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Top 10 SAST - Die besten Karten aus Savage Strike

von Leseleff am 02.02.2019 um 18:29 Uhr

Hallo alle zusammen! Seit Donnerstag ist das erste Hauptset dieses Jahres, Savage Strike, erhältlich. Und natürlich gibt es auch dafür wieder einen traditionellen Top 10-Artikel! Da ich mit diesem ohnehin schon spät dran bin, will auch gar keine weiteren Worte verlieren. Los geht’s mit Platz 10!
Platz 10: Trickstar Corobane

Dieser geht an die Vertreterin eines Themas, dass nun schon seit Anbeginn der Link-Ära seinen Schatten über das Spiel wirft. Die Trickstars, die mit Trickstar-Reinkarnationelke (damals ungerechtfertigter Weise nur mein Platz 5 der entsprechenden Top-10-Liste) und Kauz & Schlossvogel über eine der asozialisten Zwei-Karten-Kombos in der Geschichte dieses Spiels verfügen.
Und bei dem Weihnachts-Mädel handelt es sich definitiv um guten Support. Kontrolliert man keine Monster oder aber alle Monster, die man kontrolliert, sind Trickstar-Monster, kann man sie mit ihren fünf Sternen und 2000 ATK einfach so als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören. Eine Art Cyber Drache also, der ohnehin schon eine beliebte Engine im Trickstar-Deck darstellt. (Was allerdings auch mit Chimeratech-Megaflottendrache zu tun hat.)
Zusätzlich hat sie noch einen Handtrap-Effekt, der an Aufrichtig erinnert, ebenfalls eine Standard-Karte im Trickstar-Deck.
Mit beiden Effekten geht sie sehr gezielt die große Schwäche ihres Decks an, nämlich große Monster zu überrennen, nimmt dabei die Rolle von gleich zwei beliebten, externen Karten ein und kann sogar von themeneigenem Support profitieren. Sie erfindet das Rad dabei sicher nicht neu, aber dürfte ihr Deck noch stärker machen, als es ohnehin schon ist.
Generisch nutzbar ist sie übrigens auch. Wie gesagt ist sie im Grunde ein Cyber Drache, von dem man aber dank Trickstar-Lichtbühne und Landformen effektiv acht direkte Kopien spielen kann. Lichtbühne wiederum ist suchbar mit Trickstar-Candida, wodurch leicht zwei Link-Materialien aus einer Karte zur Verfügung gestellt werden. Außerdem kann Calobane als Material für mächtige Monster wie Sternzeichen-Kundler Pleiaden genutzt werden.
Platz 9: Topf der Extravaganz

Ach ja, Topf der Gier, eine der berühmtesten Yu-Gi-Oh!-Karten überhaupt. Mich erinnert er inzwischen fast ein bisschen an einen Comic-Bösewicht, der eigentlich schon in der allerersten Ausgabe gestorben ist. Weil er aber so gut angekommen ist und die Autoren unter eklatantem Ideenmangel leiden, kehrt er immer wieder in diversen Inkarnationen, Verkleidungen oder Familienmitgliedern wieder zurück. Mit aufwendigen Background-Stories aka Einschränkungen versehen, versteckt sich sein wahres Wesen in all diesen Versionen aber immer noch im kürzesten Kartentext aller Zeiten: „Ziehe 2 Karten“.
Der neueste Auswuchs dieser Familie heißt Pot of Indulgence. Wieder kann man Karten ziehen, nämlich eine oder zwei, indem man zufällig 3 oder 6 Karten von seinem Extra Deck verdeckt aus dem Spiel entfernt. Dies geht nur zu Beginn der Main Phase 1 und man kann in diesem Spielzug keine weiteren Karten durch Karteneffekte ziehen.
Mit anderen Worten: Er unterstützt langsame Decks, die nicht auf ihr Extra Deck angewiesen sind. Kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, denn damit gesellt er sich mühelos in eine Reihe mit Topf der Gegensätzlichkeit und Karten des Untergangs. Das Problem dabei ist, das folglich auch die gleichen Decks diese Karten spielen können oder es gerne wollen und sie zusätzlich bevorzugt Topf der Begierden nutzen, da sie wenige eigene Draw-Engines und mit nur einer Kopie gespielte Kombo-Pieces enthalten. Da stört der Effekt von Pot of Indulgence, keine weiteren Zieh-Effekte mehr nutzen zu können, schon.
