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Hat die dunkle Seite wirklich Kekse?

von Deckcreator16 am 11.04.2018 um 19:47 Uhr
Nächste Woche Donnerstag ist es endlich soweit und das nächste Structure Deck: Lair of Darkness steht in den Startlöchern. Dieses bringt uns eine Reloaded Version des OCG-Only Structure Decks: Curse of the Dark und dürfte anders als sein Vorgänger Structure Deck: Wave of Light einigen Schwung in das Spiel bringen. Deswegen ist es nur angemessen, wenn wir uns die neuen Karten des Structure Decks anschauen und zugleich betrachten wo man diese Karten sonst noch spielen könnte.
Die neuen Karten





Previous Name: Lilith, Lady of Lament
Card Type: Monster
Attribute: Dark
Types: Fiend/Effect
Level: 3
ATK / DEF: 2000 / 0
Effect:
The original ATK of this Normal Summoned card becomes 1000. (Quick Effect): You can Tribute 1 DARK monster; reveal 3 Normal Traps from your Deck, your opponent randomly picks 1 for you to Set to your field, and you shuffle the rest back into your Deck. You can only use this effect of "Lilith, Lady of Lament" once per turn.





Previous Name: Ahrima, the Wicked Warden
Card Type: Monster
Attribute: Dark
Types: Fiend/Effect
Level: 4
ATK / DEF: 1700 / 0
Effect:
You can discard this card; add 1 "Lair of Darkness" from your Deck to your hand. You can Tribute 1 DARK monster; draw 1 card, but if you Tributed a DARK monster other than this card, you can add 1 DARK monster with 2000 or more DEF from your Deck to your hand instead. You can only use this effect of "Ahrima, the Wicked Warden" once per turn.




Starten tu ich doch direkt mal mit den "Minions" der "dunklen Armee". Schon Lilith fällt mit einem ungewöhnlich hohen ATK-Wert von 2000 bei gerade mal Stufe 3 besonders auf. Zwar fällt dieser auf 1000, wenn sie normalbeschworen wird, doch kann sie, aufgrund ihres Typs, auch mittels Fremdenführerin aus der Unterwelt vom Deck spezialbeschworen werden um dann als Link- oder XYZ-Futter oder auch als einfacher Beatstick zu fungieren. Doch viel interessanter ist ihr zweiter Effekt[1], welches ihr als Schnelleffekt in beiden Spielzügen erlaubt, ein Finsternis-Monster als Kosten (Achtung, merken. Das wird später noch wichtig) als Tribut anzubieten, um drei normale Fallenkarten aus dem Deck zu suchen aus denen der Gegner zufällig eine auswählt, welche dann gesetzt ins Spiel gebracht wird, während der Rest zurück ins Deck gemischt wird. Dabei darf man auch drei mal die selbe Kopie auswählen, um sicher zu gehen, dass man gezielt an die Karten kommt, die man haben will. Wenn man kurz überlegt werden einem schnell einige starke Karten in den Sinn kommen, allen voran wohl Ausgeglichener Zweikampf[2]. Und da dieser Effekt auch noch als Schnelleffekt designt wurde, kann man mit genügend Tributmaterial über beide Spielzüge massig Fallenkarten aus dem Deck suchen oder auch gezielt anderen Karten oder Effekten ausweichen.

Aber auch Ahrima muss sich nicht verstecken. Seine Effekte sind zwar nicht so beeindruckend wie die von Lilith, dafür aber sehr essentiell für das Deck. So kann er, ähnlich wie die alten Spielfeldsucher Grabwächter's Kommandant oder Zerstörersaurus, abgeworfen werden um den Spielfeldzauber des Decks zu suchen. Dies ist ziemlich interessant, da diese Kategorie von Effekten seit Jahren nicht mehr verwendet wurde[3]. Aber auch mit einem zweiten Effekt wurde das Monster gesegnet, welcher ebenso ein Finsternis-Monster für Kosten als Tribut anbietet, um anschließend eine Karte zu ziehen. Will man hingegen nicht ziehen, und hat ein anderes Monster als ihn selber als Tribut angeboten, darf man stattdessen auch ein Finsternis-Monster mit 2000 oder mehr DEF aus dem Deck suchen. Da kommen dann einige starke Monster wie Astrografzauberer, Chaos Hexer, fast alle D/D-Karten, Destrudo der Schauer des verschwundenen Drachen, viele der starken Kozmo-Monster und massig andere gute Karten in den Sinn. Oder auch eines der beiden folgenden Monster:






Previous Name: Duke Shade, the Sinister Shadow Lord
Card Type: Monster
Attribute: Dark
Types: Fiend/Effect
Level: 4
ATK / DEF: 500 / 2000
Effect:
You can Tribute any number of DARK monsters; Special Summon this card from your hand, and if you do, this card gains 500 ATK for each Tributed monster. If this card is Normal or Special Summoned: You can target 1 Level 5 or higher DARK monster in your GY; add it to your hand. You can only use each effect of "Duke Shade, the Sinister Shadow Lord" once per turn. You cannot Special Summon monsters the turn you activate either of this card's effects, except DARK monsters.





Previous Name: Darkest Diabolos, Lord of the Lair
Card Type: Monster
Attribute: Dark
Types: Dragon/Effect
Level: 8
ATK / DEF: 3000 / 2000
Effect:
Your opponent cannot Tribute this card, also they cannot target it with card effects. You can only use each of the following effects of "Darkest Diabolos, Lord of the Lair" once per turn.
● If a DARK monster(s) you control is Tributed: You can Special Summon this card from the GY (if it was there when that monster was Tributed) or hand (even if not).
● You can Tribute 1 DARK monster; your opponent places 1 card from their hand on either the top or bottom of their Deck.





Fangen wir mal mit dem Duke an. Diesen kann man als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören, indem man eine beliebige Anzahl Finsternismonster in Form von Kosten als Tribut anbietet, und bekommt dann 500 ATK in Höhe der Anzahl der angebotenen Monster. Also die Spezialbeschwörung eines Monsters ist im Grunde ja immer gut, besonders wenn es ein Level 4 Monster ist. Doch wirkt der Tribut auf den ersten Blick wie ein Nachteil, wobei das in einem anderen Zusammenhang noch ganz nützlich werden kann. Der zweite Effekt ist da schon viel interessanter. Denn wenn er als Normal- oder Spezialbeschwörung beschworen wird, darf man ein Finsternis-Monster der Stufe 5 oder höher vom Friedhof auf die Hand nehmen. Auch hier ist die Spannweite ziemlich groß und umfasst auch wieder fast alle Monster die Ahrima suchen kann.

Doch nun gehen wir zum Boss des Structure Decks. Die erweiterte Form von Diabolos hat es nämlich ganz schön in sich. Man kann ihn nicht nur als Ziel für Ahrimas und Dukes Effekt verwenden, sondern er kann einmal pro Spielzug auch vom Friedhof spezialbeschworen werden, wenn ein Finsternis-Monster das man kontrolliert als Tribut angeboten wird. Dabei ist es ihm egal ob das Monster aufgrund der Aktivierungskosten eines Effektes, für die Beschwörung eines Ritual-, Tribut- oder Fusionsmonsters[4] oder auf sonst eine Art als Tribut angeboten wird. Zudem stellt er einen verbesserten Kozmo Dunkel-Zerstörer dar, da er weder als Ziel gewählt werden noch durch eine gegnerische Karte als Tribut angeboten werden kann. Dies schließt nicht nur Kaijus ein sondern hilft auch im Mirror Match.
Aber als wäre das nicht genug hat die Karte einen weiteren Bonus: Erneut kann man ein Finsternismonster in Form von Kosten als Tribut anbieten und dann ist der Gegner gezwungen eine Karte von seiner Hand auf oder unter sein Deck zu legen (seine Wahl). Dabei ist es möglich, wenn ein Diabolos auf dem Spielfeld liegt und einer im Friedhof, diese jeden Zug wieder für den Handkartenklau als Tribut anzubieten, um anschließend den anderen Spezialbeschwören zu dürfen.
Doch auch seine sonstigen Eigenschaften machen ihn sehr gut. So ist er im Gegensatz zu den restlichen neuen Monstern dieses Packs seinem Drachen-Typ treu geblieben und darf somit nicht nur als Stufe 8 Monster für Inzahlungsnahme abgeworfen werden, sondern kann auch durch Die Melodie des erwachenden Drachen sowie Eklipsen-Lindwurm gesucht werden.



Previous Name: Lair of Darkness
Card Type: Spell
Types: Field
Effect:
All face-up monsters on the field become DARK. Once per turn, if you would Tribute a monster(s) to activate a card or effect, you can Tribute 1 DARK monster your opponent controls as if you controlled it. Once per turn, during the End Phase: Special Summon as many "Shadow Tokens" (Fiend/DARK/Level 3/ATK 1000/DEF 1000) as possible to the turn player's field in Defense Position, up to the number of monsters that were Tributed this turn while this card was face-up on the field.




