chimera-Branded: 3
- Salamangreat*: 3
- Centur-Ion-Variants: 2
- Centur-Ion-Superheavy Samurai: 1
- Centur-Ion-Runick-Bystial: 1
- Dinomorphia*: 2
- Spright-Melffy: 2
- Vanquish Soul*: 2
- Volcanic-Variants*: 2
- Volcanic*: 1
- Volcanic-Diabellstar-Snake-Eye-Fire King-Horus: 1
- Abyss Actor*: 1
- Dark World*: 1
- Dragon Link*: 1
- Infernoid-Diabellstar-Snake-Eye: 1
- Naturia-Runick: 1
- Ogdoadic-Evol: 1
- Orcust-Runick: 1
- Ra-Adventurer-Horus-Phantom Knights: 1
- Raidraptor*: 1
- Stun-Branded-Dogmatika: 1
- T.G.-Diabellstar-Snake-Eye: 1
- Tri-Brigade-Horus-Adventurer-Spright: 1
- World Chalice-Adventurer-Phantom Knights: 1
- Yubel-Horus-Unchained: 1
* = Die tatsächliche Menge der Subvarianten kann aufgrund unbekannter Decklisten abweichen
In diesem Zeitraum wurden 285 getoppte Decks erfasst, welche sich auf 150 Decks in der siebten sowie 135 Decks in der achten Woche aufgespalten haben. Davon wurden 95 Decklisten aus der siebten sowie 60 Decklisten aus der achten Woche veröffentlicht und für die detaillierten Analysen verwendet. Wie immer sind die erfassten Daten im eigens angelegten Spreadsheet verfügbar.
Woche 7 PHNI - Alles beim alten
Bevor ich damit beginnen kann, die Veränderungen in der siebten Woche des PHNI-Formates zur sechsten Woche beginnen kann, muss ich euch zuerst darauf hinweisen, dass die Datenmenge seit der Woche sieben wieder auf eine normale Größe zurückgegangen ist. Denn der vorherige Bericht zu Woche 4, 5 und 6 PHNI enthielt mit 250 Decks je Woche fast das doppelte zum wöchentlichen Standard von etwa 150 Decks. Daraus resultierend sind die zahlenmäßigen Ergebnisse nicht hundertprozentig übertragbar. Ähnlich verhält es sich mit den ausgelesenen Decklisten. Jede Woche werden etwa 60-80 % aller Decklisten veröffentlicht, während beim Rest einzig die Deckart bekannt ist. Ist die Zahl der Decks geringer, so ist es auch die Zahl bekannter Decklisten. Behaltet diese Informationen also im Hinterkopf.
Schaut man auf das prozentuale Breakdown, so hat sich aber nicht viel am bekannten Bild verändert. So haben sich die obersten drei Platzierungen nicht verändert, auch wenn Snake-Eye sowie auch Fire King wieder minimal mehr Prozentpunkte erwirtschaften konnten. Auf der zweiten Ebene sieht es kaum anders aus, wechseln sich Kashtira, Floowandereeze und Despia damit ab, welcher den vierten, fünften und sechsten Platz belegen darf. Auch ihr prozentualen Anteile bewegen sich weiterhin im Bereich der fünf bis acht Prozentpunkte, während sich die übrigen Plätze mit dem Überleben im Metagame kämpfen. Daraus kristallisiert sich also immer mehr das folgende Tier Breakdown:
Tier 0.5 (ca. 15 - 100 %): Snake-Eye und Fire KingTier 1 (ca. 10 - 14 %): Voiceless VoiceTier 1,5/2 (ca. 5 - 9 %): Despia, Kashtira, FloowandereezeTier 2,5 und niedriger (0 - 4 %): alle anderen
Für viele ist diese Aufteilung wenig interessant, es hat aber gerade auf Hinblick einer nicht existenten Liste der limitierten und verbotenen Karten einige interessante Details. So fällt beispielsweise auf, dass Voiceless Voice nur einen minimalen Push oder umgekehrt eine minimale Schwächung der Feuer-Decks benötigt, um ebenfalls nach oben zu rutschen und dafür zu sorgen, dass sich das Tier 0,5 auf ein ebenbürtiges Tier 1 Level bewegen kann. Müsste ich eine Vermutung abgeben, denke ich, dass man Snake-Eye voraussichtlich einen kleinen Dämpfer in seiner Konstanz verpassen könnte, während Fire King einen ähnlichen Hit wie im OCG mit Fire King High Avatar Kirin erwarten dürfte. Eine Hochstufung von Karten, welche Voiceless Voice unterstützen könnten, halte ich nicht für wahrscheinlich, da es kaum Karten gibt, welche diese Rolle erfüllen könnten. Und so was wie Dschinn - Befreier der Rituale hochzustufen, würde eher anderen Ritual-Decks helfen als dem Voiceless Voice Deck, welche sich gezielt auf ihre Lo, the Prayers of the Voiceless Voice als vollständiges Ritualmaterial verlassen wollen.