Deshalb konnte er auch nur Platz 9 ergattern. Aber immerhin: In ein paar Rogue-Decks wie True Draco oder Kozmo könnte sie eine Überlegung wert sein.
Platz 8: Unterterror-Guru

Ist eine dieser Karten, die ewig vom OCG hierher gebraucht haben. Schade eigentlich, denn das nach ihm benannte „Guru Control“-Deck ist schon seit Ewigkeiten ein beliebtes „Rogue Deck“ in Japan.
Er hat zwei Effekte. Mit seinem Flipp-Effekt (Kinder, so nennt man Monstereffekte, die aktiviert werden, wenn das Monster aus der verdeckten Verteidigungsposition aufgedeckt wird) kann man eine Unterterror-Karte von seinem Deck suchen. Mit seinem zweiten kann er sich im Spielzug eines beliebigen Spielers zusammen mit einem Monster des Gegners wieder zurück in die verdeckte Verteidigungsposition bringen.
Damit ergibt sich eine große Menge niedlicher kleiner Spielereien mit den anderen Karten des Themas. Mit Die versteckte Stadt (die als Feldzauber bekanntermaßen nicht allzu schwer auf die Hand zu kriegen ist) ist Unterterror-Guru schnell heraus gesucht. Dann kann man ihn verdeckt aufs Spielfeld setzen (ja, Kinder, man kann Monster absichtlich verdeckt aufs Feld setzen) und den zweiten Effekt von Die versteckte Stadt nutzen, ihn aufdecken und dann je nach Bedarf Unterror-Unterweltlerin oder Letzte Schlacht des Unterterrors suchen. Im gegnerischen Spielzug wird dann weiter gespielt. Man kann zum Beispiel den Effekt von Guru im Stile von Buch des Mondes nutzen und so den Gegner ärgern. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit dann Letzte Schlacht des Unterterrors aktivieren, Guru wieder aufdecken, mit seinem Effekt die Unterweltlerin suchen und mit dieser dann potenziell noch einen beliebigen Effekt des Gegners annullieren, indem man Guru erneut umdreht. Den kann man dann im nächsten Zug wieder aufflippen und sich die nächste Unterweltlerin suchen, womit man, da Letzte Schlacht des Unterterrors sich ebenfalls immer wieder neu setzt, sein Setting exakt wiederhergestellt und bereit ist, das Gleiche einfach nochmal zu machen.
Weitere Optionen, die man hat, sind zum Beispiel Gurus, die auf dem Friedhof liegen, mit einer beschworenen Unterweltlerin zurück zu holen, Guru mit Letzte Schlacht des Unterterrors Runde für Runde zu einem stattlichen 3400 ATK-Beatstick aufzupumpen oder die mit ihm umgedrehten gegnerischen Monster mithilfe von Unterterror-Erzfeind Bogenschützin bequem und garantiert float-frei zu entsorgen. Auf diese Weise entsteht ein waschechtes Control-Deck der alten Schule, das sogar entfernt an das gute alte Goat Control mit seiner Tsukuyomi erinnert, fast so etwas wie Interaktion zwischen den Spielern erzeugt und dabei auch noch ordentlich was reißen kann! Obendrauf wurde Guru im geldbeutelfreundlichen Common gedruckt, also was wollt ihr mehr? Besorgt euch das Deck und liefert euch mit den Altergeist-Spielern wettkämpfe darum, wer bei seinen Gegnern mehr Augenrollen verursachen kann.
Platz 7: Wachdrache Elpy

Weiter geht’s mit einer Karte aus dem neuen Themendeck „Wachdrache“, dem jüngsten Spross der World Legacy-Saga, um den es im Voraus einen ordentlichen Hype gab. Doch wie schon damals bei dem allerersten Thema der Reihe, den Weltkelch-Karten, sieht es momentan danach aus, als sei dieser dann doch eher ungerechtfertigt.
