Top 10 DABL - Die Highlights aus Darkwing Blast

Platz 10: Ein echtes Original

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Konami ist immer wieder für eine Überraschung gut. Hätte irgendwer damit gerechnet, dass nochmal ein neues Bambusschwert kommt? Ihr wisst schon, diese Reihe von Zauberkarten, die noch nie an irgendeinem vernünftigen Deck beteiligt war? Aber ich meine, nach Größter Anteil wurde es schon endlich mal wieder Zeit für schönen Exodia-FTK-Support. Denn genau das ist Original Bamboo Sword, bzw. die Bambusschwerter im Allgemeinen: Die wahrscheinlich effektivste legale Draw-Engine im Spiel, würde sie nicht einen beeindruckenden Haufen Bricks erfordern.

Doch ich kann einfach nicht anders als eine Karte zu erwähnen, die einen aus einem generischen Stufe-9-Synchro mal eben 4 Karten ziehen lässt. Aber langsam. Zunächst einmal gibt Original Bamboo Sword dem ausgerüsteten Monster 0 ATK (yay!). Soweit gleicht es Zerbrochenes Bambusschwert. Es kann außerdem sämtliche Monster des Gegners zerstören, wenn das ausgerüstete Monster direkt angreift, also sowas wie Wattgiraffe ist. Aber geschenkt. Zur Erinnerung: Wir haben aktuell 3 Raigeki, 3 Schwarzes Loch und 3 Blitzsturm im Format. Nein, was wir wirklich tun wollen, ist Original Bamboo Sword mit seinem dritten Effekt auf den Friedhof zu schicken, um das Monster stattdessen mit Verfluchtes Bambusschwert auszurüsten. Kommen wir nun also zur angeteasten Kombo. Das Monster, das man dafür braucht, ist natürlich Werkzeug-Tapferdrache, vor dem ich ja schon im letzten Ranking gewarnt habe. Den rüstet man dann für seinen Effekt mit allen drei Ausrüstungs-Bambusschwertern, also Zerbrochenes Bambusschwert, Verfluchtes Bambusschwert und Original Bamboo Sword aus. Dann tauscht man Original Bamboo Sword gegen ein weiteres Verfluchtes Bambusschwert aus und benutzt einen von deren Effekten, um Zerbrochenes Bambusschwert auf die Hand zurück zu geben. Dann verwendet den Werkzeugdrachen als Material für irgendwas, im einfachsten Fall Schwerkraftbeherrscher, wodurch die Effekte der beiden verfluchten Schwerter triggern und zwei Kopien von Goldenes Bambusschwert suchen. Dann kann man Schwerkraftbeherrscher mit dem zerbrochenen Bambusschwert ausrüsten und vier Karten ziehen. Das ist natürlich eine ziemliche High-Risk-High-Reward-Geschichte, denn diese Kombo allein verlangt nicht weniger als sechs potenzielle Bricks im Deck. Dennoch halte ich die Bambusschwert-Engine für unterschätzt, insbesondere für Decks der Marke „60 Karten good stuff“.


Platz 9: Endlich wieder Federvieh

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Oh boy, endlich wieder Blackwing-Support! Es waren bestimmt drei Monate! Was kommt als nächstes? Elementarhelden? Dunkler Magier-Support? Wie, das waren tatsächlich die Aushängeschilder von zwei der drei letzten Sets? Verdammt, meine Witze fangen an, sich selbst zu schreiben. Wie auch immer, im Wesentlichen ist der neue Schwarzflügel-Support… gar nicht mal so gut. Grund dafür ist der Fokus aus Schwarz geflügelter Drache, der wohl eines der enttäuschendsten Monster aller Zeiten ist. Zugegeben, die themeneigene Effektverschleierin Blackwing - Chinook the Snow Blast ist ganz süß, und Black Feather Whirlwind als suchbarer Once-per-copy-Extender wird sicher auch seinen Weg ins Deck finden, ebenso das neue Bossmonster Black-Winged Assault Dragon wegen der Restverwertung, die er zur Beschwörung erlaubt. Und Blackwing - Vata the Emplem of Wandering mit seiner Fähigkeit, Synchromonster mit Materialien vom Deck zu beschwören könnte richtig broken sein, wäre das einzige zulässige Ziel nicht Schwarz geflügelter Drache, der im Grunde nicht viel mehr ist als ein Beatstick mit einer nicht einmal besonders beeindruckenden Angriffskraft von 2800.

Lasst uns also über Blackwing - Boreastorm the Wicked Wind sprechen. Mit einem beliebigen Finsternis-Empfänger (z.B. Krebons, Blutroter Resonator oder Seuchenverbreitender Zombie über Synchro-Überholen) relativ leicht generisch beschworen, kann dieser Stufe-6-Synchroempfänger einen Schwarzflügel vom Deck auf den Friedhof schicken, und, was noch bemerkenswerter ist, ohne deine Beschwörungsoptionen für den Rest des Zuges irgendwie einzuschränken. Bei jedem, der in den letzten 10 Jahren degenerierte Kombo-Decks gespielt hat, sollten jetzt die Alarmglocken klingeln, denn richtig: Das schließt Schwarzflügel - Zephyros die Elite mit ein. Dies wird auch das mit Abstand wichtigste Ziel sein, aber es gibt noch andere Möglichkeiten. Mit Schwarzflügel - Vayu das Symbol der Ehre kann man leicht ein weiteres Synchromonster rausleiern, wodurch die Beschwörung von Zeug wie Quasarschnuppen-Drache in greifbare Nähe rückt. Mit Blackwing - Shamal the Sandstorm kann man einen Blackwing, z.B. einen der zahlreichen themeneigenen Extender, vom Friedhof zurück auf die Hand holen und mit Blackwing – Zonda the Dusk kann man leicht ein weiteres Stufe-6-Monster beschwören, um ein Rang-6-Xyz, Ultimaya Tzolkin oder Geomathemech Letztes Sigma zu beschwören. Außerdem hat Blackwing - Boreastorm the Wicked Wind auch noch einen Effekt, der ihn zum Goyowächter-Klon macht. Insgesamt also nicht nur sehr guter Support für sein Thema, sondern auch einfach ein sehr starkes und vielseitiges Synchromonster. Dark Synchro Players, where you at?