Interessanter finde ich aber den Blick auf den Tier 1,5 bis 2 Bereich. Hier tummeln sich mit Kashtira und Floowandereeze solche Decks, die aufgrund ihrer eigenen Mechaniken sowie der Zuhilfenahme externer Karten wie Dimensionsverschieber in der Lage sind, sich im Format halten zu können. In eine ähnliche Richtung geht auch Despia, welches sich immer noch dadurch auszeichnet, dass es seit der Einführung von Guiding Quem, the Virtuous unendlich viele Wege gibt, die eigene Kombo durchzuziehen, selbst wenn die gegnerischen Interruptionen vieles, darunter auch die Markierte Fusion, unterbrechen können. Wie man aber auch erkennen muss, spielen alle Decklisten, welche in Woche 7 veröffentlicht wurden, den "Puppet"-Lock, was dass Nummer eins Ziel jeder Despia-Kombo darstellt: das gegnerische Board brechen beziehungsweise soweit reduzieren, dass der über Gimmick-Marionette Albtraum geklaute Spielzug des Gegners dafür ausreicht, im Folgezug spielen zu können. Sollte man ab hier immer noch nicht in der Lage sein, den Sack zu machen zu können, ist es notwendig, den "Puppet"-Lock jeden Zug wieder zu reaktivieren, was alleine über Albion the Sanctifire Dragon möglich ist. Hier steht nun die Frage im Raum, was das gewünschte Ziel ist. Entweder möchte man die Tier 1,5 und Tier 2 Decks auf das Powerlevel der aktuellen Tier 1 oder 0,5 Decks anheben oder so weit abschwächen, dass sie sich zurück in den Tier 2,5 Feld verkriechen. Da keines der drei Themen noch eine Vielzahl an Reprints zu erwarten haben und auch kein neuer Support zu erwarten ist, halte ich letzteres Szenario, wo alle drei Decks eingeschränkt werden für wahrscheinlicher. Dadurch das Kashtira auch anderweitig angewendet wird (dazu später mehr), halte ich auch Einschränkungen an deren Kern-Karten wie Kashtira Unicorn und/oder Kashtira Birth nicht für unmöglich. Und auch Despia zeichnet sich zu stark durch seinen "Puppet"-Lock aus. Da es aber noch zig andere Karten gibt, welche diese Rolle erfüllen können, wäre es wenig überraschend, wenn auch hier, wie damals bei Markierte Austreibung nun auch Albion, the Sanctifire Dragon seinen Kopf verlieren könnte. Bei Floowandereeze wird das Ganze schon schwieriger, da man hier entweder die Konstanz angehen müsste oder die Mechanik, durch welche sich das Deck auszeichnet. Und letzteres wäre Floowandereeze & Empen, welcher die Schlüssel Spiel- und Lock-Mechanik des Decks darstellt und es zugleich zum essenziellen Link-Deck-Killer macht.
