The Quick Fix: DUNE Woche 3 bis 7 (Spezial)

Lang lang ist es her. Ihr lest richtig, denn nach einer langen Abstinenz kehrt der Quick Fix zurück. Der Grund für diese Abstinenz lag primär daran, dass seit unserem letzten Quick Fix nicht nur das neuste Hauptset DUNE erschien, sondern auch der Tatsache, dass es danach sehr lange keine Regionals und ähnliche Großevents gab, mit Ausnahme der Weltmeisterschaft (welche ein eigenes Format darstellte). Zwar haben die Amerikaner schon in der zweiten August-Woche wieder Regionals gehabt, doch da dies keine europäischen beinhaltet hatte (welche erst im September gestartet haben), war ich sehr zurückhaltend ob ich diese aufnehmen sollte. Und zum Zeitpunkt wo ich mit diesem Artikel begonnen habe, erschien bereits die neuste Liste der limitierten und verbotenen Karten, welche diese ersten September-Events mehr oder minder obsolet gemacht hatte. Doch zugleich greift diese neuste Liste zu meinem jetzigen Stand erst in etwa zwei Wochen, was auch wieder zu einem Mangel von repräsentativen Daten führen dürfte. Aber ich will euch zugleich auch nicht bis zur kommenden YCS Dortmund auf den Trockenen legen, weshalb ich mich entschieden habe, nochmal einen Blick auf die vergangenen Wochen vom DUNE-Format zu werfen, den Fokus diesmal aber auf die Decks zu legen, die auch im kommenden Format und der YCS relevant sein dürfte.


Entsprechend werde ich das altbekannte Format etwas abwandeln. Ziel soll es aber weiterhin sein, euch kurz und knackig die wichtigsten Veränderungen näherzubringen.


Deck Breakdowns (?)


In einem normalen Quick Fix würde ich euch an dieser Stelle nun eine Auflistung aller Decks mit ihren jeweiligen Subvarianten einfügen. Doch wie gesagt handelt es sich diesmal um eine Spezialvariante, wo wir uns ja auch direkt fünf Wochen am Stück anschauen wollen. Daher gibt es diesmal nur die grafischen Übersichten, und alle weiteren Daten könnt ihr euch wie immer im dafür angelegten Spreadsheet anschauen. Zudem hab ich entschieden die fünf Wochen in die Wochen-Gruppen 3,4 und 5 sowie 6 und 7 aufzuteilen. Dies hat mehrere Gründe. Zuerst einmal besteht die erste Gruppe ausschließlich aus Regionals (in Amerika) während die zweite einer Mischung aus Regionals und YCS entspricht. Zum anderen liegt es daran, das ich auf zwei (neue) Themen eingehen möchte, die in diesen einzelnen Gruppen besonders viel vertreten waren.


Doch zuerst einmal ein kurzer Blick auf die allgemeine Übersicht um ein grobes Verständnis des Formats zu bekommen (entsprechend hab ich mich entschieden weniger stark unter Other zusammenzufassen) :

Quick Fix Week 3 - 7 DUNEHierbei wurden 572 Decklisten betrachtet, und jedes Deck was häufiger als 13 mal aufgetreten ist, hat einen eigenen Platz im Diagramm erhalten. Wenig überraschend ist hierbei der erste Platz, welcher mit 15 % Vertretung ziemlich gering zu den Vorwochen ausfällt, und dessen Abstand zu den anderen Kategorien nicht mehr so übermäßig dominant ist, wie vor dem Release von Duelist Nexus. Purrely hat sich unterdessen den zweiten Platz gegönnt, da es nicht nur ein sehr gutes Matchup gegen Kashtira vorzuweisen hat(te), sondern auch durch den Fakt, dass es mit Epurrely Noir sehr guten Support in Duelist Nexus erfahren hatte.