Was natürlich nicht heißt, dass die Karten nichts können. Das Main Deck ist zwar in der Tat eher schwach auf der Brust, dafür sind die Themeneigenen Link-Monster umso übertriebener.
Ich habe mich bei meiner Top 10 für Wachdrache Elpy als Repräsentant des Themas entschieden, da dieser Monster vom Deck als Spezialbeschwörung beschwören kann. Dies ist allgemein ziemlich gut und wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Monster, über das wir hier reden, um ein beliebiges Drachen-Monster handelt, habe ich drei Wörter für euch, um zu beweisen, wie lächerlich stark dieser Effekt ist: Rotäugiger finsterer Metalldrache. Was schon zu Zeiten von Priesterlicher Drachenkönig Atum lächerliche Kombos bedeutet hat, wird nun ad absurdum getrieben. Man kann Elpy mit einem Drachen-Monster der Stufe 4 oder niedriger beschwören, dann den guten alten REDMD aufs Feld rufen, mit dessen Effekt das Material vom Friedhof zurück holen, ihn dann für irgendwas weglinken und dann mit dem Material Wachdrache Pisty beschwören, der dann den REDMD von eben für eine Ehrenrunde vom Friedhof zurück holt, da die Spielentwickler diesem in ihrer unendlichen Weisheit kein hartes Once per turn gegeben haben.
Neben diesen beiden Bois gibt es auch noch das Link-2-Monster Wachdrache Agarpain (Mikrobiologen als das Gefühl bekannt, das man empfindet, wenn man feststellt, dass seine Bakterienkolonie verunreinigt war). Dieser kann ohne Umwege Drachen-Monster wie Kristallflügel-Synchrodrache oder Nummer 38: Hoffnungsvorbote Drachentitanengalaxie vom Extra Deck beschwören.
Okay, ganz ohne Bedingungen läuft das Alles dann doch nicht. Zum Einen kann man, solange die Links auf dem Feld liegen, nichts als Drachen-Monster als Spezialbeschwörung beschwören, zum Anderen müssen auf die Zonen, in die man seinen Kram beschwören will, mindestens 2 Link-Monster zeigen. Ersteres ist nicht weiter dramatisch, denn ganz ehrlich: Wenn es einen Monstertyp gibt, auf den es nicht schlimm ist, beschränkt zu sein, dann ist es Drache. Außerdem kann man die Monster einfach für irgendeinen Drachen mit einem höheren Rating weglinken, der keine nervigen Einschränkungen hat. Die zweite Einschränkung ist da schon kniffliger. Aber auch das kriegt man ganz gut hin. Man kann zum Beispiel ein Link-Monster, das nach unten links und unten rechts zeigt, beschwören. Dann Elpy in eine der Zonen beschwören, auf die es zeigt und das Monster dann mit einem anderen Monster zu Albtraumritter Einhorn verarbeiten, schon hat man das gewünschte Setting.
Allein sind die Wachdrachen also allenfalls ein mäßig gutes Deck, dafür können sie als Engine ohnehin schon lächerliche Kombos noch viel stärker machen. Schade eigentlich.
Platz 6: Mantrawichtel Kelchschleim

Auch ein Ritual-Monster hat es dieses Mal in die Top 10 geschafft. Mantrawichtel Kelchschleim ist eine Art „Bossmonster“ für die Mantrawichtel-Karten und hat einiges auf dem… Schleim. Man kann ihn in der Hand vorzeigen und eine Karte abwerfen, um ein Mantrawichtel-Monster als Spezialbeschwörung vom Deck zu beschwören, wobei natürlich dessen Effekt getriggert wird. Man kann nun mit Kerzenpuppe oder Talismanraune entweder Ritualzauber oder –monster suchen, oder aber mit Schreibfeder oder Steinbuch die Karte, die man gerade abgeworfen hat, wieder auf die Hand nehmen. Man verliert dann zwar am Ende des Zuges 2500 Life Points, wenn man bis dahin nicht ritualbeschworen hat, aber das sollte nach dem Mantrawichtel-Play eigentlich kein Problem mehr sein, zumal es nichtmal Kelchschleim selbst sein muss. Beschwört man trotzdem diesen, kann man mit seinem anderen Effekt einmal pro Zug ein Monster des Gegners zerstören, indem man einen Mantrawichtel von Hand oder Feld auf den Friedhof schickt.