Platz 8: Flip flop to the tops?

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Wenn es ein großes, übergreifendes Thema zu diesem Set gibt, dann sind es wohl Flipp-Flopp-Strategien, passend zur jüngst erfolgten Legalisierung von Cyberdose. Flipp-Monster, das sind diese Karten, die ihre Effekte bekommen, wenn sie aufgedeckt werden, und scheinbar sind sie, nachdem Rituale und Fusionen mehrfach erfolgreich auf Meta-Niveau gehievt wurden, die nächste veraltete, inhärent schlechte Mechanik, die dieses Treatment erhält. Denn die schiere Menge an Support, allein in diesem Set, ist schon beeindruckend. Um ein paar zu nennen: Prediction Princess Tarotreith, Terrors in the Hidden City, Destructive Daruma Karma Cannon und eben Mitsu the Insect Ninja, mein Platz 8. Die kann man als Spezialbeschwörung beschwören, wenn man ein Ninja-Monster oder ein Monster in verdeckter Verteidigungsposition kontrolliert. Und dann hat sie einen Schnelleffekt, mit dem sie, wenn der Gegner einen Monstereffekt aktiviert, ein verdecktes Monster umdrehen kann, womit die Flipp-Monster zum Glück nicht mehr auf die Battle Phase angewiesen sind, um zu resolven, sodass Karten wie Pinguinsoldat, Ryko, Lichtverpflichteter Jäger und Schneemannfresser plötzlich zu kompetenten Interruptions werden. Außerdem wird es erheblich leichter, krasse Effekte wie die von Verwandlungskrug, Topf Des Verbotenen oder Cyberdose überhaupt durchzubekommen (Gewebekrug anyone?). Ach ja, und Mitsu the Insect Ninja gehört streng genommen zu einem richtigen Thema von Flipp-Ninjas, und wenn das aufgedeckte Monster einer sein sollte, annulliert sie sogar den gegnerischen Monstereffekt und wird somit selbst zur Interruption. Doch sind die Flipp-Ninjas ziemlich mies, daher sollte das eher nicht relevant werden.

Aber mal ehrlich: Was ist eigentlich mit Konamis Insekten-Monstern los? Immer wenn eines annähernd relevant wird, sind es entweder Abscheulichkeiten wie die Beetrooper (von denen fürs Protokoll nicht ein einziges auf einer Biene basiert), ein paar Glitzerpunkte zwischen Möbeln, Typen in peinlichen Superhelden-Kostümen oder Waifus mit Antennen. Na ja, immerhin haben wir es hier mit der letzten Variante zu tun, die ist mir noch am liebsten.


Platz 7: Bysstimmt fällt mir hierfür noch ein besserer Titel ein

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Auf Platz 7 haben wir eine Karte, bzw. ein Thema, das, wenn es mir nach reiner Stärke gehen würde, vielleicht sogar noch weiter oben gelandet wäre. Wobei, immerhin bekommen Sprights und Tearlaments hier auch Support, also vielleicht auch nicht. Wie auch immer, die Bystials sind eine neue Reihe von Drachen-Monstern, die dafür sorgen könnten, dass Dragon Link das neue Burning Abyss wird (falls sie es nicht schon längst sind…). Außerdem powercreepen sie mal eben Lichtpulsar-Drache und Finstereruptions-Drache in eigentlich jeder Hinsicht. Allen Stufe-6-Monstern ist gemeinsam, dass man sie von der Hand beschwören kann, indem man ein Licht- oder Finsternis-Monster vom Friedhof eines beliebigen Spielers aus dem Spiel entfernt. Das waren schon immer die beliebtesten beiden Monsterattribute, die überraschend dicht daran kommen, exakt 50% des gesamten Monster-Pools auszumachen. Tendenz steigend, wenn man nur tatsächlich relevante Karten zählt. Die Beschwörungsbedingung ist also ein ziemliches Non-Issue, ebenso die Bedingung, mit der es zum Schnelleffekt wird, nämlich dass er ein Monster kontrollieren muss. Mit anderen Worten: Um etwas in seinem Zug zu machen, muss der Gegner am Zug sein. Krasse Erkenntnis, Konami. Jedenfalls haben wir es somit mit einem ganzen Themendeck aus D.D. Krähen zu tun, was wohl auch der Hauptgrund für die Relevanz der Karten sein dürfte. Denn warum sollte man lausiges Stufe-1-Monster ohne Stats spielen, wenn man stattdessen einen Beatstick haben kann, der sich sogar auf Feld beschwört? Gut, der Gegner muss dafür Licht oder Finsternis spielen, aber hey, dass dürfte im kommenden Tearlaments Tier-0-Format das kleinere Problem sein. Und einen weiteren Effekt haben die Bystials ja auch noch. Mein Platz 6, Bystial Magnamhut hat den besten, denn dank ihm kann man in der End Phase ein beliebiges Drachen-Monster suchen. Nennenswerte Ziele könnten, neben weiteren Bystials, z.B. Rotäugiger finsterer Metalldrache oder Weißer Drache Lindwurmstrahl sein. Meist besteht die Engine noch aus zwei anderen Karten. Zum Einen Bystial Druiswurm, der das gleiche macht und cooler aussieht, aber statt des Such-Effekts einen Removal-Effekt hat, für den man ihn aber idealerweise irgendwie im gegnerischen Zug auf den Friedhof schicken muss (I:P Maskerena hat ihm schon eine Freundschaftsanfrage geschickt). Zum anderen The Bystial Lubellion, der einen Such-Effekt im Stil von Buntäugiger Revolutionsdrache hat und sich außerdem vom Friedhof beschwören kann, indem man das gesuchte Bystial-Monster als Tribut anbietet. Und außerdem kann er Branded-Zauber-und-Fallenkarten suchen, was bestimmt manche Leute interessiert, die nicht die Nase gestrichen von dieser Lore haben, weil sie alle drei Monate durch dutzende Karten davon scrollen müssen, während sie versuchen, eine Top 10 aufzustellen.


Platz 6: Nein, kein Wortspiel mit „Trap“.