Auf Platz drei und vier sehen wir dann auch zwei vollkommen neue Decks, auf die ich auch genauer eingehen werde. Darum fasse ich sie an diesem Punkt nur mit Unchained als Platz drei und Chimera aka. Illusion als Platz vier zusammen. Beides sind Decks die neu sind oder entsprechend guten Legacy Support erfahren hatte, dass sie sich nun behaupten konnten. Auf den fünften Platz sehen wir dann einen alten Bekannten in Form von Dragon Link Varianten, welche genauso wie der erste Platz starke Einschränkungen auf der neusten Liste erfahren haben. Darum will ich auf diese beiden Themen auch nicht genauer eingehen, da sie voraussichtlich nicht mehr Teil des kommenden Metagames sein werden. Abrunden will ich das Ganze dann noch mit der Nennung des sechsten Platzes, welcher mit Rescue-ACE im letzten Hauptset Duelist Nexus ebenfalls sehr starken Support erfahren hat, um von einem nichtssagenden Deck zu einem zu mutieren, das oben zumindest mitmischen kann. Dieser Support geht dabei in zwei Richtungen: zuerst einmal in Form einer neuen Schnell-Zauberkarte mit Namen EMERGENCY!, welche ein beliebiges Rescue-ACE-Monster aus dem Deck spezialbeschwört, anschließend aber verlangt, ein Rescue-ACE-Monster von der Hand oder dem Feld als Tribut anzubieten. Dies kann auch das frisch beschworene Monster sein, doch will man im Normalfall eher ein anderes Monster als Tribut anbieten und dadurch ein "überteuerten" Notfallteleport zu haben, um an Schlüsselkarten wie Rescue-ACE Hydrant zu kommen. Dies kann dabei auch als Waffe benutzt werden, indem man ein Monster als Tribut anbietet, was beispielsweise gerade von Unendliche Unbeständigkeit als Ziel gewählt wird. Außerdem recycelt diese Karte jede Rescue-ACE-Fallenkarte vom Friedhof, indem man sie vom Friedhof verbannt. Etwas unter dem Radar fällt dabei die andere neue Karte, welche meiner Ansicht nach noch viel stärker ist. Denn Rescue-ACE Preventer kann nicht nur von der Hand spezialbeschworen werden, indem man eine beliebige Rescue-ACE-Karte vom Friedhof verbannt, sondern bietet neben einen dicken Body noch zwei besonders gute Effekte. Der erste erlaubt es uns, sollten wir ein anderes Rescue-ACE-Monster kontrollieren, als Schnelleffekt ein Monster des Gegners zu wählen und dieses Buch des Mondes-like zu verdecken. Und spoileralarm, letzteres war in diesem Format eine der wichtigsten Karten, unter anderem weil es so gut gegen Kashtira und Purrely ist/war. Diesen Effekt im eigenen Themendeck zu haben ist also gar nicht mal schlecht. Sollte er dann in den Friedhof wandern, beispielsweise durch eine Verwendung als Linkmaterial, so kann man ein verbanntes (Nicht-Stufe-8) Rescue-Ace-Monster als Spezialbeschwörung beschwören.

Diese sind beiden Karten sind sehr solide und verstärken die Eigenschaft des Rescue-ACE-Themas als fähiges Midrange-Combo Deck (wobei sich die Range hier anhand des jeweiligen Extra Decks definiert: Utility-Links ist eher Mid-Range, während Synchro-lastige Builds eher zu Heavy Combo tendieren).


Woche 3, 4 und 5 (?)

Die Wochen drei, vier und fünf sind wie zuvor schon angekündigt sehr stark von amerikanischen Regionals dominiert. Dies waren in Summe 38 verschiedene Regionals, und eine Ansammlung von 247 Decks, wovon 201 genauer betrachtet werden konnten.

Quick Fix Week 3+4+5 DUNESchaut man sich den Graphen so an, sind die ersten beiden Plätze wenig überraschend, doch spätestens bei dem dritten und vierten wird es schon interessanter. Auch interessant anzusprechen ist die Tatsache, das fast alle Unchaineds aus der Woche 4 und 5 stammen, mit steigender Tendenz, welche entsprechend auch die Ergebnisse der zweiten Gruppe vorhergesagt hatten. Bleiben wir aber bei dieser Gruppe, so fällt die vergleichsweise hohe Zahl von Chimera auf, welche mit 8,9% gerade mal 5 Prozentpunkte vom aktuellen ersten Platz entfernt stand.