Auch nicht von schlechten Eltern ist übrigens die Ritualzauberkarte, die benutzt wird, um Kelchschleim zu beschwören. Mantrawichtel-Anfang hat einen Effekt, mit dem man ihn vom Friedhof verbannen kann, um ein Mantrawichtel-Monster vom Deck zu beschwören, wodurch sich natürlich ebenfalls Effekte triggern lassen.
Die Mantrawichtel insgesamt können zwar nicht als Material für Link- oder sonstige Beschwörungen vom Extradeck benutzt werden, aber immerhin als Tributmaterial. Auf diese Weise wird aus Zaborg der Megamonarch das wohl beste Play aus einer einzigen Karte im Main Deck (das von dieser allein durchgeführt, nicht bloß gestartet wird), das es je gegeben hat. Denn indem er drei Kopien von Herold des Bogenlichts auf den Friedhof schickt, kann man mal eben noch mal drei Ritualkarten suchen. Z.B. im Nekroz-Deck kann man mit Krötellig umwerfend noch mehr Vorteil rausholen. Da dieses auch gerade erst von einigen Banlist-Fesseln befreit wurde, könnte es eine durchaus taugliche Wahl für das kommende Format werden!
Doch wie es aussieht, müssen sich Ritual-Decks jetzt darauf einstellen, eine riesige Engine aus ca. 15 Karten zu integrieren, um auf dem Stand der Dinge zu sein, was zumindest für mich, na ja, „gewöhnungsbedürftig“ ist.
Platz 5: Fantastischer Drache Phantazmei

Um nicht für Verwirrung zu sorgen: Wenn ich im Folgenden von „Phantazmei“ oder Fantastischer Drache Phantazmei spreche, dann meine ich den Thanos-Drachen.
Handtraps sind immer gut, da macht auch unser neuer lila Freund keine Ausnahme. Mit seinem Effekt kann man ihn von der Hand als Spezialbeschwörung beschwören, wenn der Gegner ein Linkmonster beschwört. Dann kann man Karten für jedes Link-Monster, das der Gegner kontrolliert, und eine weitere ziehen. Dann muss man jedoch auch wieder Karten in Höhe dieser Menge minus eins ins Deck zurück mischen.
Faktisch zieht man also nur eine Karte, kann dafür aber eine potenziell große Menge ungeliebter Handkarten zurück ins Deck befördern und man kann sich unter den gezogenen Karten sozusagen die besten aussuchen, ähnlich wie bei Topf der Gegensätzlichkeit.
Aber dennoch, weder hält er die Plays des Gegners auf, noch, obwohl er als Reaktion auf Linkbeschwörungen aktiviert wird, bestraft er ihn besonders stark dafür, da, egal wie viele Linkmonster er kontrolliert, der reine Kartenvorteil gleich bleibt. Außerdem muss man immer abwägen, ob und wie sich die Zahl der gegnerischen Link-Monster wohl noch verändern wird. Der gern gezogene Vergleich zu Maxx “C“ hinkt also stark, aber dafür bietet Phantazmei andere Vorteile. Wenn er sich auf dem Feld befindet, kann er einmal pro Spielzug einen zielenden Karteneffekt des Gegners annullieren und bietet damit ein hübsches Stück Protection. Außerdem kann er, da er anders als die meisten handelsüblichen Handtraps beschworen wird, als Material für andere Beschwörungen verwendet werden. Seine Stufe 7 kommt ihm dabei zu Gute. Mit Aufblühende Blumenzwiebel kann man Kalliberlade-Wilddrache aus ihm bauen und auch wenn Nummer 42: Galaxie-Tomahawk inzwischen verboten ist, Mecha-Phantomungeheuer Drachossak ist als generisches Rang-7-Xyz nicht viel schlechter.