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Vergesst Fallenstellerin Myrmeleo, die wahre Waifu aller Helm-Spieler erscheint erst in diesem Set. Und sie heißt Lady Labrynth of the Silver Castle. Bei den Labrynths handelt es sich neben den Runicks und den Vaylantz um das dritte Thema aus Tactical Masters, aber natürlich wäre Konami nicht Konami, würden sie nicht die besten Karten davon in einem Hauptset nachreichen, damit man schön weiter kauft. Wobei es das Thema selbst wie so oft gar nicht ist, was mich interessiert. Denn Lady Labrynth of the Silver Castle ist ein Segen für alle Decks, die zu viele Fallenkarten spielen. Als Schnelleffekt kann man sie von der Hand beschwören, wenn in diesem Zug eine normale Fallenkarte oder der Effekt einer Labrynth-Karte aktiviert wurde. Was besonders praktisch ist, denn das Thema besitzt mit Arianna, die Labrynth-Dienerin einen Stratos, die ihre Chefin suchen und damit gleichzeitig ihren Effekt live machen kann, sowie mit Ariane Labrynth-Dienerin einen Beschwörer-Mönch, die eben jenen Stratos beschwören kann und damit Beschwörungen vom Extra Deck ermöglicht. Und ein Board aus einem Rang 4 oder I:P Maskerena, Lady Labrynth of the Silver Castle sowie mindestens einer verdeckten normalen Falle kann sich schon sehen lassen. Denn die Lady ist, solange man eine verdeckte Karte kontrolliert, nahezu unbesiegbar, außerdem kann sie, wenn eine normale Fallenkarte aktiviert wird, diese sofort durch eine neue vom Deck ersetzen. Jupp, das bedeutet genau, was ihr glaubt: Metaversum ist endlich wieder suchbar! Yay! Das einzige große Manko: Man kann die so gesuchte Karte in diesem Zug nicht mehr aktivieren. Und das Triggern des Effekts im ersten Zug, wodurch man sich Einweg-Floodgates wie Dimensionsbarriere, Boden aus einer anderen Dimension, Simult Archfiends oder Artefakt-Heiligtum hätte zurechtlegen können, ist relativ schwer und nur mit größeren Engines inklusive Karten wie Labrynth-Kuckuhr oder Tempel der Könige zu erreichen. Aber es verstärkt das Grindgame oder erlaubt Spielereien mit Karten, die auch im eigenen Zug was taugen. Raus hier! als eine Art Board-Wipe z.B., Tollkühne Gier, um Nachschub zu ziehen, Zurück an die Front, mit der man seine Arianna wiederbenutzen kann, oder, was mein Favorit ist: Den Drachen wecken. Solange diese verdeckt ist, kann unsere Lady weder angezielt noch durch Karteneffekte zerstört werden. Und wenn der Gegner sie entsorgt, muss er mit dem Umgehen, was auch immer wir ihm vor die Nase setzen. Was für ein tolles Bossmonster, das nicht nur ihr ganzes Thema um sich herum neu erfindet, sondern das sich auch fest als Tech in allen möglichen fallenlastigen Decks etablieren dürfte.


Platz 5: Leviathan erwacht

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Wir beginnen die zweite Hälfte mit einer Karte, von der ich hätte schwören können, sie sei die erste geleakte Karte des Sets gewesen. Wie sich nach einem Blick in den Thread gezeigt hat, waren zu diesem Zeitpunkt jedoch schon quasi alle Themendecks und ihr Support bekannt. Wie auch immer, dann ist es eben eine der ersten themenlosen Karten, die angekündigt wurden. Worldsea Dragon Zealantis ist eine im besten Sinne ungewöhnliche Karte. Zunächst einmal ist auffällig, dass er ein Link-4-Monster ist, das mit nur einem Material beschworen werden kann. Tatsächlich ist er das erste Link-2-oder-höher-Monster mit dieser Beschwörungsbedingung überhaupt. Schon allein das hat einige interessante Implikationen. Es ist das Link-Gegenstück zu Karten wie Gaia-Drache, der Donnerangreifer, und man kann ihn z.B. benutzen, um eine Apollousa, Bogen der Göttin, einen Saryuja-Schädelschrecken oder einen Firewall-Drachen zu verwerten, die ihren Dienst getan haben. Außerdem kann man ihn benutzen, um ein gegnerisches Link-4, das man mit Überläufer, Gedankenkontrolle, Talent der drei Taktiken oder Maßregelung geklaut hat zu verwerten. Gerade für feindliche Apollousas ist das ein großartiges Out, da sie nur Monstereffekte annullieren kann.

Aber was kann er sonst so? Sein Effekt ist wohl dazu gedacht, das eigene Link-Board neu zu arrangieren, um den letzten Effektteil live zu machen. Das ganze läuft jedoch auf ziemliche verquere Weise ab. In der Main Phase kann man alle Monster auf dem Feld verbannen, mit dem Manko, dass man sie danach wieder auf die Felder ihrer jeweiligen Besitzers beschwören muss. Wozu also das Ganze? Nun, der entscheidende Punkt ist, dass man entscheiden kann, ob man die Monster offen oder verdeckt beschwören will. Mit anderen Worten: Man kann alle gegnerischen Monster verdecken und Xyz-Monstern dabei ihre Materialien stehlen. Das ist wohl der am ehesten generische Teil des Effekts, aber in spezialisierten Decks kann er noch mehr. Entscheidend ist hierbei, dass man selbst die Beschwörungen durchführt, nicht der Gegner. Das heißt, man kann sich selbst absichtlich auf bestimmte Karten locken, wodurch man die gegnerischen Monster „leider“ nicht zurückbeschwören kann. Der einfachste Weg hierfür dürfte Marinzessin Korallenanemone sein. Mit deren Effekt kann man ein Wasser-Monster vom Friedhof beschwören, womit ein Großteil des Materials bereitgestellt wäre, außerdem ist man für den Rest des Zuges auf Wasser-Beschwörungen beschränkt. Somit kann man, während man dem Gegner sein Board nimmt, sogar Zealantis selbst zurückbeschwören und dank Korallenanemones rechtwinkligen Link-Markern diesen vielleicht sogar co-linken, wodurch sein Removal-Schnelleffekt in der Battle Phase benutzt werden kann.

