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Top 10 BLVO - Die interessantesten Karten aus Blazing Vortex

von Leseleff am 04.02.2021 um 09:47 Uhr

Hallo alle zusammen! Es ist wieder soweit, dass neue Hauptset Blazing Vortex ist im (Online-)Handel verfügbar. Und es ist gut, dass es vor dem nächsten Eintrag Lightning Overdrive immer noch wohl kaum echte Turniere geben wird, denn Blazing Vortex hätte eh nicht viel zur Decklandschaft beigetragen. Es ist schon jetzt als eines der schlechtesten Sets der letzten Jahre berüchtigt und ja… diese Top 10 zu erstellen war nicht einfach. Aber ein paar interessante Karten gibt es dann doch, also lasst uns jetzt alle mal kurz unsere Ansprüche senken und schauen, was es so zu bieten hat!
Platz 10: E.M.S.


Normal Trap Card
(1) Tribute 1 Machine monster, then target up to 1 card on the field for every 1000 original ATK the Tributed monster had; destroy them.


Ja Mann, eine Fallenkarte! Die magentafarbenen Karten haben echt eine schwere Zeit. Und ja, auch E.M.S. wird kaum metarelevant werden. Aber sie ist trotzdem nicht schlecht, schließlich ist sie ein Icarus-Angriff für Maschinen. Letzterer hat, zumindest, als Fallenkarten als Ganzes noch keine Lachnummer waren, regelmäßig in Geflügeltes Ungeheuer-Decks Play gesehen, denn mit ihr kann man ein Monster des Typs als Tribut anbieten und anschließend zwei Karten des Gegners zerstören. Und E.M.S. macht das Gleiche, bloß abhängig von den ATK des angebotenen Monsters, denn man kann eine Karte für jede 1000 ATK zerstören, die es hatte. Um kein Minus zu machen muss es also mindestens 2000 ATK haben, was glücklicherweise deshalb nicht so schlimm ist, weil Maschinen-Monster für ihre hohen ATK bekannt sind. Mit Gizmek-Oroshi, der Schlangotron-Himmelsschlitzer und Mecha-Phantomungeheuer Auroradon sind zwei Ziele mit Werten im 2000er-Bereich weit im Meta verbreitet, mit Göttliches Arsenal AA-ZEUS – Himmelsdonner sogar eines mit 3000 ATK. Und dank Niederträchtiger Cyber End-Dache kann man selbst ein Monster mit 4000 ATK relativ einfach in vielen Decks unterbringen. Mit Drytron hat sogar ein aktuelles Metadeck Zugriff auf gleich zwei 4000 ATK-Ziele, auch wenn diese (bislang) nicht gespielt werden.
Gleichzeitig Vor- und Nachteil kann außerdem sein, dass statt ATK auf dem Feld die Grund-ATK verwendet werden. Zwar wird so Quatsch mit Begrenzer-Entferner und Kraftbündnis verhindert, aber dafür kann man mit Nachtexpress-Ritter drei Karten zerstören (+1, Baby!) und mit ohne Tribut beschworenen Qliphorts zwei. Dabei kann man sogar die Effekte von Qliphort-Träger und Qliphort-Helix, ebenfalls für ein +1, triggern. Zug- und Qliphort-Decks sind daher auch die einzigen Decks in denen ich es derzeit ernsthaft in Erwägung ziehen würde, E.M.S. zu spielen. Aber immerhin, solides Platz-10-Material.
Platz 9: Erzunterweltler-Stab der Verzweiflung


Equip Spell Card
Equip only to a monster you control. You can only use this card name’s (1) and (2) effects once per turn each.
(1) During your Main Phase: You can make all face-up monsters your opponent currently controls lose ATK equal to half the equipped monster’s, until the end of this turn.
(2) If this card is sent to the GY while equipped to a monster: You can pay 1000 LP; add this card to your hand.


Platz 9 ist das chinesische Bootleg-Göttliches Schwert – Phönixklinge. Die vielleicht erste „gute“ (na ja, nach damaligen Maßstäben) und bis heute eine der bekanntesten Ausrüstungszauberkarten war Axt der Verzweiflung, auf die diese Karte anspielt. Nun haben Ausrüstungszauber es aktuell irgendwie noch schwerer als Fallen, und ja, auch Erzunterweltler-Stab der Verzweiflung ist nicht sehr gut. An ein eigenes Monster ausgerüstet kann man alle Monster des Gegners ATK in Höhe der Hälfte des ausgerüsteten Monsters verlieren lassen. So kann man OTKs erleichtern oder Nummer 103: Ragnanull live machen. So weit so schlecht. Wird der Zauber jedoch auf den Friedhof geschickt, während er ein Monster ausrüstet, kann sie einfach der Hand hinzufügen! It’s free real estate, man. Und wenn man aus welchem Grund auch immer, aka wegen Isolde, nun Ausrüstungszauber spielen muss, und man Lebendes Fossil, Autonome Eingreiftruppe und Mondspiegelschild schon im Deck hat, gibt es schlechtere Alternativen. Einfach ausrüsten, das ausgerüstete Monster als Material für irgendeine Beschwörung nehmen und dann ein gratis-Abwurfmaterial für sowas wie Albtraumritter Phönix zurück kriegen. Oder wenn man sowas wie Metalfoes spielt kann man den Ausrüstungszauber als Kosten für seine Effekte zerstören und den Verlust in Kartenvorteil ausgleichen. Das ist alles nicht gut, aber das Set ist halt wirklich ziemlich bescheiden. Also los, weiter mit dem nächsten Platz.
Platz 8: Sagenhafter Andwraith


LIGHT/Fiend - Synchro - Effect/6/2400/1900
1 “Fabled” Tuner + 1+ non-Tuner monsters
You can only use this card name’s (1) and (2) effects once per turn each.
(1) If this card is Special Summoned: You can activate this effect; your opponent can discard 1 card to negate this effect, otherwise you draw 2 cards, then discard 1 card.
(2) If a monster(s) is sent from your opponent’s hand to the GY: You can target 1 of those monsters; Special Summon it to your field, but negate its effects.