Platz 4: Schlag der Hexe

Bevor wir zum Treppchen kommen, hier noch ein Beitrag aus unserer Reihe „Fallenkarten, die zeigen, wie schlecht Fallenkarten geworden sind“. Denn um sie zumindest ansatzweise spielbar zu halten, sind sie zum Teil echt absurd stark. In Raging Tempest kam mit Verschwundener Wind eine Durchbruchfähigkeit auf Crack, in Code of the Duelist kam der bessere Ruf der Gejagten und der Zwillings-Twister ohne Abwurfkosten. In Soul Fusion folgte schließlich die generische Wunderfusion. Und dann gab es da noch Dimensionsbarriere, Ausgeglichener Zweikampf, Unendliche Unbeständigkeit, Reißender Tribut und Bodenlose Fallgrube auf 3 und Feierliches Urteil auf 1.
Doch dem ganzen die Krone aufsetzen tut nun Schlag der Hexe, die, einmal abgesehen von Alternativen Siegbedingungen, den (ungeachtet von Kosten und Aktivierungs/Beschwörungsbedingungen) den wohl besten Effekt aller existierenden Karten besitzt. Denn sie zerstört einfach mal alle Karten auf dem Feld und in der Hand des Gegners, was, wenn dieser nicht gerade eine Million Floater oder immune Karten parat hat, im Prinzip so etwas wie eine alternative Win Condition ist.
Doch natürlich sind es auch dieses Mal die Aktivierungsbedingungen, die dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Doch die erscheinen erstmal geradezu lächerlich klein. Denn man kann Schlag der Hexe aktivieren, wenn der Gegner die Aktivierung einer eigenen Karte oder die Beschwörung eines eigenen Monsters annulliert hat.
Klingt einfach, jedoch muss man auf den genauen Wortlaut achten. Und dann wird man bemerken, dass die derzeit gängigsten Negater größtenteils Effekte annullieren, nicht Aktivierungen derselben. Dazu zählen zum Beispiel Ascheblüte & freudiger Frühling, Unendliche Unbeständigkeit, Effektverschleierin und Himmelsjäger-Mech – Witwenanker. Aber ein paar Aktivierungsnegierer finden sich dann doch. Zum Beispiel Kalliberlade-Wilddrache, F.A. Tagesanbruchs-Dragster, Buntäugiger Wirbeldrache, Altergeist-Protokoll oder ganz klassisch Ernste Warnung, Feierliches Urteil und Feierlicher Schlag.
Die Zeit für Schlag der Hexe ist also noch nicht ganz gekommen, aber ich glaube, das wird sie. Und dann wird zur wohl größten Paranoia-Karte aller Zeiten werden.
Platz 3: Neoraum Connector

Leute, ein neues Neo-Space Monster kommt raus, das heißt, Isolde, Heldin zweier edler Rittergeschichten bekommt Support!
Okay, okay, für ihr eigenes Deck ist die kleine auch nicht verkehrt. Aber, um erneut ein sehr weises Sprichwort aus Two and a half Men zu zitieren: „Du kannst einer Ziege einen Hut aufsetzen, aber Ziege bleibt Ziege“. Auch wenn der Klassiker des miserablen Decks mit der neuen Supportwelle zu einem durchaus soliden Fundeck avanciert, im Folgenden möchte ich mich auf die generische Nutzbarkeit der Karte konzentrieren.
Ihr Effekt ist simpel, effektiv und stellt sich in eine Reihe mit Karten wie Fremdenführerin aus der Unterwelt oder Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel, die, wie findige Leser vielleicht bemerken, beide limitiert sind. Aber auch Windhexe – Eisglocke und Raubpflanze Ragwurzskorpion gehen in diese Richtung. Die sind jedoch aufgrund eingebauter Nachteile noch auf freiem Fuß, wurden oder werden aber beide intensiv gespielt.