Ist Worldsea Dragon Zealantis also gut? Schwer zu sagen. Ich denke, sie wird gespielt werden, aber, außer vielleicht in Marincess-Decks, nie wirklich wichtig sein. In Wasser-Decks dürfte er sich zusammen mit Korallenanemone etablieren. Vielleicht auch in anderen Decks, die Überläufer und/oder Talent der drei Taktiken spielen und einen Platz im Extra Deck freimachen können. Aber er ist eine kuriose und höchstinteressante Karte, für die in der Zukunft sicher immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten gefunden werden.


Platz 4: Natur pur

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Leute, es ist soweit! Ich kann endlich über den neuen Naturia-Support reden! Dieses knuffige und sensationell schlechte alte Duel Terminal-Thema gehört für mich als Ökologen und 5D’s-Fanboy natürlich zu den absoluten Favoriten, wie ma boys die Jurracs. Doch während Themen wie Jurassier, Genex und Verbündete der Gerechtigkeit nur je eine unironische gute Karte vorweisen konnten, haben bzw. hatten die Naturias immerhin drei: Naturia-Ungeheuer, Naturia-Bambussprosse und Naturias heiliger Baum. Folgerichtig setzen die drei neuen Karten auch alles daran, diese paar Karten voll auszunutzen. Naturia Molcricket sieht dabei zunächst flashy aus, denn es ist eine Art Rettungskatze, die sämtliches Material für die Beschwörung des Ungeheuers bereitstellen kann. Das Problem ist, dass Naturia Ungeheuer eigentlich nur Turn 1 gut ist, und, um zwei Monster zu beschwören, der Gegner auch eines kontrollieren muss. Deshalb bin ich der Meinung, dass Naturia Camellia das wahre Highlight des Supports, und somit auch mein Platz 4, ist. Sie ist ein Stufe-4-Empfänger, der, auf Normal- oder Spezialbeschwörung, eine Naturia.Karte vom Deck auf den Friedhof legen kann. In 90% der Fälle dürfte das Naturias heiliger Baum sein, der dann seinerseits eine Naturia-Karte suchen kann. Hierbei hat man dann zwei Möglichkeiten. Man kann Naturia-Bambussprosse suchen, kann man mit dieser aber nichts mehr anfangen, sofern Kamelie die Normalbeschwörung verbraucht hat. Man sollte sich also etwas überlegen, um die Kamelie als Spezialbeschwörung zu beschwören. Zum Glück ist sie eine Pflanze, wodurch Weißer Rosen-Kreuzgang, Rosenprinzessin und Einzelfeuerblüte als Support bereitstehen. Aber auch die Vernusylphs können Abhilfe schaffen, oder, hört mich an, man spielt einfach Doppelbeschwörung.

Das andere legitime Suchziel ist die dritte neue Karte, Naturia Blessing, eine Wiedergeburt als Schnellzauber. Hier kommt auch Molcricket wieder ins Rennen: Beschwört man diese als Normalbeschwörung, kann sie, auch wenn der Gegner kein Monster kontrolliert, immerhin Kamelie vom Deck beschwören, die dann indirekt besagten Schnellzauber sucht. Den kann man dann aktivieren, um die Grille zurückzuholen, womit man das Material für Naturia-Ungeheuer zusammen hätte. Da man somit ein Naturia-Synchromonster beschworen hat, kann man die Grille mit ihrem zweiten Effekt zurück aufs Feld beschwören, und ihren ersten Effekt gleich noch einmal benutzen, denn es ist ein Schnelleffekt. Jetzt kontrolliert der Gegner vielleicht sogar das Monster mit den höchsten ATK, dann könnte man gleich zwei Monster beschwören. Z.B. eines der zahlreichen 2-Karten-Interruptions des Decks, namentlich Naturia-Stachelhornisse (annulliert Spezialbeschwörungen), Naturia-Sonnenblume (annulliert Monstereffekte) oder Naturia-Blatt (annulliert Zauber- und Fallenkarten). Beschwört man zusätzlich Naturia Camellia kann man sogar von deren zweiten Effekt Gebrauch machen, womit man, statt Tribute als Kosten zu verrichten, Karten vom Deck millen kann. Außerdem hat sie noch einen dritten Effekt, mit dem sie, wenn der Gegner ein Monster beschwört, ein Naturia-Monster vom Friedhof beschwören kann, was gar nicht viel Erklärung bedarf, um zu erkennen, wie gut es ist.

Selbst Naturia Blessing hat noch zwei weitere Effekte, mit dem im gegnerischen Zug Synchro- oder Fusionsbeschwören kann. Warum also nicht gleich versuchen, Glühender Rotdrachen-Erzunterweltler König Elend zu beschwören? Denn praktischerweise schreibt Naturia Blessing nicht vor, welches Monster du beschwören darfst, solange du mindestens ein Naturia-Monster als Material benutzt. Und zwei Empfänger aufs Feld zu bekommen sollte dank der Kamelie nun wirklich nicht das Problem sein, es fehlt also nur ein Drachen-Finsternis-Synchromonster.

Ihr seht, die drei neuen Karten machen unglaublich viel. Sie halten die bisherigen Bestandteile des Themas zusammen wie Superkleber, ohne sie völlig zu ersetzen. Es ist großartiger Support, ich würde fast so weit gehen, es als einen der besten Legacy-Supports aller Zeiten zu betiteln. Und im OCG konnte er sogar einige Achtungserfolge in Kombination mit Ishizu-Stuff und Vernusylphs erreichen, aber ob das ohne ersteren auch im TCG möglich ist, sei mal dahingestellt.