Ist euch auch schon aufgefallen, dass fast nur noch generische Synchromonster erscheinen? Selbst themengebundene Karten wie die Steinbefreier-Synchros oder Plünderpatrouillen-Schiff Brann haben komplett generische Materialien. Aber in seiner unergründlichen Weisheit hat Konami entschieden, diese „Regel“ für Sagenhafter Andwraith auszusetzen, da dieser einen Sagenhaft-Empfänger benötigt. Was schade ist, denn wäre er nicht an ein mittelmäßiges Rogue Deck gebunden wäre er eine ziemlich coole Karte. Wenn er als Spezialbeschwörung beschworen wird (nett, nichtmal unbedingt als Synchrobeschwörung) kann man zwei Karten ziehen und anschließend eine abwerfen. Der Gegner kann sich aber entscheiden, stattdessen selbst eine Karte abzuwerfen um dies zu verhindern, woraufhin aber Andwraiths anderer Effekt greifen könnte, mit dem er ein Monster, das von der Hand des Gegners abgeworfen wird, auf das eigene Feld beschwören kann. Der Gegner, vor allem, wenn er nur Monster auf der Hand hat, sollte sich also zweimal überlegen, ob er uns wirklich diesen Gefallen tun will oder doch lieber zulassen, dass wir unseren Schicksalsziehen-Effekt bekommen. Ich mag solche Karten, bei denen der Gegner vor so eine Scheinauswahl gestellt wird, z.B. auch bei Magischer Abfluss, doch leider werde ich wohl nicht in den Genuss dieser kommen, solange ich kein Fabled-Deck spiele. Oder doch? Immerhin, der beste Sagenhaft-Empfänger, Sagenhafter Zerburrel ist Stufe 2 und damit prädestiniert, ein Stufe-6-Synchro zu beschwören. Ich könnte also käsige 2-Karten-Kombos mit Stämmeinfizierender Virus oder Chaos-Grepher splashen! Yay! Aber die Fabled-Karten gehören sicher zu dem besseren Themen-Support in diesem Set, von daher ist der Platz in den Top 10 schon verdient.
Platz 7: Wichtröster


DARK/Zombie - Effect/1/300/200
You can use the (3)rd effect with this card’s name only once per turn.
(1) This card’s name becomes “Skull Servant” while in the GY.
(2) If a Level 3 or lower Zombie monster(s) you control would be destroyed by battle or card effect, you can discard this card instead.
(3) If this card is sent to the GY: You can add 2 of these monsters with different names from your Deck to your hand, then discard 1 card.
● “Skull Servant”
● Monster that specifically lists the card “Skull Servant” in its text, except “Wight Baking”


Weiter geht’s mit einem Themendeck, dem man irgendwie einfach nicht böse sein kann. Seit Jahren bekommen die Totenkopfdiener immer wieder mal Support und haben sich damit zu einem soliden Rogue Deck mit Kultpotential entwickelt. Und auch Wichtröster ist wieder großartiger Support. Wird er auf den Friedhof geschickt, kann man seiner Hand zwei Karten, die irgendwas mit Totenkopfdiener zu tun haben, von seinem Deck hinzufügen, anschließend muss man eine Karte abwerfen. Ein solides +1 und immer live, denn im „schlimmsten“ Fall kann man ja einfach eine der Karten, die man soeben gesucht hat, wieder abwerfen. Zum Beispiel Wichtprinz, der dann quasi zwei weitere Totenkopfdiener in den Friedhof legen kann. Mit Totenkopfdiener, Die Herrin der Wichte, Wichtprinz und Wight Baking hat man damit mit einem einzigen Move 4 Monster, deren Namen im Friedhof als Totenkopfdiener gilt, auf den Friedhof geschaufelt, mit anderen Worten: Törichtes Begräbnis ist ein König der Totenkopfdiener mit 4000 ATK aus einer einzigen Karte, da das Bossmonster ja der zweite Search sein kann. Klar, der Zauber ist limitiert, aber Zombie-Monster auf den Friedhof schicken ist auch so kein großes Kunststück.
Eine Art „Handtrap“-Effekt hat Wichtröster übrigens auch noch. Würde ein Zombie-Monster der Stufe 3 oder niedriger, voraussichtlich König der Totenkopfdiener zerstört werden, kann man ihn stattdessen abwerfen und damit praktischerweise noch seinen Effekt triggern, um dem König weitere 4000 ATK zu verschaffen. Wie gesagt, großartiger Support, der die bislang größte Schwäche des Decks, nämlich die schlechte Suchbarkeit des Königs, hervorragend ausgleicht. Außerdem heißt das Ding Wichtröster und hält zwei Spieße mit Essen, während er eine Pose macht, als ob er gerade erfahren hätte, dass er seine Frau, zu deren Rettung er ein Sith-Lord geworden ist, aus Versehen umgebracht hätte. Wie cool ist das denn bitte?
Platz 6: Bewaffneter Drachenfunke


Quick-Play Spell Card
You can only activate 1 card with this card’s name per turn.
(1) Special Summon 1 Level 3 “Armed Dragon” monster from your Deck in Defense Position.