Obwohl schon Diabolos ein ziemliches Bollwerk darstellt ist es hingegen diese Karte, welche die größte Aufmerksamkeit erlangt hat. Der structuredeckeigene Spielfeldzauber macht nicht nur alle offenen Monster auf beiden Seiten zu Finsternis und stopft somit Sidedeck-Lücken wie die, die auch Zombiewelt nicht ganz auffüllt, sondern hat obendrauf noch eine eigene Version von Sturmkraft der Monarchen im Gepäck. Diese erlaubt aber nicht die Tributbeschwörung mit einem gegnerischen Monster sondern man darf stattdessen, wenn man die Kosten für eine Karte als Tribut entrichten will, gegnerische Finsternismonster verwenden. Dies umgeht zwar keine Karten die unberührt sind, hilft dafür aber gegen alles andere, da Kosten unter anderem auch nicht annulliert werden können, und der Spielfeldzauber sich nach dem erfolgreichen platzieren nicht mehr aktiviert[5].
Um den Salzgehalt unseres Gegners aber noch in die Höhe zu treiben wird während jeder End Phase eine Anzahl Spielmarken auf die Seite des Zugspielers beschworen, in Höhe der Monster die in diesem Zug als Tribut angeboten wurden. Hier ist natürlich die Frage in wieweit einem das helfen kann. Zuerst einmal kann man dadurch die gegnerische Seite mit Spielmarken verstopfen, falls dieser keine generischen Link Monster wie Linkspinne oder Proxy Drache benutzt. Andererseits kann man sich auch vor Karten wie Ausgeglichener Zweikampf oder dem kompletten Sky Striker-Archetyp schützen. Oder man benutzt sie ganz stumpf im eigenen Spielzug für die Kosten von eigenen Karten wie denen von Ahrima oder Lilith. Auch Einsatzmöglichkeiten mit Beschworener Purgatrio oder Ultimativer Coductor Tyranno sind denkbar. Und wenn man die Spielmarken auf die eigene Seite beschworen bekommt dienen sie einem zum Schutz der eigenen Lebenspunkte oder um sie für die vorher genannten Möglichkeiten weiterzuverwerten. Die Möglichkeiten sind also schier endlos und es werden vermutlich noch viele weitere hinzukommen.

Eigentlich müsste ich als letztes noch einen Blick auf die Virus-Karten, insbesondere den neuen Grinning Grave Virus werfen, doch sind diese als normale Fallenkarten ohne besondere Aktivierungsart nicht mehr zeitgemäß genug um sie weitläufig auszuführen. Zwar eignen sie sich noch sehr gut als Side Deck Karten bzw. als hilfreiche Karten gegen bestimmte Matchups, doch werden wir sie zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher weniger sehen. Hier ist nur zu hoffen, dass Konami etwas ähnliches durchzieht wie beim Dinosaurier-Support, wo mit Doppelte Evolutionspille und Overtex Coatlus zwei Karten nachträglich erschienen sind welche die komplette Spielweise nochmal umkrempeln konnten.
Die Möglichkeit im puren Deck und anderen Decks
Schon durch den Kauf von drei Structure Decks (basierend auf dem OCG Spoiler) bekommt man ein Deck, welches zwar nicht auf dem Powerlevel vom damaligen Monarchen Deck ist, doch erhält man ein relativ stabiles Deck. Erweitert man dieses nun noch um Karten wie Destrudo der Schauer des verschwundenen Drachen, Drachenschlucht und Oberster König Drache Finsterwürm, um an mehr guten Spezialbeschwörungen ranzukommen, mit Königlicher Herr der Drachen in Kombination mit Die Melodie des erwachenden Drachen für mehr Konstanz oder um Karten wie Radian, der Kaiju der Multidimensionalität, welcher durch Ahrima als spielstarkes Out suchbar ist, lässt sich so auch mit wenig Budget ein recht akzeptables Deck für Locals und Regionals zusammenbauen.

Interessant wird es aber wenn man die einzelnen Karten des Themendecks verwendet. So harmonieren beispielsweise Lilith, Lady of Lament und Lair of Darkness perfekt in Infernoid-Varianten, da man so nicht nur einen Sucher für die themeneigene Fallenkarte Leerenfestmahl bekommt, sondern weil auch die Effekte der Infernoid Monster alle in Form von Kosten als Tribut anbieten und man so gegnerische Problemkarten recht schnell loswird.