Platz 3: Irgendwas stimmt mit Kitty nicht

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Wir betreten das Treppchen mit einer Karte, die mal eben Martialischer Metallmarschierer powercreeped. Tatsächlich ist Shamisen Samsara Sorrowcat ein enorm gutes niederstufiges Synchromonster, das ich sicher auch in einer Top 10 der besten Karten des Set erwähnt hätte, über das aber komischerweise nie jemand spricht, und das sogar irgendwie als Super Rare ins TCG durchgerutscht ist. Zum einen hat sie die aktuell essentielle Klausel, mit der sie im gegnerischen Zug eine Synchrobeschwörung mit sich durchführen kann, womit sie zur wohl heißesten Kandidatin wird, um im gegnerischen Zug Glühender Rotdrachen-Erzunterweltler König Elend zu zünden. Denn sie hat noch einen zweiten Effekt, mit dem sie sich quasi umsonst, sogar mit potenziell positiven „Kosten“ vom Friedhof zurück aufs Feld beschwören kann, nämlich indem sie ein anderes Synchromonster von dort zurück ins Extra Deck legt. Außerdem ist sie ein Zombie, kann also nicht über einen Mangel an externem Support klagen. Zugegeben, eine konkrete Kombo fällt mir gerade nicht ein, ohne die alten Haudegen wie Linkreuz und Kristron-Halqifibrax ist überhaupt fraglich, wie viable Synchro Spam derzeit ist. Aber Shamisen Samsara Sorrowcat ist eine Karte, die ungesunde Spielstrategien aktiv belohnt. Sie kann mit Kaiserliche Eisenmauer (derzeit auch ein passables Floodgate) und Stachelschrauben-Igel sogar einen unendlichen Loop aufbauen. Ich garantiere, früher oder später wird diese Karte in irgendeinem Wombo-Kombo-Deck auftauchen. Resonator-Sprights mit Doppelkrieger vielleicht?


Platz 2: Eine Stufe neu geboren

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Das nächste Thema hätte eigentlich Platz 7 werden müssen, aber dafür ist es einfach zu gut. Die Kashtiras erinnern mich irgendwie an die Qliphorts damals. Dieses neue Thema, das auf dem Papier so unfassbar broken wirkt wie nichts zuvor, das dann aber irgendwie trotzdem nur höchstens eine untergeordnete Rolle im Format spielt. Selbst die erhaben-bedrohlichen Sci-Fi-Artworks und der Spielstil, der zwischen Stun und Beatdown liegt, haben einen ähnlichen Vibe. Doch das hier ist 2022 und während die Qliphorts sich noch mit einem unbesiegbaren Monster und ein paar Floodgates zufrieden gegeben haben, müssen es heutzutage schon min. 4 gesperrte Monsterzonen und ein zur Hälfte verbanntes Extra Deck sein.

Doch darum soll es hier nicht gehen. Es soll auch nicht um Kashtira Fenrir, das mit Abstand beste Monster des Themas, gehen, auch wenn dieses ohne meine inoffizielle „Eine Karte pro Thema“-Regel durchaus auch einen Platz verdient hätte. Nein, die Karte, um die es jetzt gehen soll, ist Kashtira Birth. Dieser permanente Zauber tut allerhand Dinge für sein Thema. Einmal pro Spielzug kann man ein Kashtira-Monster vom Friedhof oder der verbannten Zone beschwören. Es ist also eine Wiedergeburt und eine kostenlose D.D.R. – Reinkarnation aus einer anderen Dimension in einem… einmal pro Zug. Ebenfalls einmal pro Spielzug, wenn der Gegner eine Zauberkarte aktiviert, kann man außerdem drei Karten in seinem Friedhof aus dem Spiel entfernen, was jedoch eher in die Kategorie „Nice to have“ gehört, wenn man nicht gerade eine Wiedergeburt oder so vereiteln kann. Aber im Grunde geht es mir eh nur um den ersten Satz. Laut dem kann man nämlich Stufe-7-Monster ohne Tribut als Normalbeschwörung beschwören. Wohl gemerkt jedes beliebige Stufe-7-Monster. Einfach so. Und oh boy, klingelt hier mein Scrub-Instinkt. So viele Karten, die auf einmal (wieder) viable werden! Deshalb jetzt „Leseleffs Top 5 innerhalb der Top 10 von Karten, die mit Kashtira-Birth beschworen werden können“! Platz 5: Großer Shogun Shien. Lockt den Gegner auf eine Zauberkarte pro Zug. Platz 4: Mare Mare. Muss ich dazu irgendwas sagen? Platz 3: Nebeltal-Goldadler. Dürfte das beste und einzige Ziel sein, das sich tatsächlich in reinen Kashtira-Decks etablieren könnte. Punktabzug dafür, dass er auch davor schon immer wieder mal competitive play gesehen hat. Platz 2: Superantiker Tiefseekönig Coelacanth, weil er seit fast 15 Jahren darum bettelt, abused zu werden. Und Platz 1: Yamata-Drache, weil er sogar schon seit fast 20 Karten darum bettelt, abused zu werden. Er kann bis zu 5 Karten ziehen und hat damit einen der, wenn nicht den potenziell stärksten Effekt im Spiel, und war trotzdem bis dato absolut nie relevant. Ob sich das jetzt ändert, ist fraglich, aber so nah war er auf jeden Fall noch nie dran, denn dank Kashtira Birth kann man ihn jede Runde aufs Neue beschwören und potenziell auch jede Runde triggern.

Aber das heißt nicht, dass der permanente Zauber für sein eigenes Thema irrelevant ist. Im Gegenteil: Dank ihm kann man bis zu drei Themenmonster in einem Zug aufs Feld zaubern (eines durch den Spezialbeschwörungseffekt, den alle Monster teilen, eines als vereinfachte Normalbeschwörung, eines mit dem Wiederbelebungseffekt). Somit ist man nur noch einen Extender von dem gefürchteten Board aus Kashtira Shangri-Ira und Nummer 89: Diablosis der Gedankenhacker entfernt, das zum oben genannten Resultat führt. Außerdem hat der Zauber einen eigenen Sucher, Kashtira Unicorn, das man (wie alle Monster des Themas) als Spezialbeschwörung beschwören kann, wenn man keine Monster kontrolliert. Das macht ihn mit einem zweiten Stufe-7-Monster zu einem sicheren Rang-7-Xyz und überhaupt zu einer tollen Engine für alle Decks mit mindestens einem wichtigen Stufe-7-Monster.


Platz 1: Einfach verzaubernd

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Kommen wir nun also zu Platz 1 und gleichzeitig zu einer Sensation: Es ist die erste TCG-Exclusive seit… wann eigentlich? Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, dass eine TCG-exclusive überhaupt mal Platz 1 eines meiner Rankings gewesen wäre, zumindest was komplett neue Karten angeht. Fast hat man das Gefühl, man sei wieder in den glorreichen Tagen von Maxx „C“, und Fremdenführerin aus der Unterwelt gelandet, aber auch nur fast. Denn anders als diese Karten bietet Spellbound nichts fundamental Neues. Aber sie ist der Vorbote einer Entwicklung, die eigentlich schon lange überfällig ist: Der Zeitpunkt, an dem Schnellzauber die Fallen ablösen. Wenn man nur die großen Kartentypen und ihre jeweiligen Eigenschaften betrachtet, sind Schnellzauber die wahrscheinlich besten im Spiel. Man kann sie im eigenen Spielzug aktivieren, sogar in der Draw Phase, aber auch anketten, um die eigenen Effekte zu chainblocken. Und wie Fallen setzen und im gegnerischen Zug aktivieren kann man sie natürlich auch. Diese outclassen sie damit in eigentlich jeder Hinsicht (außer externem Support), was sich meistens in schwächeren Effekten bemerkbar macht.