Kehren wir aber zurück zum Hauptaugenmerk des Artikels. Doch der Blick auf die Einzelkarten ist wie auch schon die letzten Wochen eher ernüchternd. So hat sich auch hier wenig getan und die Top 3 bleiben die allseits bekannten Handtraps Aschenblüte & Freudiger Frühling, Unendliche Unbeständigkeit und Nibiru the Primal Being, während Platz vier Effektverschleierin und Platz fünf Kosmoszyklon weiterhin nur ihre Platzierungen tauschen. Und auch während Unendliche Unbeständigkeit, Effektverschleierin und Kosmoszyklon selbsterklärend sind, aufgrund ihrer erwiesenen Spielstärke gegen Snake-Eyes, so überrascht es mich schon, dass sich Aschenblüte und Nibiru keinen Millimeter von ihrer Position bewegen wollen. Schließlich haben wir bereits in den letzten Wochen immer wieder besprochen, weshalb gerade Aschenblüte einen Kandidaten darstellt, der einem selbst zum Verhängnis werden könnte. Auf der anderen Seite steht die Effektivität dieser Karte gegen das Snake-Eye-Deck. Denn selbiges besitzt viele Karten, welche bei ihrer Effektaktivierung einen 2:1 Tausch gegen Aschenblüte erwirken würde, was im Bereich der Karten-Ökonomie einen sehr essenziellen Punkt darstellt. Man muss also damit pokern, dass der Gegner keinen spielstarken Extender besitzt, um einem nicht die Hölle heißzumachen. Ein hohes Risiko, aber zugleich ein hoher Gewinn, da eine gut getimte Aschenblüte bei einer mittelmäßigen Hand des Gegners zum Turn Skip führen kann. Nibiru befindet sich in einer ähnlichen Situation. Inzwischen verwendet jedes Snake-Eye-Deck Divine Temple of the Snake-Eye, was dazu führt, dass Nibiru nur dann alleine ausreicht, wenn der Snake-Eye Spieler so eine schlechte Starthand hatte, dass er Snake-Eye Poplar normalbeschwören musste, um sich Original Sinful Spoils - Snake-Eye zu suchen. Ansonsten sorgt Nibiru nur dafür, dass sich das Endboard verändert. Inzwischen setzt fast jeder als Standardkombo über Snake-Eye Ash im ersten Spielzug Appollousa, Bow of the Goddess mit 2400 ATK, Snake-Eye Flamberge sowie Divine Temple of the Snake-Eye zusammen mit einer I:P Maskerena in der Zauber- und Fallenkartenzone für den Effekt des Spielfeldzaubers oder des Schlangendrachen. Wird hingegen ein Nibiru an der letztmöglichen Stelle geworfen, bevor Appollousa beschworen wird, verändert sich das Board hingegen auf Snake-Eye Flamberge, mit dem Spielfeldzauber und einer offenen Spielmarke, mit einer I:P Maskerena in der Zauber- und Fallenkartenzone. Dadurch ist der Gegner in der Lage, jederzeit im eigenen Spielzug I:P über den Spielfeldzauber oder Snake-Eye Flamberge zu beschwören und damit ein beliebiges Link-Monster mit einem Link-Rating von drei oder niedriger zu beschwören. Theoretisch wäre auch ein Link vier über die Spielmarke möglich, doch wird die Auswahl hier sehr rar, können doch nur wenige Link-Monster mit Nicht-Effektmonstern beschworen werden. Dies bedeutet also ein einziger Nibiru verringert das Board um eine Appollousa, doch klappt dies auch nur, solange der Gegner nicht mindestens eine Karte auf der Hand hat, welche seinen Spielzug weiter extenden lässt. Denn dann liegt statt der Spielmarke noch eine Promethean Princess, Bestower of Flames auf dem Spielfeld und/oder im Friedhof. Sollte dies aber nicht der Fall sein, kann man sofort zu Beginn der eigenen Main Phase versuchen, in die Battle Phase zu wechseln, was den Gegner entweder zwingt, seine I:P für eine vergleichsweise unbedeutende Karte wie S:P Little Knight auszutauschen, zugleich aber garantiert Flamberge zu triggern oder aber den Wechsel zu gestatten und seine I:P im Kampf zu verlieren. Im letzteren Fall benötigt man dann noch eine Karte, welche Flamberge ausschaltet, ohne ihn zu zerstören, was mindestens ein Extra Deck Monster benötigt, um aus Nibiru the Primal Being und dem besagten Monster eine eigene S:P zu beschwören. Andere Möglichkeiten sind in den aktuellen Decks rar, sodass man hier schon weniger Freiheiten besitzt. Nun mag das trotz allem noch nach einem sehr guten Tausch klingen, doch auch hierfür muss ich euch auf später vertrösten.