Bewaffnete Drachen bekommen in diesem Set Support! Wen das interessiert? Gute Frage eigentlich. Außerdem kann von Support eigentlich kaum die Rede sein, denn die ursprünglichen Karten werden einfach durch eine ganz neue Reihe mit dem Namen „Bewaffneter Drache Donner“ ersetzt. Und die sind nicht einmal Donner, was ja noch ganz cool gewesen wäre. Aber nein, auch sie sind Wind Drache, und sonderlich viel besser als die Alten auch nicht. Warum es dann eine Karte ins Ranking geschafft hat? Weil sie als Engine auch außerhalb ihres Themas benutzt werden kann natürlich. Denn als Bewaffneter Drachenfunke angekündigt wurde, hat er als „Notfallteleport für Drachen“ einiges an Aufmerksamkeit erregt. Doch ich als jemand, der seit Jahren salty darüber ist, dass der echte Notfallteleport auf 1 ist, muss an dieser Stelle sagen, dass der Vergleich gewaltig hinkt. Denn mit Notfallteleport konnte man (ja, Vergangenheitsform, weil eine solche Karte auf 1 nix bringt) jedes Psi-Monster der Stufe 3 oder niedriger beschwören. In Decks wie Kozmo und Metalfoes konnte man Themenkarten wie Kozmo-Bauernmädchen und Metallfose Stahlen beschwören und auch sonst war die Karte extrem flexibel. Du willst Naturia-Ungeheuer bauen? Gönn dir Zurückbuchen oder Telepathisches Mädchen. Soll es lieber Beelze von den diabolischen Drachen sein? Krebons ist dein Freund. Du willst eine Xyz-Beschwörung durchführen? Risebell der Sternjustierer kann seine Stufe auf bis zu 6 erhöhen. Du brauchst tatsächlich einfach nur irgendein Monster? Nimm‘ Geisteroger & Schneehase und habe eine Karte, die auch auf der Hand was bringt. Ich könnte ewig weiter erzählen, warum ich Notfallteleport liebe, denn in vielen Situationen ist er fast eine bessere Instantfusion. Aber Bewaffneter Drachenfunke? Der kann halt nur Bewaffneter Drache LV3 oder Bewaffneter Drache Donner LV3 beschwören. Für den durchschnittlichen Dragon Link Spieler mag das keinen großen Unterschied machen, aber dadurch geht doch einiges der Vielseitigkeit des echten Notfallteleport verloren. Und überhaupt, warum nicht stattdessen Unerwarteter Dai und Alexandrit-Drache spielen? Auch das ist eine erschreckend gute Frage. Ein paar Vorteile hat die neue Karte dann aber doch. Als Schnellzauber kann man sie theoretisch auch im gegnerischen Zug benutzen, um sowas wie Topologik-Zeroboros zu triggern. Außerdem hat sie keine Beschränkung, dass das Feld leer sein muss, also kann man sie auch benutzen, wenn man sie z.B. mit Saryuja-Schädelschrecken nachzieht. Außerdem hat zumindest Armed Dragon Thunder LV3 einen potenziell nützlichen Effekt, mit dem man eine Karte ziehen kann. Doch zumindest mir fällt spontan nicht ein, wie man diesen vom Feld aus aktivieren will.
Platz 5: Metallfose-Verschwindender


FIRE/Psychic - Pendelum - Effect/9/2900/1900
You can only use this card name’s (1) and (2) Monster Effects once per turn each.
(1) You can target 2 face-up cards you control, including a “Metalfoes” card; destroy them, and if you do, Special Summon this card from your hand.
(2) If this card is Special Summoned by a “Metalfoes” card’s effect: You can target 1 monster your opponent controls or in their GY; banish it.


Das Set enthält auch neue Karten für das Metallfosen-Deck und von den zahlreichen Themen, die hier Support bekommen, gehört dieser wohl zu den besseren, was allerdings auch daran liegen kann, dass das Deck auch schon vorher eher eines der besten in der Auswahl war.
Als Stellvertreter habe ich mich einfach mal für Metallfose-Verschwindender entschieden. Die Karte hat eine Beschwörungsbedingung ähnlich einem „Wahrer König“-Monster, denn man kann sie beschwören, indem man zwei eigene offene Karten zerstört, darunter mindestens eine Metallfose. Die zerstören ohnehin gerne ihren eigenen Kram, also ist das absolut vertretbar. Man kann beispielsweise ein Pendelmonster zerstören, um es anschließend als Pendelbeschwörung zu beschwören oder einfach die Pendelbeschwörung abwarten und anschließend die nun nicht mehr benötigten Pendelbereiche opfern. Dazu hat er noch den Effekt, dass er, wenn er durch eine Metallfose-Karte beschworen wird, also auch mit seinem eigenen Effekt, eine Karte des Gegners verbannen kann. Im Idealfall ist die Beschwörung also in Sachen Kartenvorteil ein +/- 0 und dafür hat man ein Stufe-9-Monster mit 3000 ATK auf dem Feld. Moment, Stufe 9? Richtig, das ist einer der Gründe, weshalb ich ihn für die Platzierung ausgewählt habe. Denn so kann er zum Beispiel mit Gizmek Kaku, der oberste strahlende Himmelshirsch, Wahrer König Agnimazud, der Verschwindende oder einem über Superpolymerisation beschworenen Metallfose-Crimsonit zu Wahrer König aller Katastrophen überlagert werden.
Und einen Pendeleffekt hat er natürlich auch, auch wenn der im Gegensatz zu Monstereffekt eher darunter leidet, dass es sich bei seinem Deck um ein Pendeldeck handelt. Wird ein eigenes Monster „unter seiner Aufsicht“ durch einen Karteneffekt zerstört (immerhin muss es nicht auf den Friedhof geschickt werden), kann man seiner Hand eine Metallfose-Karte von seinem Friedhof hinzufügen. Das Problem? Pendelmonster, vor allem in diesem Deck, gelangen eher nicht in den Friedhof, da sie stattdessen auf das Extra Deck gelegt werden. Und die wichtigste Zauber/Fallenkarte des Decks, Metallfose-Fusion hat einen eigenen eingebauten Recycling-Effekt. Nichtsdestotrotz ist Vanisher die vielleicht beste Karte der neuen Supportwelle und auch eine der besseren des ganzen Sets.
Platz 4: Topf des Wohlstands