Nicht jedoch bei Spellbound! Denn Schnellzauber oder nicht, sie hat auch einen der besten Effekte des Sets. Erinnert ihr euch an Gnomaterial? Das war eine der letzten halbwegs brauchbaren generischen TCG-exclusives und jetzt im Nachhinein wirkt Gnomaterial fast schon wie die Beta-Version von Spellbound, denn die macht das gleiche, nur besser. Denn statt dass sie nur ein Moster daran hindert, als Material für irgendeine Beschwörung herzuhalten, tut sie das mit allen, man kann den Gegner also mit einem ganzen Board schwacher, nutzloser Monster zurücklassen. Ist es also ein stumpfes Einmal-Floodgate à la Dimensionsbarriere? Die klare Antwort ist Jein. Der Effekt ist gut genug, um Competitive Play zu rechtfertigen und kann ganze Züge beenden, aber es kommt anders als bei den einschlägigen Konkurrenten auf das Timing an. Während man einen Ansteckender Ausrottungsvirus oder ein Artefakt-Heiligtum möglichst früh zündet, am besten gleich zu Beginn des gegnerischen Zuges, möchte man Spellbound möglichst spät aktivieren, um so viele Monster wie möglich vom Spaß auszuschließen. Das macht die Karte deutlich hirnlastiger und damit meiner Meinung nach auch deutlich interessanter. Denn sie sagt nur, dass der Gegner alle Monster, die er gegenwärtig kontrolliert nicht benutzen kann. Beschwört er also neue Monster, sind diese fair game (wobei die Karte kein once per turn hat, man könnte also mehrere Kopien von Spellbound „stacken“).

Aber um fair zu sein, zu 100% kann Spellbound Gnomaterial dann aber doch nicht ersetzen. Denn anders als dieses ist sie im gegnerischen ersten Zug nutzlos. Damit ist sie eine Go 1st-Karte, während Gnomaterial eine Go 2nd Karte ist. Außerdem: Was soll der Effekt, dass der Gegner keine Monster vom Extra Deck beschwören kann, im eigenen Zug nützen? Hätte es da nicht doch eine Falle getan? Im Grunde ja. Allerdings unterstützt Spellbound im Gegensatz dazu Zauber-intensive Strategien wie Magiebuch des Urteils (das ich die noch mal einfach so casually erwähnen würde…) und Sky Strikers. Und außerdem ist es auch nicht völlig nutzlos. I:P Maskerena erfreut sich derzeit größter Beliebtheit, und vor dem Halqi-Ban haben das Karten wie Formelsynchron und T.G. Wundermagierin auch getan. Sie alle haben gemeinsam, dass sie im gegnerischen Zug Monster vom Extra Deck beschwören können. Und sie haben noch etwas gemeinsam: Sie sind damit auf die gegnerische Main Phase beschränkt. Mit anderen Worten: Wirf deine Spellbound einfach in der Standby Phase ab, und du verhinderst, dass diese Effekte einfach an sie angekettet werden. Das alles macht Spellbound zu einer sehr mächtigen Konter-Karte, die Köpfchen erfordert statt den Gegner pauschal vom Spiel auszuschließen. Und damit meiner Meinung nach zu einem verdienten Platz 1.


Dishonorable Mention:

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Wieder eine sehr hochqualitatitive Top 10, aber natürlich hält auch dieses Set ein paar Stinker parat. Ein paar Tage zu viel außerhalb des Kühlschranks gelegen hat zum Beispiel wohl Cucumber Horse. Diese Karte kann nur während der Battle Phase auf dem Feld existieren (literally, sie hat einen Effekt, mit dem sie sich andernfalls auf den Friedhof schickt), zu Beginn jener kann man es aber immerhin vom Friedhof beschwören, indem man ein anderes Pflanze-Monster vom Feld oder der Hand aus dem Spiel entfernt. Diese Karte braucht also Setup, ist nicht generisch und macht nicht einmal Plus. Dann muss sie ja einen guten Effekt haben, oder? Oder? Na ja. Wird unser Gurkenpferdchen auf diese Weise beschworen, kann sie ein anderes Monster vom Friedhof eines beliebigen Spielers auf das eigene Feld beschworen. Das könnte zugegebenermaßen schlimmer sein, und das ist es auch, denn am Ende der Battle Phase werden alle so beschworenen Monster (also das Ziel und das Pferd selbst) wieder auf den Friedhof geschickt. Uns wird also jede Möglichkeit genommen, die Monster irgendwie zu einem Extra-Deck-Play zu verwurschteln, es sei denn wir spielen Quatsch wie Wunder-Xyz. Es bleiben also zwei Einsatzmöglichkeiten: Entweder als Elektromagnetische Schildkröte für Arme, oder um on-summon-Effekte, die unabhängig der Phase funktionieren, etwa Elementar-HELD Stratos, zu triggern. Man könnte allerdings auch einfach Ruf der Gejagten spielen. Was dem Ganzen dann noch das Kräutersalz aufsetzt sind die absolut peinlichen Stats 100/2000. Nicht das die noch irgendeine Rolle spielen würden, aber kommt schon. Es gibt Normale Monster der Stufe 1 mit höheren Stats. Von einem Stufe-8-Monster mit einem voll auf die Battle Phase ausgelegten Effekt sollte man schon mehr erwarten.