Dieses neue Deck unterteilt sich dabei in 12 Branded-Varianten, 1 Branded-Despia-Variante, 1 Branded-Enforcer-Variante, 1 Branded-Labrynth-Variante, 1 Runick-Variante und 6 unbekannten Varianten (vermeintlich Branded). Um das grundsätzliche Prinzip besser erläutern zu können, hab ich mir mal zwei Decklisten herausgesucht. Das Deckprofil der ersten Liste stammt von von Anthony Eckroth, welcher den vierten Platz der Regional in Utah (19. August) belegt hat und könnt ihr:

Anthony Eckroth's Top 4 Utah Regional Deckliste

Wie ihr sehen könnt, habe ich mich für die Branded-Enforcer-Variante als erstes Beispiel entschieden, da sie nicht nur alle normalen Komponenten des Chimera-Decks beinhaltet, sondern dem ganzen noch einen interessanten Touch oben drauf gibt. Dabei basiert die grundsätzliche Idee darauf, möglichst über Mirror Swordknight's Schnelleffekt einen Big-Winged Berfomet aus dem Deck spezial zu beschwören, um dessen Effekt zu aktivieren, welcher direkt ein Stufe vier Ungeheuer-Monster (meist Gazelle the King of Mythical Claws) sowie eine Chimera Fusion sucht. Anschließend kann die Chimera Fusion verwendet werden, um Chimera the King of Phantom Beasts zu beschwören, die in der End Phase eine Handkarte des Gegners abwirft. Außerdem triggert dies die zusätzlichen Effekte von Berfomet und Gazelle, die Chimera nicht nur Chain Blocken können, sondern auch noch je ein Illusion-Monster vom Deck auf die Hand nehmen (meist Mirror Sword Knight oder falls noch nicht im Friedhof Cornfield Coatl) sowie vom Friedhof spezialbeschwören können (meist Mirror Swordknight, da sich dieser auch im gegnerischen Zug als Schnelleffekt auf den Friedhof schicken kann). Zusätzlich darf man Chimera Fusion vom Friedhof recyceln und setzen, damit man sie im gegnerischen Zug anwenden kann. Und Mirror Swordknight ist hierbei bis zu sechs mal im Deck, da Cornfield Coatl von der Hand abgeworfen werden kann, um selbigen zu suchen. Das 1-Karten-Endfeld ist dabei recht repräsentativ: zuerst einmal liegt Chimera, welche nicht nur eine Handkarte geklaut hat (+1) sondern liegen Mirror Swordknight und Chimera Fusion auf dem Feld (+2) sowie Cornfield Coatl im Friedhof. Mirror Swordknight kann dann im gegnerischen Zug als Tribut angeboten werden, um einen weiteren Berfomet für +2 zu beschwören sowie besitzen der Ritter und Coatl weitere Effekte im Friedhof, um die Chimera mit einem potenziellen +2 zu beschützen. Außerdem kann man Chimera Fusion in der gegnerischen Main Phase flippen, um nicht nur weitere Trigger-Effekte der Fusionsmaterialien durch die Fusionsbeschwörung auslösen, sondern kann auch beispielsweise Wächter-Schimäre beschwören. In Summe ist ein Mirror Swordknight also zwischen +5 bis +10. Da einen das Deck aber mit beispielsweise Big-Winged Berfomet auf Extradeck-Spezialbeschwörungen des Typs Fusion lockt, sind die Optionen etwas limitierter. Entsprechend wird gerne auf Markierte Fusion (das einzige was dem Deck den Untertitel "Branded" verleiht) als Extender gesetzt, da er mit einem einzelnen Albaz als Brick im Main Deck auskommt, und durch Albion und Lubellion weitere Möglichkeiten besitzt, seine Fusion erneut zu versuchen. Hat man dies nicht nötig kann man stattdessen Mirrorjade oder Rindbrumm als zusätzliche Interruption beschwören. Es gibt auch Varianten, die sich dazu entscheiden, neben dem Gefallener von Albaz als Brick einen zusätzlichen Dunkler Magier spielen, damit sie über Lubellion jederzeit Rotäugiger dunkler Dragoner beschwören können. Und im Falle dieser vorgestellten Variante kann man auf sein fertiges Board auch noch Fusionsschicksal drücken, um zum Preis von zwei Bricks im Main Deck das allmächtige Fusionsmonster Schicksals-HELD - Destroyer Phoenix Enforcer beschwören.