Normal Spell Card
You can only activate 1 card with this card’s name per turn.
You cannot draw any cards with card effects during the turn you activate this card.
(1) Banish 3 or 6 cards from your Extra Deck, face-down; excavate that same number of cards from the top of your Deck, add 1 of them to your hand, and place the rest on the bottom of your Deck in any order. For the rest of this turn after this card resolves, halve any damage your opponent takes.


Immer wenn man denkt, Konami hätte allmählich mal ausgetöpfert kommt ein neuer SCR-Topf um die Ecke. Und ja, wenn es noch rein nach Stärke gehen würde, hätte Topf des Wohlstands höher eingeordnet werden sollen, wahrscheinlich sogar den ersten Platz ergattern. Denn mal wieder ist er eine der, wenn nicht die stärkste Karte des Sets. Vom Effekt her ist er, wie auch das Artwork andeutet, eine Mischung aus Topf der Extravaganz und Topf der Gegensätzlichkeit. Man verbannt 3 oder 6 (warum eigentlich nicht gleich 1-6? Das wäre doch mal eine interessante Karte gewesen!) Monster von seinem Extra Deck verdeckt, um ebenso viele oberste Karten vom Main Deck aufzudecken, sich eine davon auszusuchen und diese der Hand hinzufügen. Dass das gut ist haben die vielen Jahre, in denen Topf der Gegensätzlichkeit eine absolut relevante Karte war, bewiesen, und dass je mehr desto besser ist, ist auch klar, denn aus je mehr Karten man auswählen kann, umso näher kommt man einem „echten“ Sucheffekt. Und doch: Ein Plus ist es dieses Mal nicht, dafür kommt die Karte aber auch relativ glimpflich weg, was die Einschränkungen angeht. Anders als bei Topf der Gegensätzlichkeit kann man noch spezialbeschwören, bis der Arzt kommt und sogar noch angreifen, auch wenn der Schaden halbiert wird. Dazu gibt es noch die übliche „Hau ab, Exodia“-Klausel, wonach man nach der Aktivierung für den Rest dieses Zuges keine weiteren Karten durch Karteneffekte ziehen kann.
Gren Maju-Decks empfangen die neue Karte natürlich wieder einmal mit Kusshänden, tatsächlich ist sie aber für fast alle Decks überraschend gut nutzbar, denn anders als bei Topf der Extravaganz kann man die Monster, die für die Kosten verbannt werden, selbst aussuchen. Wer unbedingt will kann also wieder die guten alten Blauäugiger Ultimativer Drachen und Ojama Könige rausholen, wobei es allerdings wohl sinnvoller ist, Karten zu nehmen, die man im Ernstfall auch tatsächlich benutzen könnte. Nichtsdestotrotz: Man kann beliebig um seine Combo Pieces herum verbannen und, sofern die Wombo Combo auch mit 9 Extra Deck-Monstern funktioniert, diese noch konstanter machen.
Platz 3: Engelsstatue – Azurune


Continuous Trap Card
(1) Special Summon this card as an Effect Monster (Fairy/LIGHT/Level 4/ATK 1800/DEF 1800). (This card is also still a Trap.)
(2) Once per turn, when your opponent would Special Summon a monster(s) while this card is in your Monster Zone: You can send to the GY 1 Continuous Trap in your Monster Zone that was Special Summoned from a Spell & Trap Zone; negate that Special Summon, and if you do, destroy that monster(s).
(3) When this card in a Monster Zone is destroyed by battle: You can destroy the monster that destroyed this card.


