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Card Rating: Maxx „C“

Rating von Leseleff am 25.01.2017 um 12:16

Hallo alle zusammen und willkommen zu einem neuen Card Rating! Heute mit einer Karte, die schon länger eine absolute Staple in fast allen Decks ist und deshalb mit der letzten Liste der verbotenen und limitierten Karten auf zwei Kopien pro Deck beschränkt wurde. Viele sind sogar der Ansicht, dass die Karte mit der nächsten Liste auf dieser weiter empor klettern wird, also nur noch in einfacher Ausführung erlaubt sein wird.
Die Rede ist von der Karte Maxx "C". Was diese so stark macht, darum soll es in diesem Rating gehen.

Werte


Wie alle „C“-Karten ist Maxx "C" ein Erde-Monster vom Typ Insekt. Der Insektentyp verfügt über einigen praktischen Support. So ist Maxx "C" aufgrund seiner niedrigen Werte sowohl durch Gokipon als auch durch Danipon suchbar. Außerdem kann es für die Beschwörung bzw. die Effekte von Planierraupe des Untergangs, Gesponnener Faden oder Vergessenes Insekt vom Friedhof aus dem Spiel entfernt werden oder für Heiliger Naturia-Baum als Tribut angeboten werden.
Weniger gut fällt der Support für Erde-Monster aus. Theoretisch kann man Maxx "C" als Tribut anbieten, um Spiritistische Erdkunst – Kurogane zu aktivieren, die jedoch letztendlich auch nichts kann, was Ruf der Gejagten nicht besser könnte. Außerdem kann man es vom Friedhof aus dem Spiel entfernen, um Gigantes zu beschwören.
Seine niedrige Stufe kombiniert mit den schlechten Werten ermöglichen außerdem Synergien mit Karten wie Gerümpelsynchronisierer und Trümmerdrache. Ersterer ermöglicht die schnelle Beschwörung eines Synchromonsters der Stufe 5, während man mit Trümmerdrache Synchromonster vom Typ Drache der Stufe 6 beschwören kann. Das mit Abstand beste Ziel ist hierbei natürlich Korallendrache, aber auch Roter Lindwurm ist nicht übel. Weitere mögliche Synchromonster, die mit dieser Konstellation beschworen werden können, sind Orientdrache und Eisenketten-Drache.
Die Angriffs- und Verteidigungswerte sind wie bereits mehrfach erwähnt mit 500 Angriffs- und 200 Verteidigungspunkten sehr schlecht. Die Karte ist also keineswegs zum Kämpfen geeignet.

Effekt


Also reden wir wieder über den Effekt, der natürlich wieder das ausschlaggebende Kriterium ist.
Wie auch D.D. Krähe, die ich zuletzt behandelt habe, handelt es sich bei Maxx "C" um eine Handtrap, also ein Monster, das seinen Effekt aktivieren kann, indem man unter anderem im Spielzug des Gegners es selbst von der Hand abwerfen kann. Was die Vorteile solcher Monster sind habe ich nun schon einige Male erklärt, deshalb gibt es jetzt nur den Schnelldurchlauf: Sie sind schlechter vorhersehbar und schwerer auszukontern als „traditionelle“ Fallenkarten, gegen die es viel mehr speziell entworfene Outs gibt.

Kommen wir nun also zu Maxx "C" im Speziellen. Besonders an ihr ist, dass sie den Gegner durch ihren Effekt nicht direkt behindert. Dieser bewirkt nämlich, dass der Spieler, der Maxx "C" abgeworfen hat, für den Rest dieses Spielzugs immer dann sofort eine Karte ziehen kann, wenn sein Gegner ein Monster als Spezialbeschwörung beschwört.
Bevor wir darüber sprechen, was das nun genau aus strategischer Sicht bedeutet, möchte ich erst ein Ruling klären. Für Maxx "C" zählt, wer eine Spezialbeschwörung tätigt, nicht auf wessen Spielfeldseite ein Monster als Spezialbeschwörung beschworen wird. Normalerweise macht dies kaum einen Unterschied, jedoch werden Kaiju-Monster immer beliebter. Im Falle von Maxx "C" gilt dabei, dass, wenn man selbst die Handtrap aktiviert hat und der Gegner einen Kaiju auf die eigene Spielfeldseite beschwört, kann man trotzdem eine Karte ziehen, da es trotz allem der Gegner war, der die Spezialbeschwörung getätigt hat. Gleichermaßen zieht man keine Karte durch den eigenen Maxx "C", wenn man dem Gegner einen Kaiju gibt.
Abwerfen kann man Maxx "C" zu jedem Zeitpunkt im Spielzug eines beliebigen Spielers, außer im Damage Step.