Der einzige wirkliche Nachteil, den man inzwischen erkennen kann, ist die absurd hohe Anzahl an Bricks im Main Deck, was das Deck für manche Spieler unattraktiv macht. Entsprechend hab ich noch eine zweite Deckliste herausgesucht, die einen etwas anderen Ansatz verfolgt. Hierbei handelt es sich um Conner Wesley's Runick Chimera-Variante, mit welcher er die Top 4 der Remote Regional erreicht hat. Das Deckprofile findet ihr hier:

Connor Wesley's Top 4 Remote Regional Deckliste

Das Ziel dieser Liste ist sichtbar anders. Nicht nur fehlt die Branded-Engine, sondern nimmt die Runick-Engine fast die Hälfte des Main Decks ein, was einfach daran liegt, das Runick nur mit einem hohen Kartencount funktioniert. Zusätzlich wurde die aus Branded bekannte Patchwork-Engine bestehend aus Schreckenspelz-Patchwork, Kettenkobold und Polymerisation integriert. Dies ist dafür da, die Abwurf-Kosten, die Hugin mit sich führt, zu relativieren. Außerdem handelt es sich bei Chain um ein Unterweltler-Monster, was wichtig ist, wenn man mal keinen Zugriff auf Big-Winged Berfomet besitzt, um anderweitig Chimera the King of Phantom Beasts zu beschwören. Denn dadurch das Geri die runischen Zähne und Sleipnir the Runick Mane beide jeweils Ungeheuer-Monster sind, ist einzig der Typ Unterweltler nicht jederzeit greifbar. Abschließend wird über den Kartenvorteil, den die Runick-Karten als auch Wächter-Schimäre Draw-Effekt das Spiel gehalten, bis man den Gegner durch die Runick-Karten ins Deckout (oder zur Aufgabe) getrieben hat. Hier muss man aber bedenken, dass diese Variante seither kein Play mehr gesehen hat. Dies dürfte darin zugrunde liegen, dass man sich durch die Runick-Karten der eigenen Battle Phase beraubt, was den überraschenden OTK durch Chimera the Illusion Beast häufig vermiest. Außerdem hat sich das Format seit der Woche drei stark verändert.


Bevor ich aber zu dieser Veränderung komme, möchte ich noch auf eine Tech-Karte eingehen die insbesondere in Chimera-Decks einiges an Aufmerksamkeit erregt hat: denn dadurch, dass unter anderem Purrely im Format mitmischt, hat sich Königstiger Wanghu als interessante Karte in Chimera etabliert. Diese ist nicht nur durch den Effekt von Big-Winged Berfomet suchbar, sondern dient als perfektes Floodgate gegen alle bestehenden und nachkommenden Purrely-Monster. Hier sollte aber beachtet werden, das Königstiger Wanghu's Effekt ein aktiviernder Effekt ist, sodass Purrely Happy Memory daran angekettet werden kann, um die Zerstörung des wichtigen Purrely's zu verhindern. Im Falle von Purrelyly kann dessen Effekt sofort aktiviert werden, um über die nun im Friedhof liegende Karte Epurrely Happiness zu beschwören, um sofort den Versuch zu starten, den Wanghu zu zerstören.


Woche 6 und 7 (?)