Platz 3 geht an meine persönliche Lieblingskarte des Sets. Zum einen sieht sie ziemlich cool aus, wie etwas aus einem RPG, von dem man genau weiß, dass es zum Leben erwachen und einen angreifen wird, sobald man den Schatz stiehlt. Außerdem hat sie auch ein paar hochinteressante Effekte. Denn Engelsstatue – Azurune ist nicht weniger als das wohl beste bisher erschienene „Trap Monster“, also eine permanente Fallenkarte, die sich selbst als Monster beschwört, gleichzeitig aber weiterhin als Falle gilt. Als solches ist sie eine Stufe-4-Fee mit 1800 ATK und DEF und bekommt ihre eigentlichen Effekte. Als Schnelleffekt kann sie ein Fallenmonster vom Feld auf den Friedhof schicken, um eine Spezialbeschwörung zu annullieren und das Monster zu zerstören. Wird sie außerdem durch Kampf zerstört, wird das Monster, das sie zerstört hat, ebenfalls mitgerissen. Der Gegner hat also die Wahl, entweder eine Spezialbeschwörung durchzuführen und diese annullieren zu lassen, oder die Statue mit seiner Normalbeschwörung zu überrennen, wodurch diese ebenfalls beseitigt wird. Theoretisch ginge auch beides, aber weil sie wie gesagt die bei weitem beste Karte ihrer Art ist wird sie in aller Regel sich selbst als Tribut für den ersten Effekt anbieten und folglich in der Battle Phase nicht mehr präsent sein.
Die Karte ist also wahlweise ein Extender, ein Negate oder eine mittelmäßige Battle Trap, allerdings ist der Extender derzeit zu langsam und die mittelmäßige Battle Trap einfach schlecht, weshalb rein durch die aktuelle Linse betrachtet nur die Funktion als schlechtere Ernste Warnung bleibt. Das reißt zugegeben niemanden mehr vom Hocker und in einem Ranking nach reiner Stärke hätte sie wohl nur einen der unteren Plätze eingenommen. Aber sie ist die Siegerin meines Herzens, einfach, weil sie mich an altmodische Multifunktions-Karten wie Buch des Mondes, Feindkontrolle und Zwangsevakuierungsgerät erinnert.
Platz 2: Heiliges Baumungeheuer, Hyperyton


EARTH/Plant - Xyz - Effect/Rang 9/2600/1900
2 Level 9 monsters
You can only use each of the 1st and 2nd effects of this card’s name once per turn.
(1) When you activate a card or effect during your turn (Quick Effect): You can target 1 card of the same type (Monster, Spell, Trap) in your GY; attach that target to this card as material.
(2) When a card or effect is activated during your opponent’s turn (Quick Effect): You can detach 1 material that was originally the same type of card (Monster, Spell, Trap) from this card, and if you do, negate the activation, and if you do that, destroy that card.


Und Platz 2 geht an die Karte, mit der Virtual Worlds dir auf den Sack gehen werden, sobald Wahrer König aller Katastrophen verboten ist! Wie dieser ist Heiliges Baumungeheuer, Hyperyton ein generisches Rang-9-Xyz, das mit zwei Materialien beschworen wird. Und wie dieser hat er einen sehr nervigen Schnelleffekt. Mit diesem kann er, leider nur im gegnerischen Spielzug (er kann also keine Handtraps aufhalten), die Aktivierung eines Karteneffekts annullieren und die Karte zerstören, indem er ein Material des gleichen Kartentyps (Monster, Zauber oder Falle) abhängt. Warum die umständliche Formulierung? Nun, hier kommt sein anderer Schnelleffekt ins Spiel! Im eigenen Spielzug, wenn man eine Karte aktiviert, kann man seinen Hyperyton mit einem Material gleichen Kartentyps vom Friedhof versorgen. Über Fallen brauchen wir nicht zu reden, die muss eh niemand annullieren können, und Monster, was der bei weitem wichtigste Kartentyp zum Annullieren ist, hat er praktischerweise standardmäßig eh schon als Material. Doch der zweite Effekt kann mit Zauberkarten ganz niedlich sein. Einfach eine Zauberkarte benutzen, sodass diese in den Friedhof gelangt, dann eine zweite aktivieren, um die erste an unser Monster zu bappen und schon kann dieses Monster und Zauber annullieren. Bzw. eher oder, denn es hat ein Hard Once Per Turn. Das Powerniveau von Wahrer König aller Katastrophen wird also nicht so ganz erreicht und sollte dieser tatsächlich in die verdiente Zwangspause gehen, ist es deutlich wahrscheinlicher, dass die Virtual World-Spieler dir auf den Sack gehen, indem sie stattdessen Drytron spielen. Aber ein generisches Negate und eine ziemlich interessante Karte bleibt er trotzdem und sollte entsprechend gewürdigt werden!
Platz 1: Unterweltgöttin der geschlossenen Welt


LIGHT/Fiend - Link - Effect/3000/Link 5 (Linkmarkierungen: Oben, Oben Rechts, Rechts, Unten Rechts, Unten)
4+ Effect Monsters
If you Link Summon this card, you can use 1 monster your opponent controls as Link Material.
(1) If this card is Link Summoned: You can negate the effects of all face-up monsters your opponent currently controls.
(2) This Link Summoned card is unaffected by your opponent’s activated card effects that do not target it.
(3) Once per turn, when a card or effect is activated that includes Special Summoning a monster(s) from the GY (Quick Effect): You can negate the activation.