Apropos Salz, es gibt da auch eine Karte, die ich schon fast als persönliche Beleidigung empfinde. Bayerock Dragon war so kurz davor, passabler Dino-Support zu sein, der sogar die fehlenden Verschiedosaurier ein Stück weit hätte kompensieren können. Wäre er nicht ein Opfer der vielleicht zerstörerischsten Worte in Yu-Gi-Oh! geworden: „by an opponent’s card“. Nur selten katapultiert ein einfacher Zusatz eine Karte derartig von gut zu garbage. Und eine zweite „Dishonorable Mention honorable Mention“ habe ich noch: Silent Wolf Calupo. Aber nicht wegen seines bemerkenswert uninteressanten Effekts, sondern weil ich für ihn gerne vorzeitig die Auszeichnung „cringiest card artwork 2022“ vergeben würde.


Honorable Mentions:

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Kommen wir nun also zu den tatsächlichen Honorable Mentions. Zwei Random Packfiller haben es mir besonders angetan. Die eine ist Laughing Puffin. Dieser possierliche Kollege kann als Spezialbeschwörung beschworen werden, wenn eine offene Zauber- oder Fallenkarte auf dem Feld liegt. Er ist also ein ziemlich generischer Extender mit einer hervorragenden Typ/Attribut-Kombo, die es ihm erlaubt von Überfallraptor – Kraftkauz gesucht zu werden und als Material für Überfallraptor – Weiser Kauz herzuhalten. Außerdem kann er offene Zauber- und Fallenkarten wie Feuerformation – Tenki recyclen, dieser Effekt ist aber absichtlich so langsam geschrieben, dass er kaum viable sein dürfte. Und er ist ein Papageitaucher. Nuff said.

Die andere ist Infernalqueen Salmon, die anders als Treibender Mokey Mokey zeigt, wie übelst unnötiger Legacy-Support zu einem Vanilla, das keinen interessiert, aussehen muss. Auf Beschwörung (durch Ein Legendärer Ozean erleichtert) kann sie ein Normales Fisch-Monster (voraussichtlich ihre bessere Hälfte Terrorkönig Salmon) von irgendwo beschwören, was eine super leichte Xyz- oder Link-Beschwörung ermöglicht. Gleichzeitig zeigt sie Bayerock Dragon, wie ein vom Gegner zu leistender Floating-Effekt aussehen muss. Zum einen kann sie ihn nämlich durch ein Selbstmordattentat selbst auslösen, zum anderen lohnt er sich wenigstens, denn man kann beliebig viele (!) Spielmarken beschwören. Das will der Gegner nun wirklich nicht triggern.

Aber natürlich gibt es auch wieder jede Menge Themen-Support, der erwähnt werden sollte. Die Dracoslayers zum Beispiel, die vielleicht sogar eine Erwähnung bei den Competitive Mentions wert wären. Keine Ahnung, lasst uns lieber über Ignis Phoenix, the Dracoslayer als Igknight-Karte reden. Der kann nämlich im Laufe seines kurzen Lebens als Igknight-Pendulum scale einen Kollegen vom Deck suchen, indem er die in dem Deck reichhaltig vorhandenen offenen Pendelmonster auf dem Extra Deck als Ressource benutzt, und hat außerdem einen der bei Pendelmonstern berüchtigten Floating-Effekte, mit dem er à la Künstlerzauberer Plüschfeuer ein Monster vom Deck beschwören kann. Tatsächlich ist er diesem legendären Extender in kaum etwas unterlegen, außer dass er ein hard once per turn hat. Dann gibt es noch, wie bereits kurz erwähnt, Prediction Princess Support im Rahmen der allgemeinen Flipp-Invasion des Sets. Prediction Princess Tarotreith ist tatsächlich ein großartiges Monster, das vereinfacht gesagt im gegnerischen Zug ein Flipp-Monster vom Deck beschwören und dieses auch triggern kann. Leider leidet sie an dem selben Syndrom wie viele moderne Ritualmonster, nämlich dass die zugehörige Zauberkarte ziemlich Grütze ist und nicht mit Vor-Vorbereitung der Riten funktioniert. Deshalb wird man sie wohl in der Tat mit dem Effekt ihrer großen Schwester Wahrsageprinzessin Tarotrei beschwören müssen. Außerdem gibt es noch Fur Hire Support, mit dem das Deck seine wahre Identität nicht länger versteckt. Donner, Dagger Fur Hire ist nicht nur garantiert das schönste (also einzige, sprach der Yu-Gi-Oh!-Spieler…) Mädchen auf jeder Furry-Convention, sondern hat auch einen ziemlich guten Effekt, im Grunde Schrottdrache und Rettungskaninchen in einem. Aber auch die Amazonisch-Karten sollen nicht unerwähnt bleiben. Klar, die meisten sind Mist, aber Amazoness Augusta ist ein unironisch gutes Bossmonster, dessen Beschwörung dank Amazoness Secret Arts sogar effektiv umsetzbar ist. Außerdem habe ich einem anderen Teammitglied noch versprochen, die Vernusylphs nicht unerwähnt zu lassen, vor allem Vernusylph of the Misting Seedlings, die jede Erde-Fee im Spiel suchen kann. Das sind nur gar nicht so viele, und die bestehenden Ziele sind, bis auf andere Vernusylphs, nicht besonders gut. Oder es sind Fluffals, die nicht mit der Beschränkung auf Erde-Effekte klarkommen. Daher sehe ich für das Entchen, zumindest bis der Ishizu-Stuff zu uns kommt, nicht wirklich eine Nische.

Eine letzte Honorable Mention habe ich aber noch: Soul Scissors, schon, weil ich nicht gedacht hätte, noch einmal ein Kartenartwork zu sehen, das dermaßen nach old school Yu-Gi-Oh! aussieht. Denn die Schere sieht original wie ein Produkt jener guten alten Zeit aus, als Unterweltler-Monster noch obskure Scheußlichkeiten waren und keine Lolis mit Fangzähnen. Ihr Effekt ist, nebenbei bemerkt, auch gar nicht so übel. Wir eine Karte auf dem Feld zerstört, kann sie sich vom Friedhof beschwören und ihrerseits ein Monster des Gegners zerstören. Im 2009er Twilight-Format wäre das schon sick gewesen.