Schreiten wir aber endlich voran. In diesen beiden (September-)Wochen fanden neben 2 YCS's auch noch 43 Regionals statt, wo unter anderem auch die ersten europäischen Regionals dabei waren. Alles in allem haben während dieser beiden Wochen mehr Events stattgefunden, als in den drei Wochen davor, weshalb auch mehr Decklisten zusammen kamen:

Quick Fix Week 6+7 DUNEWährend der erste Platz weiterhin wenig beachtenswert ist, so fällt insbesondere der Anstieg von Unchained auf, welches fast doppelt so viele Auftritte in den Tops hatte (Woche 3,4,5 mit 19, Woche 6,7 mit 39 Auftritten), wie die drei Wochen vorher und so zum zweithäufigsten Deck aufstieg. Ebenso ist Chimera stark in der Popularität gesunken und auch Purrely ist etwas zurückgefallen. Der Grund dafür, wie ich mir von anderen hab sagen lassen, soll auch in der Entwicklung von Unchained liegen. Denn dieses besäße gegen beide Decks sehr gute Matchups, und auch gegen Kashtira ist es nicht komplett wehrlos. Zugleich stieg auch die Performance von Dragon Link an, was sich ebenfalls auf Unchained zurückführen lässt, welches teils enorme Probleme mit beispielsweise Bystial Druiswurm haben. In eine ähnliche Sparte fällt auch Floowandereeze, welche zumindest in den Top Cut von YCS Vancouver schon in zweifacher Ausführung vertreten war, und in der inzwischen grob erfassten YCS Cancun/Woche 8 dreimal, wo es sogar das Event gewann.


Und wo wir auch schon dabei sind, schauen wir uns einfach mal eine Deckliste besagten Decks an, um ein besseres Gefühl dafür zu erhalten. Da die Unchained-Listen sich wenig voneinander unterscheiden, nehme ich mir einfach die 1st Place Liste von YCS Vancouver, sprich von Jesse Kotton, als Beispiel. Das Deck Profile findet ihr hier.

Anthony Eckroth's Top 4 Utah Regional Deckliste

Dreh- und Angelpunkt des Decks sind die beiden neuen Unchained-Maindeck-Monster Unchained Soul of Sharvara und Unchained Soul of Shyama, als auch dem neuen Extradeck-Monster Unchained Soul Lord of Yama. Dabei dient Sharvara als Extender wie schon Losgekettete Zwillinge - Aruha, bringt zugleich aber weitere Qualitäten mit. Denn neben den "Soul-Namen", welcher wichtig ist, um die alten Link-Monster zu beschwören, erfüllt sein erster Effekt noch weitere Funktionen, da es sich hier um einen Schnell-Effekt handelt. Somit kann man nicht nur allerlei zielenden Effekten wie Unendliche Unbeständigkeit ausweichen, sondern kann auch im gegnerischen Spielzug gezielt Monster zerstören. Außerdem bietet er als einziges themeneigenes Monster den Effekt, allein schon beim senden zum Friedhof eine beliebige Unchained-Zauber- oder Fallenkarte vom Deck zu setzen. Dies ist nicht nur weitaus offener als die notwendige Zerstörung, weshalb es auch Sinn macht, ihn wegzulinken, sondern umgeht auch noch Ash Blossom & Joyous Spring während man gezielt die Karte setzt, die man haben will. Sein Partner Unchained Soul of Shyama kann sich zwar nicht von der Hand beschwören, doch hilft mit seinem Feld-Effekt nicht nur bei der Zerstörung eigener Karten, sondern erlaubt es auch Floodgates zu entsorgen oder alternativ eigene Zauber- und Fallenkarten zu zerstören, um noch mehr Monster aus dem Deck zu beschwören. Zudem kann er sich vom Friedhof spezialbeschwören, indem man eigene Karten zerstört und wird so nicht nur zum Extender, sondern hilft nach einem Nibiru the Primal Being weiterspielen zu können. Zudem handelt es sich bei beiden Monstern um Unterweltler der Stufe 6, was Zugriff auf D/D/D-Wellenhochkönig Caesar gewährt, der zwei Ernste Warnung auf Beinen darstellt. Was besonders eklig mit Sharvara werden kann, da eine Verwendung seines Effektes dessen Sucheffekt triggern kann. Und sollte er vom Spielfeld auf den Friedhof gelegt werden, kann er zugleich einen Dunklen Vertrag suchen, was uns direkt zu einen der zusätzlichen Engines bringt.