Und damit haben wir unseren Platz 1 erreicht. Die neueste Link-Waifu, Apollousas große Emo-Schwester und das erste wirklich gute Link >4-Monster, das bislang erschienen ist. Denn neben einer Wespentaille, wegen der selbst Pixar-Mütter vor Neid erblassen würden hat sie auch einen ganzen Haufen mächtiger Effekte zu bieten. Wenn sie beschworen wird, kann sie die Effekte aller offenen Monster des Gegners annullieren. Cool, eine Art Kein Dunkler Herrscher mehr also, nur leider ohne Spell Speed 4. Sie ist außerdem unberührt von aktivierten gegnerischen Effekten, die sie nicht zum Ziel wählen. Dies finde ich besonders lustig, denn heutzutage werden Removal-Effekte ja gerne damit aufgezogen, zu zielen und jede Karte, die etwas auf sich hält, vermeidet dies deshalb. Nicht ohne Grund, schließlich gehört es seinerseits bei großen Monstern wie Rotäugiger finsterer Dragoner, Kalliberlade-Drache und Co auch zum guten Ton, dagegen immun zu sein. Nicht jedoch bei Unterweltgöttin der geschlossenen Welt! Kein Blitzsturm kann sie aufhalten, kein Verbotener Tropfen, nicht einmal Nibiru, das Urwesen, der sonst noch mit allem fertig wird. Der Gegner kann also seine modernen Removals, in die er den Gegenwert eines Kleinwagens gesteckt hat, stecken lassen, dafür ist unsere Göttin aber anfällig gegen primitive Karten wie Zwangsevakuierungsgerät oder Seelennehmer
Ebenso „oddly specific“ ist ihr letzter Effekt. Denn wie es sich gehört hat sie natürlich auch einen Negier-Schnelleffekt, mit dem sie à la Geistermädchen & Spukhaus Effekte annullieren (leider ohne die zugehörigen Karten zu zerstören) kann, mit denen der Gegner versucht, Monster aus dem Friedhof zu beschwören. Dafür gibt es aktuell zwar schon ein paar Einsatzgebiete, zum Beispiel Rotäugiger finsterer Metalldrache, Wolkenschloss, Seelenfressender Oviraptor, Büroboter 001 oder schlicht und ergreifend Wiedergeburt, jedoch sind dies meist Extender und nicht unbedingt lebensnotwendig für das jeweilige Deck. Daher ist dieser Effekt eher als „Nice to have“ einzustufen.
Der wahre Selling Point der Karte ist nämlich ihre Summoning Condition, nach der eines ihrer Materialien auch vom Gegner stammen darf. Ist auch besser so, denn sonst wäre sie ihre 4+ Effektmonster einfach nicht wert. Bedenkt man nun, dass eines vom Gegner sein kann, ist man immerhin bei drei Stück und damit den gleichen Anforderungen wie Kalliberschwert-Drache oder Kalliberlade-Drache und hat gleichzeitig noch ein Monster des Gegners im Stile von Superpolymerisation entsorgt. Und es kommt noch besser: Weil es eine optionale Summoning Condition ist, gilt sie auch, wenn das Monster im gegnerischen Spielzug mit I:P Maskerena beschworen wird. Damit kann man also ein Monster des Gegners in seinem Zug entsorgen und den Triggereffekt der Göttin quasi zum Schnelleffekt machen, um die Effekte seiner übrigen Monster lahmzulegen. Klingt gut? Finde ich auch, daher auch Platz 1!
Dishonorable Mentions