Woche 8 PHNI - Flammende Könige und eine Baronin erobern die Welt
Die achte Woche ist von ihrem Pie Chart fast 1:1 identisch zu der vorherigen Woche, deshalb erspare ich mir diesmal jeden einzelnen Punkt durchzugehen. Dafür halte ich eine andere Entwicklung für interessanter. Denn wie bereits in den initialen Zeilen dieses Artikels fand am Wochenende dieser achten Woche die YCS Meddelin statt. Und auch wenn es sich um eine südamerikanische YCS handelt, wo auch gerne mal weniger starke Decks in den Tops vorzufinden sind, handelt es sich immer noch um eine YCS, womit auch die Zahl der Tier 1 Decks weitaus höher sein sollte als in Wochen ohne YCS. Und das kann man anhand des Graphen auch sofort wieder erkennen. Doch anders als erwartet stieg die Zahl der Snake-Eye Decks nicht an, sondern sank sogar minimal, während die Zahl der Fire King Decks wieder stark angezogen haben. Dies ist eine interessante Entwicklung, da doch die pure Snake-Eye Variante aufgrund seiner hohen Konstanz und Flexibilität in der Non-Engine immer die Nase vorn hatte. Die Begründung dafür sehe ich in der gestiegenen Anzahl an Karten, die bewusst Snake-Eyes angreifen und weniger gegen die Fire King Decks ausrichten können, wie beispielsweise die Bystial-Monster. Allgemein sind auch die harten Konter gegen die Fire King Decks, wie beispielsweise Seelenerlöser aus fast allen Side Decks verschwunden. Dies schafft eine Nische, in welche sich das Fire King Deck sehr stabil entwickeln kann.
Eine andere Entwicklung fand ich auch sehr erwähnenswert. Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, wollte ich die kommenden Wochen und Monate weiterhin einen Blick auf die Entwicklung der Synchro- beziehungsweise -Nicht-Synchro-Varianten der Snake-Eye Decks werfen, was ich auch im selben Spreadsheet wie das letzte Mal fortgesetzt habe und ihr nachschlagen könnt. Denn bisher hatte sich nur der Trend gezeigt, dass die Synchro-Variante bei weitem beliebter war als die Nicht-Synchro-Variante und dass unter den Nicht-Synchro-Varianten eine starke Regelmäßigkeit zwischen den vier Schlüsselkarten herrschte. So konnte man erkennen, dass niemals auf Jetsynchron verzichtet wurde, wenn Blumenbaronin oder Kalliberlade-Wilddrache gespielt wurde. Zudem wurde Blumenbaronin auch immer nur zusammen mit Formelsynchron gesichtet. Dieser Trend hörte aber schon in der siebten Woche schlagartig auf. Nicht nur sank die Zahl der Synchro-Decks auf das bisherige Niveau-Tief von 76,19 %, sondern auch unter den Nicht-Synchro-Varianten gab es große Veränderungen. So hatte keines der Nicht-Synchro-Decks Formelsynchron oder Kalliberlade-Wilddrache integriert, was sich auch in der Folgewoche acht fortgesetzt hatte. Auch nahm das Verhältnis von Blumenbaronin zu Jet Synchron stark zu. So hatte in der siebten Woche schon 80 % der Nicht-Synchro-Decks die Baronin integriert, während nur noch 20 % auf Jet gesetzt haben. In der letzten betrachteten Woche acht ist die Zahl der Synchro-Varianten zwar wieder auf 80 % angestiegen, doch zugleich ist die Anzahl der Jetsynchron in Nicht-Synchro-Varianten auf ebenfalls 0 % gesunken, während sich Blumenbaronin noch immer in 50 % aller Nicht-Synchro-Varianten halten konnte. Hier sollte aber ebenfalls darauf hingewiesen werden, dass in Woche 8 nur 10 Snake-Eye-Decks einzusehen waren, was eine ähnlich hohe Zahl ist wie noch in der ersten Woche. Die allgemeine Sample Size ist also nur halb so groß wie in den anderen Betrachtungen und sollte somit mit Vorsicht zu genießen sein. Wieso die Zahl der Baroninnen in den Snake-Eye Decks weiterhin