Nun, wo das geklärt ist, kommen wir zum eigentlichen Effekt. Wie gesagt ist daran ungewöhnlich, dass er den Gegner nicht direkt behindert, weil nichts negiert oder zerstört wird. Theoretisch kann er, nachdem man Maxx "C" abgeworfen hat, genau so weiter machen wie bisher und in Kauf nehmen, dass sein Gegner (also derjenige, der die Handtrap abgeworfen hat) einige Karten zieht.
Theoretisch. Denn Karten ziehen ist immer noch einer der besten Effekte im ganzen Spiel und ein rational denkender Spieler wird sich genau überlegen, ob er dem Gegner wirklich den Kartenvorteil, den dieser durch Maxx "C" generiert, gönnt. Schließlich ist Maxx "C" eine der letzten Karten, mit der man unkompliziert auch ohne weitere Komboteile zwei oder sogar mehr Karten ziehen kann, denn die maximale Anzahl der gezogenen Karten ist nicht festgelegt.

Die „Maxx „C“-Challenge“


Dies hat zum geflügelten Wort der „Maxx "C"-Challenge“ geführt. Dieses meint das Gedankenspiel, ob und wenn ja bis zu welchem Grad man weiter Spezialbeschwörungen durchführen soll, nachdem der Gegner Maxx "C" abgeworfen hat. Nimmt man die Herausforderung an, wird man weiter machen wie bisher und ohne Rücksicht auf den generischen Kartenvorteil seine Kombo durchziehen, in der Hoffnung, dass man den Gegner so entweder noch im selben Zug besiegt oder aber ein Feld aufbaut, das so stark ist, dass man es selbst mit all den durch Maxx "C" nachgezogenen Karten nicht brechen kann.
Lehnt der Gegner hingegen die Herausforderung ab, wird er sofort damit aufhören, weitere Spezialbeschwörungen durchzuführen. So kann er seine Kombo zwar nicht in die Tat umsetzen, aber er schenkt seinem Gegner immerhin keinen Kartenvorteil. Auf diese Weise kann die Karte, je nachdem, wie der Gegner sich entscheidet, entweder als massiver Plus-Generator oder als Spezialbeschwörungs-Blocker ähnlich wie Leere der Eitelkeit wirken.
Und natürlich sind auch diverse Mischformen möglich. Sozusagen „Kompromisse“, bei denen man seine Kombo so weit fortführt, dass man eine gewisse Grundverteidigung zustande bringt, sein Potenzial jedoch nicht voll ausschöpft, um dem Gegner nicht zu viele Karten ziehen zu lassen. So lässt man gegebenenfalls zwar zu, dass er zwei oder drei Karten zieht, aber man steht in seinem Spielzug wenigstens nicht gänzlich schutzlos da.
Ob es klüger ist, die Herausforderung anzunehmen oder ob man sie lieber ablehnen sollte, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Darunter das eigene Deck, welche Möglichkeiten die eigene Hand ohne die angestrebte Kombo bietet, welcher Spieler im Vorsprung ist und ob es wahrscheinlich ist, dass der Gegner viel mit den nachgezogenen Karten wird anfangen können. Es gibt auch keine für jedes Match-Up spezifische Pauschallösung, das ganze ist sehr von der jeweiligen Situation abhängig und fordert eine genaue Überlegung.