Jap, ihr habt richtig gelesen. Weil das Set wie gesagt schon jetzt als das vielleicht schlechteste der Nach-GX-Zeit berüchtigt ist, und es schwer genug war, eine Top 10 zusammen zu stellen, werde ich jetzt anstelle der „Honorable Mentions“ mal ein bisschen über die besonders schwachen Karten des Sets herziehen.
Außerdem war dies die einzige Möglichkeit, irgendwie ein Bild von ma Girl Kriegsfels-Skyler in diesem Artikel zu rechtfertigen, denn oh boy, ist dieses Deck schlecht. Fast alle Monstereffekte sind an die Battle Phase oder Interaktionen mit dem Gegner gebunden, auffällig oft kommen auch Effekte vor, mit denen die Monster ganze 200 ATK hinzu erhalten. Die einzigen halbwegs guten Karten sind noch Kriegsfels-Gactos, der immerhin ein an Erde-Krieger gebundener Kagetokage ist und Feuerprobe des Kriegsfelsens, die zwar auch nur in der Battle Phase was macht und eine absolut unnötige Klausel enthält, laut derer zerstörte Monster auf den Friedhof geschickt werden müssen um zu zählen (womit nicht mal eine Kombo mit Ojama-Trio möglich ist), aber immerhin kann man damit bis zu drei Karten ziehen. Und auch für Skyler selbst, so gern ich es würde, kann ich keine Entschuldigung finden. Sie ist im Jahr 2021 ein Stufe-6-Monster ohne irgendeine eingebaute erleichterte Beschwörung… Insgesamt sind die Effekte der Monster wohl so schlecht, dass das Deck mit Kräfte Rauben auf 3 am ehesten viable wäre und böse Zungen behaupten, es würde sich gut im Yugi/Kaiba Structure Deck Format machen. Aber so weit würde ich dann doch nicht gehen. Ich glaube, im 2008er Gladiatorungeheuer-Format hätte es sich auch noch ganz okay geschlagen.
Aber auch sonst bekleckern sich die World Premier Cards hier nicht unbedingt mit Ruhm. Zur Erinnerung: Karten wie Fremdenführerin aus der Unterwelt, Verlockung der Finsternis, Einzelfeuer-Blüte, Wiedergeborener Tengu, Artefakt-Sense und Kauz & Schlossvogel waren mal WPCs, und sogar die wahrscheinlich beste Monsterkarte aller Zeiten, Maxx „C“ kam zuerst im TCG raus, dazu die Kaijus und metarelevante Themendecks wie Burning Abyss, Kozmo und Danger! Und heutzutage bekommen wir ein minderwertiges Themendeck nach dem anderen, das nie wieder Support bekommt (und wenn, dann aus dem OCG), sowie „generische“ Karten, bei denen generisch eher bedeutet, dass alle Decks sie gleich wenig spielen wollen. Größere Polymerisation zum Beispiel, bei der das einzig „größere“ der erzeugte Kartennachteil ist. Sie erfordert nämlich mindestens drei Materialien, ist also für sich genommen ein -3. Außerdem hat sie nicht einmal den Anstand, wie Fusionsersatz dauerhaft als Polymerisation zu gelten, wodurch sie zumindest durch eine Million Karten hätte gesucht werden können. Und wofür? Sie gibt dem beschworenen Monster die tollen Effekte, nicht durch Karteneffekte zerstört werden zu können und Trampelschaden zu machen, was beides gefühlt eh schon die Hälfte aller halbwegs lohnenswerten Fusionsmonster kann. Aber wer weiß, vielleicht lohnt es sich jetzt endlich, Kaiba-mäßig in seinem Blue-Eyes-Deck Blauäugiger Ultimativer Drache zu beschwören! (Spoiler: Es lohnt sich nicht.)
Wo wir gerade bei Beschwörungszaubern für veraltete und inhärent schlechte Spielmechaniken sind, die als irgendetwas nicht gelten, obwohl sie es sollten: Hauch des Lobes. Deren Status als Normaler Zauber hat sich zwar als Fehldruck der englischen Version herausgestellt, aber der Witz war zu gut, um ihn zu verwerfen. Und gut ist sie trotzdem nicht. Denn sie hat die absolut zeitgemäße Klausel, dass der Tribut in Summe genau der Stufe des Ritualzaubers entsprechen muss und genau keine positiven Nebeneffekte, die dies irgendwie rechtfertigen würden, außer dass sie für alle Wind-Monster als Ritualzauber fungieren kann. Fun fact: Das sind genau 6. Aber was von allem am schlimmsten ist: Sie ist fast der einzige Weg, den ebenfalls neuen Raging Storm Dragon – Beaufort IX zu beschwören, der eigentlich sogar ganz cool ist, dank seiner gottverdammten Ritualzauberkarte aber absolut unspielbar ist und nicht einmal mit Vor-Vorbereitung der Riten gesucht werden kann.
Doch es wäre unfair, die Schwächen des Sets allein an den WPCs festzumachen, denn auch der OCG-Block hat einige echt miese Karten zu bieten. Den Armed Dragon Support zum Beispiel. Seit wann sind die Bewaffneten Drachen eigentlich so populär, dass sie ständig Support brauchen und sogar die Coverkarte stellen? Und darüber hinaus den anderen LV-Reihen die Support-Plätze stehlen? Allen voran natürlich Horus, der nicht nur 10x besser sondern, darauf würde ich wetten, auch 10x beliebter ist. Nun, offenbar sind sie ikonisch genug um eine Karte der Reihe „Drachen-Ritualmonster der Stufe 4 für Decks, die lieber ein Playset Topf der Großzügigkeit als eine Ritual-Engine spielen würden“ verdient zu haben. Ritter des Rüstungsdrachen nämlich, der wie seine Gegenstücke den Effekt hat, sich selbst als Tribut anzubieten, um ein zugehöriges anderes Monster vom Deck zu beschwören. Was in diesem Fall besonders genial ist, da weder Bewaffneter Drache LV10 noch Bewaffneter Drache LV7 auf diese Weise als Spezialbeschwörung beschworen werden können und Bewaffneter Drache LV10 Donner in diesem Fall seinen Effekt nicht bekommt. Aber immerhin: Alle Wind-Drachen der Stufe 5 oder höher gehen, also auch sowas wie Tempest, Drachenherrscher der Stürme. Der andere Tiefpunkt des Supports ist Bewaffneter Drache LV10 Weiß, der eine komische Pseudo-Ritualbeschwörung als einzige Summoning Condition hat und dafür einen an die Battle Phase gebundenen Removal-Effekt bietet! Außerdem kann er aus irgendeinem schwachsinnigen Anime-Grund Weißer Schleier suchen. Immerhin: Es gibt schlechtere Karten, also lassen wir ihm das nochmal durchgehen.
Kommen wir nun also zum Höhepunkt dieses Abschnitts: Dem Grund, weshalb ich überhaupt auf die Idee kam, dishonorable Mentions zu machen und die vielleicht schlechteste und beknackteste Karte der letzten Jahre: Lineare-Gleichungs-Kanone. Erstes Igitt: Es ist eine zweite Fallenkarte. Zweites Igitt: Es ist eine Battle Trap. Drittes Igitt: Der Gegner muss ein Monster mit Stufe kontrollieren (also etwas anderes als Link/Xyz-Monster). Und jetzt erst der eigentlich bescheuerte Teil: Man muss eine tatsächlich halbwegs komplexe Rechnung durchführen! Man nennt eine Zahl von 1 bis 6 und wählt ein Monster des Gegners aus. Wenn dann die Stufe des Monsters multipliziert mit der genannten Zahl plus der Anzahl der Karten, die der Gegner kontrolliert, exakt der Anzahl der Karten in deinem Friedhof entspricht (ja, ich denke mir diesen Mist gerade nicht aus), dann wird der Effekt aktiviert. Bevor wir zu diesem übergehen, lasst uns doch noch einmal diese Aktivierungsbedingung auf der Zunge zergehen. Angenommen, der Gegner kontrolliert vier Karten und hat ein Monster der Stufe 4 auf dem Feld (was für die Battle Phase schon optimistisch ist), dann muss man genau 8, 12, 16, 20, 24 oder 28 Karten im Friedhof haben. Generell muss die Zahl der Karten im Friedhof, sollte der Gegner nur ein Monster mit Stufe kontrollieren oder alle die gleiche Stufe habe, einen von sechs genau bestimmten Werten haben, was in einem 40-Karten-Deck vereinfacht gesagt eine Chance von 15% ergibt, dass die Karte überhaupt irgendwas macht. Tendenziell sind außerdem alle Monster in der Battle Phase hochstufig, was die benötigte Zahl der Karten in astromische Höhen treibt. Aber auch wenn der benötigte Gamestate ähnlich unwahrscheinlich zu sein scheint wie die ganze Exodia auf der Starthand zu haben, sagen wir mal, wir würden den Effekt tatsächlich durchbekommen, was macht die Karte dann? Man millt Karten in Höhe der genannten Zahl vom Deck und kann dann so viele Karten des Gegners auf die Hand zurückgeben. Zugegeben, das ist ganz okay, allerdings muss man bedenken, dass man, wenn man nicht unbedingt 20+ Karten im Friedhof hat, meist eine niedrige Zahl nennen muss, in der Mehrheit der Fälle dürfte es sogar genau 1 sein. Man kann also eine Karte des Gegners bouncen und eine millen. Wow, Zwangsevakuierungsgerät hätte gern ein Wort. Ach ja, und die Karte hat ein Hard Once Per Turn und man nimmt Schaden, wenn man keine Karten auf den Friedhof legt (z.B. weil Boden einer anderen Dimension aktiv ist). Weil eine solche Karte natürlich gebalanced werden muss. Wirklich eine spektakulär beschissene Karte, die aber immerhin so schlecht ist, dass sie schon wieder witzig ist. Schade fast, dass es keine Sneak Peak geben wird. Man stelle sich vor, die Karte irgendwem erklären zu müssen, der sie gezogen hat…
Competitive Mentions