Denn ein perfektes Suchziel stellt Dunkler Vertrag mit dem Tor dar. Dieses erlaubt es einen beliebigen D/D vom Deck auf die Hand zu suchen. Und wie man an obiger Liste schwer erkennen kann, gibt es hier nur D/D/D-Vizekönig Requiem, sollte aber bedenken, das auch andere D/D-Monster als Suchziele herhalten könnten, wenn sich das Deck weiterentwickeln sollte. Requiem ist aktuell das präferierte Ziel, da es sich selber von der Pendelzone spezialbeschwören kann, wenn man einen Dunklen Vertrag zerstört. Um sich nach seiner Spezialbeschwörung von der D/D/D-Beschränkung zu befreien, reicht es den vor etwa einem Jahr erschienenen D/D/D-Erfinderkönig Deus Machinex auf ihn drüber zu legen, da dies ein Zoodiak-ähnliches Extradeck-Monster ist. Anschließend bekommt Machinex durch Requiem den zoodiak-like Bonuseffekt, das man eine Karte zerstören kann, wenn man einen dunklen Vertrag vom Friedhof ins Deck zurückmischt (sowie 1000 Lebenspunkte obendrauf). Hier bieten sich neben gegnerischen Karten auch eigene Unchained-Karten an, welche damit weiterfloaten können. Und sollte man sich bis zu diesem Punkt noch nicht durch vereinzelte Unchained-Karten auf Unterweltler gelockt haben, kann man immer noch einen Zeus über Machinex drüberlegen. Wobei er sich aber auch als Unterweltler-Monster als perfektes Link-Material für ein bestimmtes Monster anwenden lässt.


Die zweite wichige Engine in diesem Deck ist die Fremdenführerin-Engine, die uns auch zu einem Nutzen von Lord Yama führt. Denn dieses Extra Deck Monster benötigt im Gegensatz zu seinen Vorgängern nur zwei beliebige Unterweltler-Monster, welche die Normalbeschwörung von Fremdenführerin alleine gewährleistet. Hiermit beschwört man im Regelfall Teuflischer Nashornkrieger, kann in Ausnahmefällen aber auch einen der Uchained Twins beschwören, um sie danach direkt zu zerstören. Nimmt man aber das

Rhino, linkt man beide Weg um Lord Yama zu beschwören. Nun hat man Kettenglied 1 den Yama, welcher eine beliebige Unchained-Karte vom Deck oder Friedhof auf die Hand gibt, während das Rhino als Kettenglied 2 Unchained Soul of Sharvara oder Unchained Soul of Shyama in den Friedhof legt, um ihre jeweiligen Effekte nutzen zu können. Danach kann man Lord Yama, welcher ebenfalls Unchained Soul im Namen führt (!), beruhigt in den Friedhof verfrachten. Denn sollte danach eine Karte auf dem eigenen Feld zerstört werden, kann man ihn vom Friedhof verbannen und ein beliebiges Unterweltler-Monster von der Hand oder dem Friedhof spezialbeschwören und Optional eine eigene Karte zerstören. Letzteres ist besonders hilfreich in Kombination mit einem Unchained Twin, da diese wiederum ein Unchained Monster aus dem Deck beschwören können. Somit kann diese Karten virtuell ein Unchained Monster aus der Hand, dem Deck oder den Friedhof spezialbeschwören.