Der ideale Aktivierungszeitpunkt


In diesem Abschnitt möchte ich kurz darüber schreiben, wann man Maxx "C" idealerweise abwerfen sollte. Kurz, weil die Antwort darauf einfach ist: Am besten sollte man es an einen Effekt anketten, der eine externe Spezialbeschwörung herbeiführt. Mit anderen Worten eine Karte, die ein anderes Monster als Spezialbeschwörung beschwört. Der Grund dafür ist, dass Maxx "C" den Effekt nicht annulliert, die Kette aber von hinten ausgelöst wird. Das heißt, der Effekt von Maxx "C" wirkt zuerst, dann wird der gegnerische Effekt jedoch ungehindert durchgeführt, der Gegner beschwört also zumindest ein Monster als Spezialbeschwörung und der Spieler, der Maxx "C" aktiviert hat, zieht mindestens eine Karte.
Um das zu illustrieren, schildere im Folgenden einmal kurz das Szenario, bei dem jedem, der Maxx "C" in der Hand hält, das Wasser im Mund zusammen läuft: Instantfusion. Kettet man das Insekt an diese Karte an, bekommt man schon einmal mindestens einen Ausgleich für das Fusionsmonster, das der Gegner mit ihr beschwört. Des Weiteren wird dieses Monster in 90% der Fälle Ältestes Wesen Norden sein, das mit seinem Effekt ein weiteres Monster vom Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören soll. Nun hat der Gegner die Wahl, ob er weiter machen will und dem Gegner somit Plus machen lässt, oder ob er abbricht. Jedoch kann Ältestes Wesen Norden nach einer Beschwörung durch Instantfusion nicht angreifen und wird in der End Phase zerstört, entschließt der Gegner sich also, die Kombo abzubrechen, hat er 1000 Lebenspunkte und eine Handkarte für ein nutzloses Monster bezahlt.
Doch es geht noch weiter: Auch ein Monster, mit Norden vom Friedhof geholt, bringt allein nicht viel, weil sein Effekt annulliert wird. Denn in den allermeisten Fällen beschwört man Norden nur, um anschließend mit ihm und dem geholten Monster eine Xyz-Beschwörung durchzuführen, was eine weitere Spezialbeschwörung bedeutet. Um also halbwegs irgendwas Nützliches mit Instantfusion zustande zu bringen, muss man mindestens drei Spezialbeschwörungen durchführen, was für den Spieler, der die ganze Zeit über Maxx "C" aktiv hatte, mindestens ein +2 bedeutet.
Ein Szenario, das gar nicht so unwahrscheinlich ist, weil Instant Fusion mit Norden immer noch eine beliebte Engine darstellt. Außerdem lassen sich, indem man Maxx "C" an Karten wie Blech-Goldfisch ankettet, ähnliche Resultate erzielen.
Aber auch sonst sind externe Spezialbeschwörungen im aktuellen Meta weit verbreitet. Unterbrochener Kaiju-Schlummer, Brillante Fusion, Metallfose-Fusion, Ein Held lebt, Bahamut-Hai, Artefaktheiligtum sowie Goldener und Silberner Apparat sind nur einige Beispiele für beliebte Karten, die Monster auf diese Weise als Spezialbeschwörung beschwören.
Und auch im zukünftigen, wahrscheinlich von Eidolons und Zoodiacs dominiertem Meta werden externe Spezialbeschwörungen dank Karten wie Zoodiac Ratpier, M-X-Säbel-Beschwörer und Eidolon summoning Magic keine Seltenheit sein. Das ist einer der Gründe, warum Maxx "C" gerade so gut ist.

Nachteile


Ja, auch solche hat Maxx "C". Einer davon wäre, dass es, so stark es gegen externe Spezialbeschwörungen auch ist, seine Schwächen mit internen hat. Interne Spezialbeschwörungen sind solche, die quasi „von sich aus“ kommen, also ohne zutun einer weiteren Karte. Beispiele für interne Spezialbeschwörungen im aktuellen Meta sind jene von Schwarzflügel – Gofu der Geisterschatten, Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel, Geschwindigkeitsroid Taketomborg und Photonendrescher, aber auch generell Synchro-, Xyz- und Pendelbeschwörungen. Diese kann man im Gegensatz zu externen nicht sicher vorhersagen und vor allem kann man im Voraus nichts darauf anketten, man muss Maxx "C" also „auf gut Glück“ abwerfen, was bedeutet, dass der Gegner auch noch die Wahl hat, sich bewusst gegen die interne Spezialbeschwörung zu entscheiden, die ihm bei einer externen genommen wird. Dies kann letztendlich sogar dazu führen, dass der Spieler, der Maxx "C" abgeworfen hat, damit Kartennachteil erwirtschaftet. Gegen Pendelbeschwörungen ist Maxx "C" außerdem noch weniger wirksam als gegen andere interne Spezialbeschwörungen, weil diese, auch wenn man fünf Monster auf einmal beschwören werden, nur als eine Beschwörung zählen und man somit auch nur eine Karte für Maxx "C" ziehen würde. Insofern ist der Vorteil durch die Pendelbeschwörung selbst meist größer als der durch Maxx "C" vom Gegner erwirtschaftete Ausgleich.
Der zweite Nachteil ist im Grunde das allererste, was ich überhaupt zum Effekt der Karte gesagt habe: Weder annulliert sie, noch zerstört sie. Der Gegner hat die Wahl, einfach weiter zu machen wie bisher. Das ist zwar nur selten ratsam, wird es aber, sobald er im Stande ist, einen OTK durchzuführen. Denn dann hat er gewonnen, egal ob der Gegner nun fünf, zehn oder zwanzig Karten mit Maxx "C" nachgezogen hat. Dafür müsste man schon Karten wie Kampfausblender oder Gorz, Gesandter der Finsternis nachziehen, die aktuell jedoch kaum gespielt werden. Und OTK’s sind, wie allgemein bekannt ist, keine Seltenheit mehr. Um sie aufzuhalten, sind „echte“ Floodgates wie Leere der Eitelkeit nützlicher.
Dass der Gegner immer die Wahl hat, ob er die „Maxx-C-Challenge“ akzeptiert, führt außerdem dazu, dass die Karte weder als Spezialbeschwörungsblocker noch als Draw-Engine wirklich verlässlich einsetzbar ist, dafür bietet sie aber eine unvergleichliche Mischung aus beidem.