Competitive Mentions:

TearlamentsRulkallos-DABL-JP-SR.png


Zu guter Letzt also meine Einschätzung, was die Rolle des Sets für das Meta angeht. Darkwing Blast ist ein grundsolides Set und wird definitiv Einfluss auf das Competitive Play haben, allerdings ist es eines jener Sets, die eher Verstärker als Mischpult sind. Ich habe ja die Kashtiras mit dem Release der Qliphorts 2014 verglichen. Aber tatsächlich kann man diese Metapher auf ganze Sets ausweiten, denn DABL erinnert in vielerlei Hinsicht an The New Challengers. Neben einem extra toxischen neuen Meta-Anwärter, der sich aber erst mit dem nächsten Set wirklich durchsetzen konnte, bot dieses nämlich vor allem Support für das Meta, das vom absolut bahnbrechenden Vorgänger Duelist Alliance geschaffen wurde, und erhielt unterstützenden Support für dessen neue Decks. Damals waren es Shaddolls, Tellarknights und Burning Abyss, heute sind es Spright und Tearlaments, denn beide bekommen neue Extra-Deck-Monster hinzu. Spright Sprind kann mal eben beliebige Stufe-2-Monster vom Deck auf den Friedhof schicken (Seuchenverbreitender Zombie gefällt das), außerdem kann es in Kombination mit Riesen-Spright Monster bouncen, womit de facto alle Stufe-2-Monster suchbar werden (Maxx „C“ würde das gefallen, wenn es nicht verboten wäre[/y]). Im Vergleich dazu macht Tearlaments Rulkallos deutlich weniger für ihr Deck, aber schlecht ist sie trotzdem keineswegs, immerhin ist sie ein weiteres potenzielles Negate. Ist ja auch fair, schließlich haben Sprights auf der Banlist deutlich härter kassiert. Dafür bekommen Tearlaments auch noch einen Haufen Zauberkarten, die bei meinem einmaligen Überfliegen jetzt aber nicht so überkrass wirkten.

Neben Support für die beiden unumstrittenen Top-Decks gibt es auch noch mindestens zwei potenziell hochrelevante Einzelkarten. Die eine ist Spellbound, die andere ist Kashtira Fenrir. Der gehört natürlich technisch gesehen zu seinem Thema, wird aber hauptsächlich als Tech und geistiger Nachfolger von Dinowrestler Pankratops gespielt werden. Denn wie alle Kashtira-Monster kann man ihn als Spezialbeschwörung beschwören, wenn man keine Monster kontrolliert, also noch einfacher als Pankratops. Dann kann er ein Kashtira-Monster vom Deck suchen, im Ernstfall eine weitere Kopie seiner selbst. Außerdem kann er, wenn der Gegner einen Monstereffekt aktiviert, beliebig oft pro Spielzug, eine offene Karte des Gegners aus dem Spiel entfernen. Die Effekte werden dabei zwar nicht annulliert, aber es ist trotzdem eine mächtige Interruption. Aber auch die Decks der zweiten Reihe kommen nicht zu kurz. Für Brave Token-Decks bzw. Engines erscheinen zum Beispiel Celestial Apparatus Tesea und Curse of Aramatir. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, was das Deck macht, aber diese beiden Karten wirken erstmal nicht schlecht. Tesea ist ein Extender, der Zauberkarten suchen kann, und Aramatir ist eine permanente Zauberkarte, die theoretisch 2 Adventurer Tokens pro Zug spammen kann. Und der ganze Albaz-Clan geht natürlich auch wieder nicht leer aus. Neben Blazing Cartesia, the Virtuous, einem Extender, Fusions-enabler und Aufhänger für neue Lore (wooo!) gibt es auch wieder einen Haufen Branded-Karten. Branded Regained z.B., die einen faktische jeden Zug eine zusätzliche Karte ziehen lässt und darüber hinaus im gegnerischen Zug Bystials vom Friedhof zurückholen kann.

Bleiben noch die Extra Deck-Monster, die wie üblich die eine oder andere Valide Option bereithalten. In diesem Falle sind es Tilting Entrainment, ein Synchro-Monster für Pendeldecks, das zum Beispiel aus Künstlerkumpel Affeyboard über Künsterkumpel Buntäugiges Synchron eine 1-Karten-Blumenbaronin macht. Außerdem Wollow, Founder of the Drudge Dragons, ein generisches Rang-6-Xyz, das zwar aussieht wie das 4chan-Profilbild eines rechten Edgelords, aber dafür einen soliden Schnelleffekt im Stil von D.D. Krähe hat, mit dem er sogar Karten klauen kann, und für den passenderweise mit den Bystials gleich eine starke Rang-6-Engine erscheint. Und selbst ein paar tatsächlich gute Fallen hat das Set zu bieten. Ich bin zum Beispiel sehr überrascht, wie wenig über Simul Archfiends gesprochen wird. Dabei handelt es sich dabei um ein Einmal-Floodgate, das Dimensionsbarriere in nicht viel nachsteht. Es verbietet die zugehörigen Beschwörungen zwar nicht komplett, sondern beschränkt sie faktisch auf eine pro Spielzug, funktioniert dafür aber auch gegen Link-Monster und verhindert die Beschwörung von Karten wie Göttliches Arsenal AA-ZEUS – Himmelsdonner sowie Synchro- und Link-climbing jeder Art. Die andere ist Destructive Daruma Karma Cannon, die vereinfacht gesagt alle Link-Monster auf den Friedhof schickt und alle anderen Monster in die verdeckte Verteidigungsposition dreht. Das erinnert an Reißender Tribut und steht dieser ebenfalls in nicht viel nach. Tatsächlich umgeht es anders als dieser unter Umständen sogar Floating-Effekte und Immunitäten gegen Zerstörung.


Meine Top 10 nach objektiver Stärke hätte wohl ungefähr so ausgesehen:


10. World Sea Dragon Zealantis

9. Naturia Camellia

8. Lady Labrynth of the Silver Castle

7. Shamisen Samsara Sorrowcat

6. The Bystial Lubellion

5. Tearlaments Rulkallos

4. Simul Archfiends

3. Kashtira Fenrir

2. Spellbound

1. Spright Sprind



Schlusswort:


So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was sind eure Lieblingskarten aus Darkwing Blast? Stimmt ihr meinem Ranking zu? Und, nachdem wir mit dunklen Magiern, Elementarhelden und Schwarzflügeln erstmal wieder durch sind, was hofft ihr bekommt als nächstes Support? Lasst es mich im Diskussionsthread wissen. Ansonsten bis zum nächsten Mal.


- Leseleff -