All diesen „3+1 Engines“ ist gemein, dass der Starter (diejenige Karte, die in 3-facher Ausführung gespielt wird) bei seiner Beschwörung das Ziel aus dem Deck beschwört, sodass man zwei Monster kontrolliert, die man für eine Beschwörung aus dem Extra Deck benutzen kann. Der einzige Nachteil an Connector ist, dass sie zwingend die (oder, um es zeitgemäß zu sagen, eine) Normalbeschwörung benötigt, dafür hat sie einen entscheidenden Vorteil: Das Ziel ist sogar eine brauchbare Karte, nicht bloß eine Stufe, die man wirklich nicht vor dem Starter haben will. Neo-Weltraum Dark Panther könnte gimmicky sein, um einen guten Effekt des Gegners zu kopieren, zum Beispiel eine Negation. Hauptsächlich geht es jedoch um Neo-Weltraum Aqua Dolphin. Der hat zwei Vorteile. Erstens kann er mit seinem Effekt Handkarten des Gegners klauen (besonders gern genommen: Handtraps). Zweitens ist er wie Connector ein Krieger-Monster, mit anderen Worten, er kann als Material für Isolde, Heldin zweier edler Rittergeschichten benutzt werden, die man auf diese Weise einfach mit einer Handkarte aufs Feld zaubern kann. Diese erledigt dann in Sachen ungesunde Spielereien den Rest.
Die jüngste Liste der verbotenen und limitierten Karten hat mit Nummer 86: Heroischer Champion – Rhongomyniad und Topogolik-Gumblardrache zwar die beiden ungesündesten Einsatzgebiete der neuen Karte erfolgreich ausgemerzt, aber mit einer Isolde, die Armageddonritter beschwört, kann man immer noch allen möglichen Schabernack anstellen. Zum Beispiel lässt sich über Nummer 71: Rebarian-Hai mit mehr oder weniger den gleichen Kombos wie zuvor Rhongomyniad Nummer S0: Utopisches ZEXAL, Rhongos stylischer Zwillingsbruder, beschwören, wenn man es schafft, im richtigen Moment eine Karte zu ziehen.
Platz 2: Grosalamander Sonnenlichtwolf

Wir betreten das Treppchen mit dem Stellvertreter eines neuen Themendecks. Na ja, nicht ganz neu, denn eigentlich feierten sie ihr Debüt im letzten Set Soul Fusion. Jedoch haben sie erst jetzt das Potenzial, metatauglich zu werden. Das heißt, auch nicht ganz jetzt, sondern Mitte dieses Monats, wenn ihr neues Structure Deck herauskommt, dass unter Anderem die essentiellen Karten Salamangreat Gazelle und Salamangreat Circle enthält.
Eine der wichtigsten Schlüsselkarten ist aber auch Grosalamander Sonnenlichtwolf, der in SAST enthalten ist. Dieser kann, indem die themeneigene Mechanik des „Reinkarnations-Link“ über den Feldzauber Heiligtum der Grosalamander genutzt wird, Monster sowie Zauber- und Fallenkarten vom Friedhof zurück auf die Hand holen, was der friedhofbasierten Strategie des Decks sehr gelegen kommt. Diese besteht nicht aus riesigen „Wombo Combos“, sondern eher aus vielen kleinen Spielereien über Link- und Xyz-Monster und erinnert in vielerlei Hinsicht an das alte Infernity-Deck.
Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht über die Strategie des Decks sagen, empfehle dafür aber den Artikel von Deckcreator16 . Stattdessen sei noch kurz gesagt, dass das Salamangreat-Deck im OCG auf manchen Turnieren für kurze Zeit über 50 Prozent der Topdecks gestellt hat. Dem wird es zugegebenermaßen nicht ganz gerecht, inzwischen hat sich seine Repräsentation auch auf ein gesundes Maß reduziert und überhaupt verfügt das TCG mit Danger! und Trickstar über zwei Meta-Konkurrenten, die im OCG so nicht vorhanden sind. Aber dennoch: Auch hier sollte man das Deck auf dem Zettel haben!
Platz 1: Kalliberlade-Wilddrache

Nach zwei Sets, in denen dies nicht der Fall war, hat es wieder einmal die Coverkarte in die Top 10 geschafft. Mehr noch: Seit Code of the Duelist ist es sogar die erste Coverkarte, die es auf Platz 1 des Rankings geschafft hat! (Auch wenn sich vielleicht darüber streiten lässt, ob Kalibrierlade-Drache es für CIBR nicht verdient hätte.)
Nicht ohne Grund, denn bei Borreload Savage Dragon handelt es sich um nicht weniger als das vielleicht beste Synchromonster aller Zeiten, gemessen an der Relation von Beschwörungsaufwand und Effekt.