konstant hoch bleibt, zeigt sich am verwendeten Handtrap-Lineup und der Schlüsselkarte Diabellstar the Black Witch. Denn wenn man die Hexe erst mal erfolgreich spezialbeschworen hat, kann man sich sicher sein, auch eine Original Sinful Spoils - Snake-Eye aus dem Deck zu setzen. Anschließend benötigt man nur einen Extender wie Bonfire und eine beliebige Empfänger-Handtrap der Stufe 3 zum normalbeschwören, um neben der absichernden Baronin auch noch ein ordentliches Feld zu schaffen. Da bei den Handtraps vorwiegend die Wahl auf Aschenblüte & Freudiger Frühling an erster und Geistertrauernde und Mondeskälte an etwa sechster Stelle der meistgespielten Handtraps fällt (als auch Geistermädchen & Spukhaus an siebter), haben wir hier perfekte Ziele, um das Endboard zu erreichen. Außerdem ist die Baronin auch ein ideales Monster, um Going Second einiges an Feldpräsenz abzuräumen. Denn anders als Kalliberlade-Wilddrache, welcher nur eine hohe ATK mit einem nicht-zerstörenden Negate bietet, kann sie einen Karteneffekt negieren und die besagte Karte zerstören, so wie eine zusätzliche Karte durch ihren Karteneffekt zerstören und abschließend mit ihren ausreichenden ATK von 3000 ein weiteres Monster im Kampf zerstören. Und selbst wenn sie all dies erfüllt hat, kann man sie in der Standby Phase zurück ins Extra Deck verfrachten, um entweder ihr Synchromaterial in Form von der Hexe oder ein anderes Schlüsselmonster der Engine wie beispielsweise Snake-Eye Oak, Snake-Eye Ash oder Snake-Eye Flamberge Dragon wiederbeleben. Zudem gibt es eine weitere Entwicklung, welche die Karte langsam, aber sicher immer attraktiver für Snake-Eye Decks werden lässt. Doch hierzu wechsle ich in dem Deck Spotlight:
Deck Spotlight: Willkommen zurück, Kashtira
Wenn man sich die Einzelkarten dieser beiden Wochen noch mal genau anschaut und die Aussagen von Christian Urena aus unserem letzten Quick Fix ins Gedächtnis ruft, wird man erkennen, dass ein Trend bei den Kashtira-Karten auftritt. Denn alleine in Woche sieben wurden nur sieben Kashtira-Decks von der Einzelkarten-Analyse erfasst, und trotzdem haben 20 verschiedene Decks Kashtira Fenrir in ihrem Main Deck gespielt, während sechs weitere auf Fenrir im Side gesetzt hatten. Und dass dies kein Ausnahmefall war, zeigt sich auch, wenn man in die Woche acht schaut, wo nur vier Kashtira-Decklisten in der Einzelkarten-Analyse erfasst wurden, aber 13 verschiedene Decks mindestens einen Fenrir im Main sowie neun weitere im Side Deck gespielt haben. Es wird also ersichtlich, dass wieder sehr viel mehr Fenrir gespielt werden. Das alleine wäre kein Wunder, ging die Liste von Urena doch um die Welt und Fenrirs enorme Spielstärke Going Second und gegen Floodgates ist unübertroffen. Doch auch ein weiterer Blick auf Kashtira Unicorn hat sich gelohnt. Denn wenn man die Kashtira Decks in der siebten Woche abzieht, hat eine weitere Nicht-Kashtira-Deckliste es in die Tops geschafft. Und auch in der achten Woche gab es noch zwei weitere Decklisten, die mit Einhorn im Main Deck gespielt haben. Schaut man sich noch mal das detaillierte Breakdown an, kann man die Übeltäter für diese spezielle Entwicklung recht schnell ausmachen. Denn anstatt nur drei Fenrir im Snake-Eye Side Deck zu integrieren, wurden stattdessen kleine Kashtira-Engines in die Snake-Eye Decks gesteckt. Dieser Trend kommt dabei weniger aus dem regulären TCG und ist viel mehr durch Master Duel inspiriert, wo die Snake-Eye Kashtira Decklisten am Wochenende vom 23. auf den 24. März helles Aufregen auf dem Duelist Cup angerichtet hatte. Da diese Variante nur im OCG niemals verfügbar war, konnte diese Version nicht bereits vorher bekannt werden. Und diese war so erfolgreich, dass der Trend auch ins TCG übergeschwappt ist, da auch hier die notwendigen Karten noch verfügbar war. So schafften es alleine auf der YCS Meddelin drei dieser Decks in die Top 32. An dieser Stelle hab ich mir bewusst die Nicht-Synchro-Variante vom Top 32 von Fabian Arturo Cabezas Madrigal herausgesucht, da diese weitere interessante Entscheidungen beinhaltet hat, die man kurz beleuchten kann:

Die Motivation für die Kashtira-Monster im Snake-Eyes geht in die gleiche Richtung wie die Sky Striker Variante aus dem letzten Rückblick, wo man Going Second optimale Karten hat, um Interaktionen des Gegners zu erzwingen und Going First immer noch Karten zu besitzen, die etwas machen. Denn die Spezialbeschwörung von Kashtira Fenrir erzwingt recht häufig alleine schon die Anwendung wichtiger Effekte oder Negater wie Unendliche Unbeständigkeit. Zudem ist I:P sehr viel schwächer, sollte er seinen Verbannungseffekt noch zur Verfügung haben. Doch auch Albtraumritter Einhorn stellt einen Segen dar. Denn sollte sein Such-Effekt durchgehen, fügt man sich Kashtira Birth der eigenen Hand hinzu. Diese besitzt zwei besondere Eigenschaften, die sich dieses Deck besonders zunutze macht. Die erste ist die Normalbeschwörung eines Stufe sieben Monsters, ohne dafür einen Tribut entrichten zu müssen. Das wird dann relevant, sollte man neben Einhorn auch Fenrir gestartet haben oder eine Diabellstar the Black Witch besitzen und die Normalbeschwörung gerade nicht anderweitig nötig haben. Und als zweiten Bonus erlaubt sie es, ein Kashtira-Monster, welches im Friedhof liegt oder verbannt wurde, zurück aufs Spielfeld zu beordern. Das alleine bedeutet, dass ein Einhorn zu zwei bis drei Monstern wird, wenn man mindestens ein weiteres Monster für eine Synchro-, Link- oder XYZ-Beschwörung kontrollieren. Letzteres wird im zuvor benannten Szenario interessant, wo man ein zweites Monster der Stufe sieben kontrolliert und somit in der Lage ist, Mecha-Phantomungeheuer Drachossack zu beschwören. Dieses Monster alleine wäre schon zwei Spielmarken für beispielsweise I:P Maskerena und sich selbst für ein beliebiges Link-Monster der Stufe drei über Kashtira Birth hat man aber sofort genug Material für eine Appollousa, mit der es ein leichtes wird, gegen Nibiru zu gewinnen. Alternativ sorgt auch jede Handtrap der Stufe drei als Normalbeschwörung für ein Endboard aus Blumenbaronin und einem Einhorn, kombiniert mit Kashtira Birth als zusätzlicher Interrupt. Und hat man genug, um nach der Baronin ein weiteres Snake-Eye Monster zu beschwören, dann werden noch viel mehr Möglichkeiten offen gelegt. Dies ist auch ein zusätzlicher, wenn auch nicht der einzige Grund, warum die Zahl der Baronin in den Snake-Eye Varianten gestiegen ist, da auch mehr Kashtira-Snake-Eye Varianten gespielt werden. Sollte man aber mit der besten Kombination starten, Einhorn und Snake-Eye Ash wird das Endboard nach einem Nibiru the primal being immer noch ansehnlich bleiben. Nehmen wir mal die Standardkombo an, wo man zuvor Einhorn beschworen und Kashtira Birth gesucht hat und wenn man zu der Stelle kommt, wo man erstmals fünf Monster kontrolliert, triggert der Snake-Eye Flamberge Dragon im Friedhof noch. Lässt der Gegner dies zu, wird Snake-Eye Oak und ein weiteres Feuer-Monster der Stufe eins aus dem Friedhof belebt und ein weiteres Monster wiederbelebt. Egal wann der Gegner hier nibbt, in jedem Fall liegen am Ende Snake-Eye Flamberge beschworen