Schlussendlich kann das Deck über allerlei 1 und 2-Karten-Kombos Felder ala D/D/D-Wellenhochkönig Caesar und Losgekettete Seele der Raserei mit einem oder mehr Karten in der Zauber- und Fallenkartenzone, oder alternativ auf den aus Runick Twin Spright bekannten Muckraker From the Underworld-Albtraumritter Greif-Lock enden. Dies ist auch der Grund, warum die ersten Spieler nach dem Verbot von Kashtira Arise-Heart auf Ultimativer Schlächter geschaut haben, welche beide Boards stark schwächen kann. Hier wird der Caesar als Ziel gewählt und ein beliebiges XYZ-Monster vom eigenen Extra Deck auf den Friedhof geschickt um ihn auf die Hand zurückzugeben und so einen Teil des Follow-Ups zu verhindern. Handelt es sich hierbei zufällig um Mereologic Aggregator kann selbiger anschließend noch den Effekt von Losgekettete Seele der Raserei annullieren. Handelt es sich hingegen um den Lock, wirft man ein beliebiges Linkmonster auf den Friedhof um den Lock damit aufzulösen und den Greif auf die Hand zu geben. Eine ähnliche Funktion erfüllen auch die im Side Deck angesiedelten Bystial Druiswurm, Marionettenmilbe und Überläufer. Während Ersterer nicht nur Lord of Yama vom Friedhof verbannt, erlaubt Druiswurm, sollte er irgendwie vom Feld auf den Friedhof gelegt werden (Link/Kampf/...), den später beschworenen Caesar oder Greif zu entsorgen. Marionettenmilbe und Überläufer klauen hingegen Caesar oder Greif, was den Gegner anschließend selbst unterdrücken kann. Gerade im Falle Marionettenmilbe war dies relevant, sollte stattdessen Losgekettete Seele der Raserei gewählt werden, liegt keine Karte offen auf dem Spielfeld, sodass der Unchained-Spieler nicht Losgekettete Seele der Raserei und eine gegnerische Karte mit Flucht der Losgeketteten zerschiessen konnte. Er ist also dazu gezwungen zwei eigene Karten damit zu zerstören, was entsprechend drei Interruptions herausnehmen kann.


Alles in allem ist dieses Deck sehr flexibel, zeigte aber Schwächen gegen Dragon Link, welches signifikant von der neusten Liste der limitierten und verbotenen Karten geschwächt wurde, und dazu führt das auch Floowandereeze mehr in den Vordergrund rutscht. Dies sorgt aber gerade für die anstehende YCS Dortmund für einen großen Wirbel im Metagame, was zu anderen kreativen Möglichkeiten einlädt. Zudem sorgt das fehlen von Kashtira, das weitere alte Decks die zuvor von Kashtira Arise-Heart unterdrückt wurden, plötzlich wieder bessere Möglichkeiten haben. Und sollten diese dann auch noch wie Floowandereeze oder Dragon Link gute Matchups gegen Unchained haben, haben sie gute Chancen im Rampenlicht zu stehen. Somit sieht das Format zwar so aus, als würde Unchained selbiges als einziges Tier 1 Deck anführen, doch versteckt sich unter der Haube eine Vielzahl von anderen Decks, die ebenfalls mithalten könnten.

Abschließende Worte (?)


Damit wäre ich dann für heute auch schon fertig. Ich hoffe euch hat dieser Artikel zumindest noch einmal einen kurzen Refresh gegeben, was die letzten Wochen so passiert ist, und welche Entwicklungen es gab. Und gerade durch die neuste Liste könnten uns noch viele weitere Überraschungen aus kurzer oder sogar längerer Vergangenheit wiedererwarten. Und wie dies dann in einigen Wochen mit dem kommenden Hauptset AGOV ausschaut, kann und will ich noch gar nicht prophezeien. Es verspricht zumindest weiterhin spannend zu bleiben. Jetzt blicke ich aber erstmal Richtung YCS Dortmund, welche am kommenden Wochenende stattfinden wird. Hier gehe ich auch davon aus, dass ich keinen Quick Fix mehr im aktuellen DUNE-Format anfertigen werde (entsprechend wird auch Dortmund übersprungen), und stattdessen eher Vorbereitungen treffen werde, damit wir ab AGOV wieder regelmäßigere Quick Fixes erhalten werden. Doch jetzt interessiert mich eure Meinung: wie hat euch dieses Spezial-Format gefallen? Sollte ich häufiger eher auf die neusten Decks und Entwicklungen beschränken (was auch mehr an den Road of the Kings-Artikeln erinnert), wenn sich viel auf einen Schlag verändert, oder den Fokus eher auf das altbekannte Format legen, welches etwas mehr auf die einzelnen Techs und Week-to-Week Transformationen Wert legt? Oder habt ihr gar andere Vorschläge, damit ich euch den Content besser nahebringen könnte? Ich verabschiede mich jetzt zumindest erstmal und man liest sich bald wieder.


-deckcreator16