Denn er braucht für seine Beschwörung lediglich irgendwelche Monster, womit seine Beschwörungsbedingungen identisch sind z.B. mit denjenigen für Sternenstaubdrache oder Schrottdrache. Nicht zu vergleichen mit diesen Kartenklassikern ist jedoch seine Stärke. Es sollte kein Problem sein, ein Linkmonster in den Friedhof zu bekommen. Ist dies geschehen, kann er sich bei seiner Synchrobeschwörung mit diesem ausrüsten und dann in einer Anzahl Spielzüge, die dem Link Rating des Monsters entspricht, einen beliebigen Effekt des Gegners annullieren. Mit anderen Worten, ein weiterer Alles-Negierer im Stil von Buntäugiger Wirbeldrache.
In seiner Brokenness passt der Drache zum Geist der Zeit und ich als Synchro-Fan sehe ihm mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Einerseits ist es schön, dass die Mechanik über solche Monster am Leben gehalten wird, andererseits wird mein alter Favorit Sternenstaubdrache wohl nun endgültig zu einer Karte für Nostalgiker werden.
Honorable Mentions:
Davon gibt es wieder eine ganze Menge, tatsächlich lässt sich fast sagen, dass es sich bei SAST um ein ganzes Set aus Honorable Mentions handelt. Denn es gibt viel Brauchbares, aber wenig wirklich Welten bewegendes.
Am meisten Play wird wohl noch Unnahbarer Wolf sehen, der mit seinem Effekt, der einem schlechteren Gold-Sarkophag entspricht, wohl zu einer Staple im Donnerdrachen-Deck werden wird, gerade nach der Limitierung des Zaubers. Außerdem gibt es mit Super-Anti-Kaiju-Kriegsmaschine Mecha-Donner-König nicht nur einen potenziellen Rekordhalter für den längsten Kartennamen sowie einem definitiven für die meisten Bindestriche im Namen, sondern auch eine mächtige Anti-Karte gegen die beliebten Bossmonster-Vertilger. Die Themendecks Magidolce und Streichbuben erhalten mit Magidolche Puddkleinschweszessin (dat Wort…) und Streichbuben Steinis mächtigen und der Monstertyp Zombie mit Shinobi Nekro zumindest brauchbaren, aber auf jeden Fall sehr schicken Support.
Ebenfalls eher was fürs Auge ist Hiita, die Feuerverzauberin in Flammen, die erste und hoffentlich nicht letzte Link-Neuauflage der beliebten „Charmer“-Karten, die in Salamangreat-Mirror Matches durchaus brauchbar sein könnte, oder sogar in anderen Decks für dieses Match-Up, da ein Feuer-Monster für ihre Beschwörung reicht (z.B. eine Ascheblüte & Freudiger Frühling, die mit Nachfolge des Weltvermächtnisses wiederbelebt wurde). Übrigens kommt auch das (voraussichtlich) letzte und gleichzeitig schlechteste Himmelsjäger-Link-Monster, Himmelsjäger-Ass – Kaina in diesem Set.
Ewig gewartet hat das TCG außerdem auf Roter aufsteigender Drache, der nun endlich erscheint und aus Roter Resonator und einem Stufe-4-Monster Narblicht-Rotdrachen-Erzunterweltler machen kann und damit eine essentielle Lücke im Jack-Atlas-Themendeck füllt.
Zu guter Letzt gibt es auch noch ein neues TCG-exklusives Themendeck, die Zeitdieb-Karten. Das Bossmonster Zeitdieb Wiederholer ist ein brauchbares, generischen Rang-4-Xyz-Monster mit einer interessanten Mechanik, die Appetit auf mehr macht.
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe der Artikel hat euch gefallen. Gerüchten zufolge gibt es übrigens zu jedem Artikel einen Diskussionsthread, wo man über den Artikel – nun ja – diskutieren kann. Wenn ihr also erzählen wollt, über welche Karten aus dem neuen Set ihr euch besonders freut oder ob eure Top 10 anders ausgesehen hätte, könnt ihr euch ja mal auf die Suche begeben.