Darkest Diabolos, Lord of the Lair fühlt sich hingegen sehr wohl in Decks die auf viele Tributbeschwörungen setzen, wie es Monarchen oder Wahre Drachos der Fall ist, als auch in Decks die verstärkt Ritualbeschwörungen durchführen. Auch Decks denen es an einem Bossmonster mangelt, wie beispielsweise beim demnächst erscheinenden Sky Striker, erfreuen sich an solchen Karten.

Finsternis-Decks wie Ewig Infernal erfreuen sich ebenfalls an Monstern wie Lilith, Lady of Lament oder Ahrima, the Wicked Warden. Und auch wenn Duke Shade, the Sinister Shadow Lord bisher noch nicht so viel auf den Turniertischen herumtanzen konnte, wird diese Karte ohne Zweifel irgendwann ebenso einen Nutzen erfüllen. Gerade dieser letzte Punkt lässt mich auch direkt zum Fazit übergehen:
Fazit: Lohnt es sich?
Hier würde ich zu hundert Prozent zustimmen. Viele dieser Karten sollten schon direkt nach ihrem Release für eine menge Aufruhr sorgen, während andere auch Jahre später erst interessant werden könnten, weil kommender Support diese sehr spielstark macht oder sich durch die Veränderung des Metagames Lücken öffnen könnten welche diese Karten perfekt füllen. Dadurch, dass es sich um einen allgemeinen Support für das Attribut Finsternis handelt und dieses ähnlich wie Krieger-Support, Drachen-Support etc. immer wieder ins Spiel zurückkehrt wäre es ziemlich blauäugig sich nicht im voraus damit einzudecken. Somit kann ich jedem nur raten seine Kopien schon jetzt ranzuholen, bevor sie in einigen Jahren nicht mehr zu bekommen sind und man dann zum vielfachen des Preises diese nachkaufen muss.

Was haltet ihr von den Karten aus dem Structure Deck? Habt ihr noch andere Verwendungszwecke dafür gefunden? Nutzt ihr sie noch in vollkommen anderen Decks als Engine oder plant ihr sogar sie als pures Deck zu spielen? Erzählt doch davon im Diskussionsthread.




[1] Beachtet bitte, wo ich eben schon beim Beispiel mit Fremdenführerin aus der Unterwelt war, dass der Effekt annulliert ist. Das bedeutet, selbst wenn ihr Lilith, Lady of Lament als Kosten für ihren eigenen Effekt anbietet, dürft ihr keine Karte suchen, da sie schon annulliert wurde. Wobei es je nach Situation gar nicht mal so blöd ist, Lilith als Tribut anzubieten. Doch dazu später mehr.

[2] Wie sinnvoll das ist möchte ich gar nicht bis ins letzte Detail erörtern. Aber rein die Möglichkeit, den Gegner damit zu drohen kann angsteinflößend genug sein.

[3] Das finde ich darum so spektakulär, weil die Entwicklung des Spiels ja immer mehr dahin geht, dass Spielfeldzauber das A und O eines Themendecks werden und plötzlich Karten wie Landformen als zu stark empfunden werden. Durch solche Monster ist es aber möglich, Landformen trotzdem auf die Liste der limitierten und verbotenen Karten setzen zu können, ohne dass ein Konstanzverlust bei den neueren Themendecks entsteht. Ob das nun gut oder schlecht ist, sollte zwar jeder selber entscheiden, doch im Grunde finde ich es gut, wenn die themeneigenen Landformen genutzt werden, da sie neben der Funktion als Sucher meist noch weitere Eigenschaften erfüllen und damit nicht tot sind wenn man schon einen Spielfeldzauber auf dem Feld hat.

[4] Bevor gleich der Aufschrei kommt: Es gibt inzwischen einige Fusionsmonster, welche vom Extradeck als Spezialbeschwörung beschworen werden können indem man offene Monster auf dem Spielfeld als Tribut anbietet. Die bekanntesten Beispiele sind Dinoster-Power, der mächtige Drachobezwinger und Oberster König Drache Hungergift.

[5] Hier möchte ich dann doch direkt auf den kürzlich erschienenen Gastartikel hinweisen, da es sich eben auch um einen Lingering-Effekt handelt.