Weil das Set ja, wie wir spätestens jetzt alle wissen, eines der schlechtesten der jüngeren Vergangenheit ist, gibt es hierzu entsprechend wenig zu sagen. Das Set wird wenig bis gar keinen Impact auf das Competitive Play haben. Dragon Links bekommen einen Extender hinzu, Topf des Wohlstands wird vielleicht hin und wieder gespielt werden und Decks, die genug Platz im Extra haben, werden vielleicht I:P Maskerena und Unterweltgöttin der geschlossenen Welt integrieren, aber das war es dann wohl auch schon. Ein paar Karten gibt es dennoch, die zumindest besser sind als das meiste, dass ich unter dem Stempel „interessant“ in die Top 10 aufgenommen habe.
Als erstes ist dabei natürlich Himmlischer Zephir – Miradora zu nennen, eine objektiv sehr gute Handtrap, die nur leider das exakt gleiche Problem wie Geistertrauernde und Mondeskälte hat, nämlich dass sie einfach eine schlechtere Version von Effektverschleierin und Unendliche Unbeständigkeit ist. Immerhin, sie beschwört sich im Gegensatz zu all diesen Karten selbst als Spezialbeschwörung und hat dazu noch eine ganz respektable Verteidigung von 2600, kann also auch als Extender fungieren bzw. zumindest etwas Kampfschutz bieten, außerdem ist sie mit Tempest, Drachenherrscher der Stürme suchbar. Ich glaube aber nicht, dass sie sich außerhalb von Decks, die zusätzliche Stufe 7-Monster gut gebrauchen können etablieren wird, und selbst dort steht sie in Konkurrenz mit Fantastischer Drache Phantazmay.
Dann gibt es noch Eldlich der verrückte goldene Lord, ein Eldlich-Fusionsmonster, und seinen zugehörigen Zauber Sieben Städte des goldenen Landes. Die werden zwar nicht gespielt werden, aber hey, es ist Support für ein Metadeck, also kann man sie zumindest mal erwähnen. Und das Monster ist vielleicht als Superpolymerisation-Ziel gegen das Deck zu gebrauchen. Wo wir gerade von Superpolymerisation-Zielen sprechen: Coordius der Dreiphasen-Pakt-Dämon ist auch so eines. Er braucht als Material je ein Synchro-, Xyz- und Link-Monster. Ziemlich happig, aber zumindest dass der Gegner zwei davon hat sollte einigermaßen häufig sein. Das dritte muss man dann halt selbst stellen, wird dafür aber mit einem tatsächlich ziemlich guten Effekt belohnt.
Dann gibt es noch Windwitch-Support, und die beste Karte darunter, Windhexe - Frostglocke. Eine Zeit lang waren die Windhexen ja eine metarelevante Engine dank ihrer Fähigkeit, einen unzerstörbaren Kristallflügel-Synchrodrachen zu beschwören. Der neue Support hilft nicht wirklich dabei, dies wieder viable zu machen, aber immerhin sorgt Freeze Bell dafür, dass eine aufgezogene Windhexe – Glasglocke nicht mehr tot sein muss. Zu guter Letzt erreicht Gefallener von Albaz dank Sprind der Eisenspurt-Drache nun endgültig das Reich des Generischen, auch wenn er dafür, dank der eigenartigen Beschwörungsbedingung des Fusionsmonsters, definitiv im gegnerischen Zug beschworen werden muss.
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was sind eurer Meinung nach die am wenigsten schlechten Karten des Sets? Und würdet ihr gerne auch in zukünftigen Artikeln zu (hoffentlich) besseren Sets trotzdem „dishonorable Mentions“ lesen? Lasst es mich im Diskussionsthread wissen! Und wenn nicht hört ihr dann zu Lightning Overdrive wieder von mir. Scrap Raptor, Blood Rose Dragon und Book of Lunar Eclipse… my body is ready.

- Leseleff -