aus der Zauber- und Fallenzone sowie eine Spielmarke auf dem Spielfeld. Dann nutzt man die offene Kashtira Birth und belebt damit Kashtira Unicorn wieder. Nun kann man das Board entweder liegen lassen und mit Snake-Eye Flamberge Dragon nur I:P Maskerena vorbereiten, was immer noch allerlei Plays und Interrupts bedeutet und den Gegner fast schon zwingt, auch Kashtira Unicorn zu entsorgen oder kann aus der Spielmarke und einem der beschworenen Monster in ein beliebiges Link 2 Monster gehen, um damit und dem übrigen Monster in Promethean Princess, Bestower of Flames zu gehen. Diese kann jetzt Snake-Eye Oak vom Friedhof wiederbeleben, der soeben seinen Feldeffekt anwenden kann, um die Prinzessin und sich selbst für den zweiten Flamberge zum Friedhof zu schicken. So hätte man fast dasselbe Board wie ohne das Einhorn, nur dass jetzt auch die Prinzessin für weitere Interaktionen im Friedhof liegt. Geht die Kombo hingegen ungehindert vonstatten, so endet man auf das bekannte Board aus Appollousa und Flamberge sowie einer I:P in der Zauber- und Fallenkartenzone mit den zusätzlichen Interrupts durch Kashtira Birth und Kashtira Unicorn. Und selbst wenn man nicht so weit kommt und beispielsweise einen Effektverschleierin, Kauz und Schlossvogel oder Aschenblüte & Freudiger Frühling auf seine Snake-Eye Ash kassieren, kann immer noch eine Karte aus dem gegnerischen Extra Deck entnommen werden. Dies ist nicht nur deshalb gut, weil jeder wieder seine Schlüsselkarten als One-Offs spielt, sondern auch weil man so direkt im ersten Spiel Informationen über das gegnerische Deck erhält. Doch den aller besten Start bietet wohl immer noch Pressured Planet Wraitsoth. Nicht nur kann man sich das genau fehlende Puzzleteil Going First oder Second suchen, auch ist er nach seiner Aktivierung eine "tote Karte", sodass man sie ohne große Tränen zu vergießen für Original Sinful Spoils - Snake-Eye, den Beschwörungseffekt eines jeden Snake-Eye Monster oder Diabellstar the Black Witch zum Friedhof schicken und so noch mal extra Kartenvorteil generieren. Die einzigen Nachteile, die die Kashtira-Engine mit sich bringt, ist die mögliche Selbstbehinderung durch eigene Nibiru oder Bystials und das erhöhte Risiko gegen Kauz und Schlossvogel. Gerade dies könnte entscheidend sein, falls wir in den nächsten Wochen vermehrt Kashtira-Varianten sehen, da so auch die Zahl der Käuze steigen dürfte, während zugleich Nibiru oder Bystials an Reichweite verlieren könnten.
Abschließende Worte
Und das soll es dann auch schon für heute wieder sein. Man sieht mal wieder, auch wenn das Format langweilig erscheinen mag, so entwickelt es sich trotz allem immer noch weiter.
Ansonsten würde ich den Ball mal wieder an euch zurückgeben: Was für Veränderungen findet ihr im aktuellen Format interessant? Und noch viel wichtiger, falls ihr Vorschläge für die nächsten Decks und Varianten habt, die ich in den nächsten Quick Fixes erwähnen soll, dann haut diese einfach in den Kommentaren raus. Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass ihr ein wenig davon gelangweilt sein könntet, wenn ich primär Snake-Eye so stark in den letzten Wochen bevorzugt habe. Das hat zwar auch was damit zu tun, dass ich das Deck selber spiele und fasziniert von bin, aber auch da andere Decks aktuell einfach gar nicht mehr herausstechen können und mir somit fast komplett verborgen bleiben. Doch diese Artikel sind ja nicht nur für mich, sondern auch für euch, die Leser.
Doch damit verabschiede ich mich und man liest sich hoffentlich beim nächsten Quick Fix wieder.
-deckcreator16