Der letzte Nachteil, den ich nennen möchte, mag absurd klingen und ist zugegebenermaßen nur absolut selten von Belang, aber ich möchte ihn trotzdem erwähnen.
Denn sobald Maxx "C" aktiv ist, hat man keine Wahl: Man muss mit jeder neuen Spezialbeschwörung des Gegners eine Karte ziehen. Manche, aber wirklich nur wenige, Decks können dies ausnutzen, um das Schwert gewissermaßen gegen ihren Gegner zu drehen, sollte dieser Maxx "C" abwerfen. Sie machen so lange weiter, bis der Gegner durch Deckout verliert. Das ist zwar unwahrscheinlich, da man dafür wirklich absurd viele Spezialbeschwörungen machen muss, aber mit Decks wie Morphtronics oder Synchro-Dark könnte es durchaus möglich sein, vorausgesetzt, man hat eine gute Hand. Die Wahrscheinlichkeit steigt natürlich stark an, wenn man vor Maxx "C" auch schon mindestens eine Kopie von Topf der Begierden aktiviert hat.
Außerdem existiert mit Unterschlagung eine Fallenkarte, die einen jedes Mal, wenn der Gegner Karten außerhalb seiner Draw Phase zieht, selbst zwei Karten ziehen lässt. So ließe sich theoretisch der Kartenvorteil, den dieser durch Maxx "C" erwirtschaften würde, in doppelten Kartenvorteil für einen selbst verwandeln.

Fazit


Maxx "C" ist stark. Unglaublich stark sogar. Und sie ist es immer gewesen, nur wird dies gerade wieder besonders deutlich, weil das Meta aktuell sehr lastig an externen Spezialbeschwörungen und „Wombo-Combos“ ist. In Control-lastigen Metas ist sie weniger spielentscheidend, aber ihr starkes Design wird immer erhalten bleiben.
Doch nicht nur das: Ich bin außerdem der Meinung, dass sie gut für das Spiel ist. Sie bestraft und relativiert „ausrastende“ Spielweisen, ohne den Gegner vollständig am Spielen zu hindern, wie es beispielsweise Leere der Eitelkeit tut. Und sie zwingt die Spieler zum Nachdenken und abwägen darüber, was der ideale Kompromiss zwischen Vorteil für den Gegner solchen für einen selbst ist. Des Weiteren bietet sie Control-Decks Konstanz, für die sie gleichzeitig ein zusätzliches Anti-Element und eine wichtige Draw-Engine ist. Deshalb würde ich es schade finden, sollte die Karte in Zukunft noch weiter auf der Liste der verbotenen und limitierten Karten empor wandern, also limitiert oder sogar verboten werden. Die Frage ist allerdings, ob sie zumindest im aktuellen Meta nicht doch einfach etwas zu stark ist.
Von mir bekommt die Karte daher 9 von 10 möglichen Sternen.

So, das war’s erstmal von mir. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, das Card Rating hat euch gefallen. Was haltet ihr von Maxx "C"? Seid ihr wie ich der Meinung, dass sie gut für das Spiel ist? Glaubt ihr, sie wird mit der nächsten Banlist weiter eingeschränkt werden? Fändet ihr das schade oder würdet ihr es begrüßen? Lasst es mich im ->Diskussionsthread wissen. Ansonsten bis zum nächsten Mal!

- Leseleff -